Designklassiker

Designklassiker

Sehnsuchtsobjekt und Museumstück: Einige Stühle, Sessel und Deko-Objekte sind längst mehr als Möbel oder Accessoire. Viele Entwürfe von Charles und Ray Eames, Verner Panton, Arne Jacobsen, Alvar Aalto und anderen sind inzwischen Klassiker und schmücken seit Jahrzehnten die Wohnungen und Häuser von Design-Aficionados auf der ganzen Welt - und eben die eine oder andere Sammlung weltberühmter Museen. Eine Auswahl.

  • Wishbone Chair, 1949© dpa
    Einfach, funktional und elegant: Der im Jahr 1949 entworfene CH24 Wishbone Chair von Hans J. Wegner ist seit 1950 auf dem Markt. Der Stuhl markiert die erste Kollaboration zwischen dem dänischen Möbeldesigner und dem Möbelhersteller Carl Hansen. Für die charakteristische Form wird das Holz für die hinteren Stuhlbeine gedämpft und zu einer Kurve geformt, die in eine ebenfalls gebogene, halbkreisförmige Rückenlehne übergeht. Das Sitzpolster besteht aus Parpiergarn. Dadurch ist der Wishbone Chair recht leicht.
  • Eames Lounge Chair, 1956© dpa
    Der Lounge Chair der US-amerikanischen Designer Charles und Ray Eames mit seinen Rundungen und Wölbungen aus gebogenem Schichtholz und edlem Leder gilt als Designikone des Mid-Century-Styles. Das Designerehepaar hat den komfortablen Sessel einst für die Herman Miller Furniture Company entworfen. Heute darf neben Herman Miller nur noch die Firma Vitra den Lounge Chair herstellen - in Zusammenarbeit mit der deutschen Fritz Becker KG.
  • Panton Chair, 1960© dpa
    Einer der Klassiker schlechthin: Der freischwingende, stapelbare und beinlose Panton-Stuhl war der erste Kunststoffstuhl aus einem Guss. Vom Dänen Verner Panton entworfen, gilt der Stuhl heute als Klassiker der Moderne und kann dank witterungsbeständigem Polypropylen sogar im Freien stehen. Schon bei seiner Enthüllung war der Stuhl eine Sensation. Erneute Berühmtheit erlangte er später an ganz anderer Stelle: Gemeinsam mit einer nackten Kate Moss schaffte er es auf das Cover der amerikanischen Vogue. Der s-förmige Stuhl ist heute fester Bestandteil der Ausstellungen im Museum of Modern Art in New York, im Design Museum in London und im Deutschen Historischen Museum in Berlin.
  • Panton Junior© dpa
    Den Panton Chair gibt es auch im Mini-Format. Schon Verner Panton hatte die Idee, in Zusammenarbeit mit Vitra eine kleinere Version des Originals für Kinder herzustellen. Damals scheiterte das Vorhaben aus ökonomischen Gründen. Erst im Jahr 2008 konnte die Idee mit dem Panton Junior verwirklicht werden. Grundlage sind Pantons ursprüngliche Pläne.
  • Wassily Chair, 1925© dpa
    Im berühmten Wassily-Stuhl von Marcel Breuer - ursprünglich als Modell B3 bekannt - vereinen sich kühles Stahlrohr und weiches Leder. Der Bauhaus-Klassiker aus Dessau bekam seinen heutigen Namen erst Jahrzehnte nach seiner Entstehung. Eine italienische Firma, die den Stuhl neu auflegte, benannte ihn nach dem russischen Maler Wassily Kandinsky, der gleichzeitig mit Breuer am Bauhaus weilte. Ursprünglich von der Firma Thonet hergestellt, bestand der Sitz aus Eisengarn, einem paraffiniertem Baumwollfaden. Heute wird es aus robustem Leder gefertigt.
  • GA Stuhl, 1955© dpa
    Der Entwurf für den GA-Stuhl von Hans Bellmann stammt aus dem Jahr 1955. Hergestellt wurde das Möbelstück aus Sperrholz und Stahl mit der markanten zweiteiligen Rückenlehne allerdings nur bis 1970. Die Firma Horgenglarus, für die der Schweizer Designer den Stuhl ursprünglich entwarf, hat den GA-Stuhl inzwischen erneut aufgelegt. Wie der Stuhl zu seinem Namen kam, gehört ins Reich der Anekdoten. Laut Rosemarie Bellmann, der Witwe von Hans Bellmann, plante der Designer ursprünglich einen Entwurf für den Garten.
