Schrottimmobilien: So erkennt man unseriöse Angebote

Schrottimmobilien: So erkennt man unseriöse Angebote

Die Berliner Kriminalpolizei warnt vor Verkäufern von Schrottimmobilien. Wie man die Betrüger erkennt und bei unseriösen Angeboten reagieren sollte.

Schrottimmobilien

© dpa

Die Berliner Polizei warnt beim Immobilienkauf vor Betrügern.

Schon seit einiger Zeit wird mit so genannten Schrottimmobilien unbedarften Anlegern das Geld aus der Tasche gezogen. Während die Täter aus den Verkäufen hohe Provisionen beziehen, endet für die Käufer das Geschäft nicht selten in der Privatinsolvenz. Die Berliner Polizei warnt vor einem ausgeklügelten Vertriebssystem, mit dem arglose Käufer durch unseriöse Renditeversprechen zum weit überteuerten Kauf einer Wohnung bewegt werden sollen.

Anhand folgender Hinweise, die einige Vorgehensweisen der Täter beschreiben, können Käufer die Betrugsmasche erkennen:

Erste Kontaktaufnahme per Telefon

Die erste Kontaktaufnahme erfolgt über einen Telefonanruf. Es wird eine Meinungsumfrage vorgetäuscht und potentielle Käufer werden nach ihren Einkommensverhältnissen und Steuersparwünschen befragt.

Immobilie als Steuersparmodell

Die Betrüger schlagen eine denkmalgeschützte Immobilie als Steuersparmodell vor, obwohl das monatliche Nettoeinkommen des Käufers nur rund 2500 Euro beträgt. Dabei wird nicht die Immobilie, sondern die Steuerersparnis in den Vordergrund gestellt.

Aufbau von zeitlichem Kaufdruck

Der Berater baut zeitlichen Druck auf, ist daran interessiert, das Geschäft so schnell wie möglich abzuwickeln und verschweigt dem Käufer seine Provision.

Notarbesuch am gleichen Tag

Noch am selben Tag wird der Käufer zu einem Notar gefahren und dazu gedrängt, gegenüber dem Notar zu behaupten, er hätte das Angebot bereits vor 14 Tagen erhalten.

Aufteilung des Kaufvertrags

Der Kaufvertrag ist in die Abgabe eines Angebotes und eine Annahmemöglichkeit des Verkäufers aufgeteilt.

Kein persönlicher Kontakt

Der Käufer hat weder zum Bauträger (Eigentlicher Verkäufer der Immobilie) persönlichen Kontakt, noch zur finanzierenden Bank.

Finanzierung bei zwei verschiedenen Banken

Die Betrüger fordern vom Käufer, die Finanzierung der Immobilie bei zwei verschiedenen Banken ganz ohne Eigenkapital zu beantragen.
Das Landeskriminalamt Berlin rät:

Nicht auf Versprechungen verlassen

Nur was im Kaufvertrag steht, ist rechtlich bindend. Auf Versprechungen sollte sich der Käufer nicht verlassen.

Wohnung besichtigen und Unklarheiten beseitigen

Der Käufer sollte auf jeden Fall die Wohnung besichtigen und sich nicht auf Hochglanzbroschüren verlassen. Bei Unklarheiten sollte nicht unterschrieben werden.

Im Zweifelsfall einen Anwalt aufsuchen

Keinesfalls sollte sich der Käufer unter Druck setzen lassen und im Zweifelsfall die Verbraucherzentralen oder einen unabhängigen Fachanwalt zu Rate ziehen. Für diese wichtige Entscheidung muss sich der Käufer ausreichend Zeit nehmen.

Im Betrugsfall Anzeige erstatten

Wenn der Käufer Opfer eines Schrottimmobilienverkaufs geworden ist, sollte er sich an die Verbraucherzentralen wenden und dort sachlich, fachlich und rechtlich objektiv beraten lassen. Außerdem sollte Anzeige wegen Betruges bei der Polizei erstattet werden.

Quelle: Polizei Berlin

| Aktualisierung: 10. April 2012

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