Zimmer frei: Wie sich ungenutzte Räume sinnvoll nutzen lassen

Zimmer frei: Wie sich ungenutzte Räume sinnvoll nutzen lassen

Sind die Kinder aus dem Haus, bekommen die freien Zimmer eine neue Nutzung. Tipps, wie daraus ein Gästezimmer, Hobbyraum oder zweites Badezimmer wird.

Kinderzimmer wird Wellnessraum

© dpa

Meistens wird aus dem ehemaligen Kinderzimmer ein Raum für die Mutter - mit eigenem Arbeitsplatz, Nähmaschine und Bücherregalen.

Die Kinder sind ausgezogen- Zeit für die Pläne, was aus dem Kinderzimmer nun werden soll. Hobbyraum für die Modelleisenbahn, Ankleidezimmer oder Wellnessbad?

Ein Raum für Mama

Nach Erfahrung von Jutta Kehr, Vize-Präsidentin des Bundes deutscher Innenarchitekten (BDIA), wird oft der naheliegendste Wunsch verwirklicht: Nach dem Auszug der Sprösslinge bekommt «die Mutter endlich ihr eigenes Reich, weil der Vater sein Büro selbstverständlich schon hat.» Um das Kinderzimmer beispielsweise in ein Bügel- und Nähzimmer zu verwandeln, genügen in der Regel ein frischer Anstrich und passende Möbel. Fußboden aus Laminat oder Parkett erleichtert das Aufsaugen von Fusseln und Fäden, rät die Innenarchitektin aus Erfurt.

Ankleidezimmer für Kleidung, Schuhe, Bettdecken

Bei den Inneneinrichtern steht der Umbau in ein Ankleidezimmer hoch im Kurs. «Frauen finden das toll», sagt Mareike Hermann von der DIY-Academy in Köln. Neben dem sprichwörtlich tausendsten Paar Schuhe biete so ein Zimmer viel Stauraum für Dinge, die nicht jeden Tag gebraucht werden, wie Sommer- und Winterbetten, Decken und Reisegepäck. Dafür benötigt man nur einfache Regalbretter und Kleiderstangen. Oder man stellt Schränke und Kommoden zusammen. Ganzkörperspiegel, Stuhl, Kleiderbutler und Schminktisch vervollständigen das Ankleidezimmer, das am besten direkt neben dem Schlafzimmer liegt.

Wellnesszimmer mit Infrarot-Saunakabine

Bambus-Tapete, Relaxliege, Sofa, eine Matte für die Yogaübungen - und fertig ist das Meditationszimmer mit asiatischem Flair. Das lässt sich mit einer Infrarot-Saunakabine zur Wellness-Oase erweitern. Die kleinen Kabinen sind im Selbstbausatz erhältlich. «Sie werden einfach an die Steckdose angeschlossen. Optimal geeignet zum Aufstellen ist ein ans Bad grenzender Raum», erläutert Hermann.

Wohnzimmer erweitern: Esszimmer mit Kamin

Liegt das nun leere Zimmer direkt neben dem Wohnzimmer, lassen sich beide durch einen Wanddurchbruch und mit einer Schiebetür zur Wohnhalle verbinden. Ein idealer Raum für einen Essplatz, auch ein Kamin kann im nun größeren Raum Platz finden. Damit das Zimmer nicht zu lang wirkt, sollte die Stirnwand eine Strukturtapete oder Farbe erhalten. Und: die Farben immer harmonisch auf den Grundton der anderen Räume abstimmen, um den Gesamteindruck zu unterstreichen.

Gästezimmer mit Bibliothek

Kinder sind zwar aus dem Haus, sie kommen aber wieder und sie vermehren sich. Deshalb sollte eine Schlafgelegenheit für sie bereit stehen. Das Kinderzimmer in ein Gästezimmer umzuwandeln, ist auch deshalb eine gern gewählte weitere Option. Zwischen den Besuchen kann der Raum etwa als Bibliothek dienen: ein paar Regale an die Wand, alte Bücher aus dem Karton holen und auf der Schlafcouch schmökern.

Ein zweites Schlafzimmer für mehr Ruhe

Nach den Erfahrungen von Eva Reinhold-Postina, Sprecherin des Verbands Privater Bauherren, richten viele Paare sich zunächst ein zweites Schlafzimmer ein, um dem Schnarchkonzert des anderen zu entkommen. Später werde es dann zum Pflegezimmer umfunktioniert. «Da in klassischen Reihenhäusern das Kinderzimmer oft über dem Eingang liegt, kann bei Bedarf sogar ein Außenaufzug angebracht werden», sagt Reinhold-Postina.

Bei Umbau seniorengerecht denken

In die Überlegungen, was aus dem ehemaligen Spielzimmer wird, sollte auch das voranschreitende Alter der Eltern einbezogen werden. So ist der Umbau eine Gelegenheit, eine seniorengerechte Beleuchtung einzubauen sowie bauliche Stolperfallen zu entfernen.

Platz für ein barrierefreies Badezimmer

Wenn Bad und Ex-Kinderzimmer nebeneinander liegen, ist der Ausbau in ein barrierefreies Badezimmer möglich. Ein Durchbruch bringt mehr Platz und Bewegungsfreiheit. Badewanne und Dusche werden getrennt oder großzügiger eingebaut. Sind Wasseranschlüsse und Fallrohre in der Nähe, kann aus dem Kinderzimmer auch ein zusätzliches Bad werden.

Selbst heimwerken oder Fachmann engagieren?

Solche Arbeiten erfordern gründliche Planung. Ein mit Geodreieck und Lineal erstellter Aufriss mit den ersten Ideen ist ebenso hilfreich wie ein Blick auf das Konto. Einfach Renovierungsarbeiten wie Streichen, Bohren und Mauern können Menschen mit einem Faible für das Heimwerken selbst ausführen. Elektro- und Sanitärarbeiten sind Sache von Fachleuten. Nicht vergessen: Mieter brauchen für bestimmte Umbauten wie Durchbrüche und das Versetzen von Heizungen die Zustimmung des Vermieters.

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  • Foto-Tapetentrend 2012© www.tapeten.de
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  • Teppich von Hossein Rezvani© dpa
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 13. Februar 2012