Wohnzimmer: Mit dem Ethno-Stil einmal um die ganze Welt

Wohnzimmer: Mit dem Ethno-Stil einmal um die ganze Welt

Mit Accessoires, Möbeln, Farben und Bildern die Welt ins Wohnzimmer holen: So geht es.

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    Ein kleines Museum in den eigenen vier Wänden: Die Mischung sollte allerdings nicht zu wild ausfallen.
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    Die Kombination kräftiger Farben und kunstvoller Ornamente ist typisch für den Ethno-Stil.
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    Oft reichen schon kleine Details wie zum Beispiel auf Reisen gesammelte Dosen, um für einen exotischen Look zu sorgen.
Oft reichen wenige Dekorationselemente, um daheim internationales Flair zu schaffen. «Die Menschen reisen mehr und sehen mehr, und so wuchs auch der Wunsch, es sich zuhause genauso schön zu machen wie im Urlaub», sagt Trendexpertin Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM).

Stilmix mit Mitbringseln aus aller Welt

Zuerst waren es nur Mitbringsel aus aller Welt, die die Wohnungen der Globetrotter zu etwas Besonderem machten, heute führt jedes größere Einrichtungsgeschäft Möbel und Accessoires aus vielerlei Kulturen. «Ganz wichtig beim Ethno-Trend ist der Stilmix», sagt Geismann. Es gehe nicht darum, den Einrichtungsstil einer anderen Kultur eins zu eins zu kopieren.

Die eigene multikulturelle Mischung

Stattdessen werden einzelne Design-Elemente so kombiniert, dass eine eigene multikulturelle Mischung entsteht. «Sehr beliebt sind beispielsweise der Buddha-Kopf, aber auch chinesische Schriftzeichen auf Kissen oder Bildern», sagt Geismann. Satte Farben an Wänden oder Türen, mit Ornamenten bestickte Stoffe, dunkle Holzmöbel oder ein mit Strasssteinen besetzter Rahmen - die Vielfalt der Möglichkeiten ist beim Ethno-Wohnen schier grenzenlos.

Roter Faden muss sein

Bei so viel Auswahl fällt das Kombinieren einzelner Elemente mitunter schwer. «Es soll kein Sammelsurium an unterschiedlichsten Möbeln und Accessoires entstehen», sagt Einrichtungsexpertin Nicole Maalouf von den Online-Einrichtern in München. Am Besten gibt es einen roten Faden, der sich durch das Zimmer zieht. «Das können ähnliche Hölzer bei den Möbeln sein oder ähnliche Farbfamilien bei den Accessoires.» So passen die satten Farben indischer Stoffe als Kissen auf die Couch und bunte mexikanische Vasen auf den Tisch.

Hier und da ein paar exotische Elemente

«Ethno-exotische Dekoration lebt von kräftigen Farben und simplen Mustern», raten die britischen Inneneinrichtungsexpertinnen Elizabeth Wilhide und Joanna Copestick in ihrem Buch «Ethno-Style». Eine indigoblaue Wand im marokkanischen Stil oder ein roter Rahmen rund um die Wohnzimmertür schaffen bereits eine völlig neue Atmosphäre im Raum. Wer es asiatisch mag, kann sich eine Borte roter Schriftzeichen an die Wand malen. Es ist also gar nicht nötig, die komplette Einrichtung samt Möbeln nach dem Ethno-Trend auszurichten. Hier und da ein paar exotische Elemente reichen.

Alles, was ursprünglich ist, etwas zu erzählen hat

Wer auch Schrank oder Tisch auswechseln möchte, wird bei den meisten Möbelhäusern schnell fündig. Charakteristische Elemente wie der runde Beschlag chinesischer Möbel oder die feinen Ornamente indischer Einrichtungsstücke sind mittlerweile stark gefragt.

Design-Expertin Andrea Faßbender vom Online-Magazin «Stylin-Rooms» in Hürth sieht zudem einen weiteren Trend: «Alles, was ursprünglich ist, etwas zu erzählen hat und an frühere Zeiten erinnert, das ist zurzeit in», sagt sie. Alte Möbel, die das erfüllen, sind hierzulande oft recht teuer. Auf Reisen im Ausland aber kann man Schnäppchen machen. Insbesondere in den südeuropäischen Ländern lohne es sich oft, einen Abstecher in kleine Einrichtungsläden zu wagen.

Ethno-Accessoires hin und wieder austauschen

Innenarchitektin Nicole Maalouf bringt sich von ihren Reisen oft Stoffe mit. «Es sieht zum Beispiel sehr schön aus, wenn man eine Stoffbahn hinter das Sofa hängt», sagt sie. Auch Kissen oder eine Tischdecke ließen sich daraus leicht nähen. Besonders auffällige Stoffe passten zudem wie als Bild gerahmt an die Wand.

Wer irgendwann vor lauter Begeisterung viel zu viele Ethno-Accessoires hat, dem rät Trendexpertin Ursula Geismann, sie in einem Schrank zu lagern und alle paar Monate gegen andere Gegenstände auszutauschen. So wird die Weltreise im eigenen Wohnzimmer nie langweilig.

Buch-Tipps:

Elizabeth Wilhide, Joanna Copestick
Ethno-Style
Kaleidoskop Buch im Christian Verlag
ISBN-13: 979-3-88472-849-8
4,95 Euro

Solvi dos Santos
Wohnideen 1001 Nacht: Zeitgemäß wohnen im orientalischen Stil
Christian-Verlag
ISBN-13: 978-3-88472-911-3
29,95 Euro

Henry Wilson
Indien Style
Christian Brandtsätter Verlag
ISBN-13: 978-3-85033-091-6
29,90 Euro

Fotostrecken:

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  • Zu Besuch bei Diktatoren© Romeo Gacad/AFP/Getty Images/published by Wilhelm Heyne Verlag
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  • US-Soldaten sehen sich in einem von Husseins ehemaligen Palästen um© Brennan Linsley/Associated Press/published by Wilhelm Heyne Verlag
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  • Möbel aus Recycling-Stoffen© www.reestore.com
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  • Möbel aus recycelten Materialien© dpa
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 20. Dezember 2010