Steuerzahlerbund kritisiert Wohnungsankäufe

Steuerzahlerbund kritisiert Wohnungsankäufe

Der Bund der Steuerzahler Berlin hat sich gegen den Ankauf Tausender Wohnungen durch das Land gewandt.

Wohnungen in Berlin

© dpa

Wohnblöcke in Berlin.

Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zahlten «Spekulantenpreise», kritisierte Verbandschef Alexander Kraus am Donnerstag. Die zusätzliche Nachfrage treibe das Preisniveau am Immobilienmarkt weiter in die Höhe, ohne dass der Senat eine Antwort auf die wahren Ursachen der Wohnungsmisere liefere. Künftige Generationen von Steuerzahlern würden als Bürgen unfreiwillig in Haftung genommen.
«Der Aufkauf von einigen Tausend Wohnungen wird bei einem Bestand von rund 1,92 Millionen Wohnungen in Berlin nicht die hohen Immobilienpreise als zwangsläufige Folge einer anhaltenden Niedrigzinsphase und eines ungebrochenen Bevölkerungszustroms umkehren», erklärte Kraus. «Eine haushaltsrechtlich vorgeschriebene Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hätte ergeben müssen, dass eine Verbesserung der Wohnraumversorgung so nicht erreicht werden kann.»
Um Wohnraum in Berlin bezahlbar zu halten, setzt der rot-rot-grüne Senat auf kommunalen Wohnungsneubau ebenso wie auf den Ankauf von Wohnungsbeständen. 2018 erwarben kommunale Gesellschaften 3746 Wohnungen, davon 638 im Rahmen eines Vorkaufsrechts in sogenannten Milieuschutzgebieten zum Erhalt der Sozialstruktur. Vor wenigen Tagen machte die kommunale Wohnungsgesellschaft Stadt und Land den Rückkauf von 1821 Wohnungen im Kosmosviertel in Altglienicke perfekt. Der Deal soll unbestätigten Berichten zufolge 250 Millionen Euro schwer sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 14. Februar 2019