  • Egg, 1958© dpa
    Der Egg Chair, im Original als als Ægget ("Ei") bezeichnete Sessel des Dänen Arne Jacobsen ist ein Klassiker der 50er Jahre. Das Möbelstück hat Jacobsen ursprünglich für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen entworfen. Der Sessel besteht ausschließlich aus Kurven, die Rückenlehne zieht weit nach oben und wird breiter als bei klassischen Ohrensesseln. Später war das Ei auch als Sofaversion erhältlich - allerdings nur kurz und zu exklusiven Preisen. Anders als der Sessel ging das Sofa nie in die Serienproduktion, lediglich eine kleine Stückzahl kam auf den Mark - zu Preisen von über 50.000 Euro je Stück. Die Prototypen für das Sofa fertigte Jacobsen von Hand aus Gips in seiner Garage.
  • E 10, 1949© dpa
    Ein Vertreter des neuen Stils war der Deutsche Egon Eiermann. Er entwarf unter anderem den Korbsessel E 10, der ursprünglich aus lackiertem Peddigrohr oder Boondootrohr hergestellt wurde. Die heutige Version wird nach wie vor in Handarbeit, jedoch aus Rattan hergestellt. Eiermann war in erster Linie Architekt. Er gewann den im Jahr 1956 ausgeschriebenen Wettbewerb für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Der achteckige Hauptbau und der sechseckige Turm mit den charakteristischen blauen Glasscheiben auf beiden Seiten der Kirchenruine stammt aus seinem Entwurf.
  • Eames Plastic Side Chair, 1948© dpa
    Klassiker von Charles & Ray Eames: Die ersten Exemplare des Plastic Side Chair bestanden aus glasfaserverstärktem Kunststoff ("fiberglas"). Heute verwendet der Hersteller Vitra allerdings Polypropylen. Das ist robuster. Dabei sind viele verschiedene Kombinationen möglich. Dieser erste seriell hergestellte Kunststoffstuhl der Möbelgeschichte ist mit verschiedenen Sitzschalen, Bezügen und Farben sowoe auswechselbaren Untergestellen aus Metallstreben oder massivem Holz erhältlich. So kann aus dem filigranen Möbelstück sogar ein Dreh- oder Schaukelstuhl werden.
  • Hocker No. 60, 1933© dpa
    Der finnische Architekt, Designer und Maler Alvar Aalto entwarf den Hocker No. 60 in den 1930er Jahren. Schnell avancierte das Möbelstück aus hellem Birkenholz zum Sinnbild der finnischen Moderne - und zum vielfach kopierten Kultobjekt. Heute steht der Hocker unter anderem im Museum of Modern Art in New York und als hochsitzige und vierbeinige Version in den Apple Stores der Welt. Charakteristisches Merkmal vieler Entwüfe Aaltos sind die Kurven. Beim Hocker bestehen sie aus gebogener und lackierter Birke. Die Originale waren in Birke natur sowie mit schwarzem, rotem oder blauem Sitz zu haben. Die Firma Artek, zu deren Gründungsmitgliedern Aalto gehört, bietet die Hocker heute auch in anderen Farben an.
  • Aalto-Vase, 1936© iittala
    Noch mehr Aalto-Kurven: Die Aalto-Vase ist eines der bekanntesten Glasobjekte der Welt. Ebenfalls in den 1930ern von Aalto und seiner Frau Aino für das Savoy-Hotel in Helsinki entworfen, ist das Stück heute auch als Savoy-Vase international bekannt. Die Form der Vase wurde und wird vielfach kopiert. Die einzige Firma, die die Aalto-Vase noch nach Originalformen herstellt, ist die finnische Glasmanufaktur Iittala.
  • Hang it all, 1953© dpa
    Ein Klassiker unter den schlichten Garderoben: Hang it all ist ein Entwurf von Charles Eames für Vitra. Die bunten Holzkugeln sollten Kinder anregen, wortwörtlich all ihre Sachen daran aufzuhängen. Längst hängt die Garderobe auch in vielen sehr erwachsenen Wohnungen. Das Original trägt bunte Holzkugeln auf einem weißen Metallgestell. Dazu gibt es mehrere limitierte Editionen in anderen Farben - beispielsweise in rot, grün und weiß.

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