Wohnen wie in Skandinavien: Stilvoll einrichten auf schlichte Art

Wohnen wie in Skandinavien: Stilvoll einrichten auf schlichte Art

Skandinavische Interieurs sind schlicht und nur wenig luxuriös. Der Einrichtungsstil hat sich auf zeitgemäße Weise neu definiert.

  • Das populäre Regal «String»© dpa
    Die Klassiker aus Skandinavien sind schon seit langem gefragt: Das populäre Regal «String» von Nils Strinning wurde erstmals bereits 1949 produziert.
  • Kay - kultiger Holzvogel von Kay Bojesen© dpa
    Auch das ist ein Klassiker des skandinavischen Designs: Der kultige Holzvogel des Dänen Kay Bojesen mit Namen «Kay».
  • Pendelleuchte «Studio» von Thomas Bernstrand© dpa
    Einrichtung aus Skandinavien ist schlicht und einfach gestaltet - hier die Pendelleuchte «Studio» von Thomas Bernstrand für das Unternehmens Muuto.
  • Skandinavischer Stil© dpa
    Design für ein skandinavisches Unternehmen von Franzosen: Hay kooperiert zum Beispiel mit den Designstars Ronan und Erwan Bouroullec.
  • «Pirkka»-Reihe von Ilmari Tapiovaara© dpa
    Die «Pirkka»-Reihe von Ilmari Tapiovaara für Artek ist in Skandinavien legendär.
Das Noma in Kopenhagen haben Kritiker bereits dreimal zum besten Restaurant der Welt gewählt. Auch in der Mode kommen wichtigste Impulse von Labels wie Acne aus Schweden oder Wood Wood aus Dänemark. Wenn man heute etwas über die schönen Dinge des Lebens erfahren möchte, muss man nicht mehr unbedingt nach London oder Paris reisen. Städte wie Kopenhagen, Stockholm, Helsinki oder Oslo sind manchmal sogar inspirierender. Vor allem beim Einrichten haben die Nordeuropäer wieder die führende Rolle inne.

Skandinavisches Design heute mit zeitgemäßer Identität

«Das skandinavische Design hat eine neue Identität gefunden - und zwar eine zeitgemäße», erklärt Sten Rasmussen, Inhaber von Scandinavian Objects in Berlin. Sein Geschäft repräsentiert den Stil ganz treffend: Drinnen ist die Atmosphäre trotz der vielen Produkte auf kleiner Fläche nicht überladen. Alles ist harmonisch aufeinander abgestimmt, nichts drängt sich auf.

Ilmari Tapiovaara, Nils Strinning und Kay Bojesen

Der Kunde darf an einem Tisch aus der «Pirkka»-Serie des finnischen Designers Ilmari Tapiovaara Platz nehmen. An der Wand hängt das in Nordeuropa überaus populäre Regal «String» von Nils Strinning. Von den Regalböden zwitschern die kultigen Holzvögel des Dänen Kay Bojesen: «Kay», «Ruth», «Peter», «Sunshine» und «Pop».

Skandinavisches Design ist schlicht, funktional und zeitlos

Viele der Möbel oder Leuchten sind seit Jahrzehnten auf dem Markt. Andere stammen von jungen Herstellern und Designer aus dem Norden. Die Design-Klassiker wirken nicht weniger modern als die neuen Produkte. Die schlichten, funktionalen Formen sind zeitlos.

Einfache Holzmöbel wieder sehr erfolgreich

Zu Zeiten der wilden Postmoderne war das skandinavische Design komplett aus der Mode gekommen. Seit der Jahrtausendwende sind die schlichten Holzmöbel aber wieder sehr erfolgreich. «Heute wollen die Kunden etwas Echtes», erklärt Mirkku Kullberg, Firmenchefin des finnischen Herstellers Artek. «Auch wegen der ökonomischen Unsicherheit und der immer größeren Beliebigkeit im Design. Man will wissen, wo liegt der Ursprung. Die Produkte müssen Geschichte haben.»

Nachhaltigkeit und Ökologie

Auch weil Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie so wichtig geworden sind, erlebt der skandinavische Stil eine Renaissance. Denn die Hersteller verwenden hochwertige Hölzer aus heimischen Wäldern. «Die junge Generation steht dem Konsum kritischer gegenüber. Sie wollen Produkte, die eine Ethik repräsentieren, die langlebig sind und eine hohe Wertigkeit mitbringen», sagt Kullberg.

Stilvoll, aber nicht luxuriös

«Das Design in Skandinavien ist auf Konsens angelegt und weniger von Statusdenken geprägt», erläutert Sven Ehmann, Mitherausgeber des Buchs «Northern Delights». Die darin abgebildeten Häuser sind stilvoll eingerichtet. Der Fokus liegt aber nicht auf Luxus. Die Interieurs wirken nie mondän. Der skandinavische Stil steht laut Ehmann für einen «diskreten Modernismus».

Skandinavisches Design will Leben der Menschen verbessern

Das Design will nicht revolutionär sein, sondern möchte das Leben der Menschen verbessern. Diese unaufgeregte Art des Einrichtens trifft stark auf die Bedürfnisse unserer Zeit, die von ökonomischer Unsicherheit und Beliebigkeit auf dem Markt für Design geprägt ist.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 30. Januar 2014

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