Stauraum in kleinen Wohnungen schaffen: Tipps und Tricks

Stauraum in kleinen Wohnungen schaffen: Tipps und Tricks

In kleinen Wohnungen ist dringend benötigter Stauraum kaum einzurichten. Experten geben Tipps, wie es trotzdem gelingt.

  • Überraschender Stauraum© dpa
    Überraschender Stauraum: In den Treppenstufen finden Schubladen Platz.
  • Passgenauer Schrank unter der Treppe© dpa
    Passgenaue Regale schaffen unter der Treppe Stauraum, ohne im eigentlichen Zimmer Platz wegzunehmen.
  • Regalwürfel© dpa
    Heimwerker können in Schrägen Regalwürfel unterbringen, die sich an die Höhe der Kante anpassen lassen.
  • Nische unter der Treppe© dpa
    Auf den ersten Blick ist die Nische unter der Treppe meist zu niedrig, zu dunkel und zu eng, um als Stauraum zu dienen. Doch auch hier kann er entstehen.
  • Mehr Stauraum in Einzimmerwohnungen© dpa
    Ein Zimmer, mehrere Funktionen: Eine Schiebetür trennt den Arbeits- vom Wohnbereich.
Bewohner kleiner Einzimmerwohnungen oder Appartements wissen: Auf begrenztem Raum droht leicht das Chaos. Mangels Stauraum stapeln sich Schuhe im Flur, Koffer und Sporttaschen liegen herum, der Staubsauger, Schlafsäcke, Luftmatratzen, Wolldecken oder Spielzeug haben keinen festen Platz. Und die Arbeitsfläche in der Küche ist mit zahlreichen Utensilien vollgestellt. Mit etwas Fantasie lässt sich das Chaos aber bekämpfen und neuer Stauraum schaffen, in dem man vieles unterbringen kann.

Kleiderschrank im Flur, wenig Deko in der Wohnung

«Um Rumpelkammer-Atmosphäre zu verhindern, muss in kleinen Wohnungen, in denen jeder Zentimeter zählt, für ausreichenden Stauraum gesorgt werden», sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie im nordrhein-westfälischen Bad Honnef. Viel Stauraum biete etwa ein großzügiger Kleiderschrank im Flur, in dem Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Schlafsack und andere Dinge Platz finden. Außerdem sollte stets aufgeräumt werden und Dekoration recht reduziert sein. Je mehr Kleinigkeiten herumliegen, desto unruhiger und ungemütlicher wirkt die Wohnung auf Gäste.

Begehbarer Kleiderschrank schafft viel Stauraum

Eine platzschaffende Variante zum Kleiderschrank mit nur einer Höhe von circa 180 bis 200 Zentimetern sind begehbare Schränke. «Bei dieser Schrankart kann mit Schiebetüren eine ganze Wand vom Raum abgetrennt werden», erklärt die Innenarchitektin Anne Jung vom Beratungsunternehmen «Form+ Folgen» in Wiesbaden. Der hinter den Schranktüren entstehende Schrankraum kann mit Regalen, Kleiderstangen und vorgefertigten Containern zum perfekten Stauraum gestaltet werden.

Spiegel vergrößern den Raum

Neben Kleidung finden in einem begehbaren Schrank auch andere sperrige Teile Platz. Die Weihnachtsdekoration zum Beispiel kann dann in nur mit der Leiter erreichbare Regale verstaut werden. Ein großer Spiegel an der Schiebetür vergrößere den Raum optisch. Kleiderstangen und Regale lassen sich auch leicht an Dachschrägen anpassen.

Staubsauger und Putzmittel nicht im Schrank lagern

«Staubsauger und andere Putzmittel sollten aber nicht im Kleiderschrank oder in begehbaren Schränken aufbewahrt werden», sagt Silvia Frank vom Deutschen Hausfrauenbund in Karlsruhe. Denn mit dem Staubsauger kann auch Ungeziefer aufgesaugt worden sein. Auch das Sammelsurium an Putzmitteln wird besser in einem speziellen Schrank oder in einer mit einer Tür abgetrennten Nische aufbewahrt. Bügelbrett und Bügeleisen finden in diesem Schrank ebenfalls Platz.

Stauraum in der Küche schaffen

Eine kleine Küche oder Küchenzeile im Appartement braucht besonders viel Stauraum. «Hier sollte jeder Zentimeter ausgenutzt werden», rät Geismann. In kleinen Küchen lasse sich zusätzlicher Stauraum gewinnen, indem die Lücke zwischen Oberschränken und Decke mit weiteren Schränken geschlossen wird. Dieser Stauraum sei aber nur für Dinge geeignet, die nicht täglich genutzt werden. Denn zum Erreichen sei stets ein Tritt oder eine Leiter notwendig.

Bei wenig Platz funktionale Möbel nutzen

Platz verschenkt werden sollte aber auch nicht in Eckschränken. Der Stauraum lässt sich durch Böden, Körbe oder Tabletts, die herausgeschwenkt, ausgezogen oder wie auf einem Karussell gedreht werden, zugänglich machen. Unter der Fensterbank kann in Hüfthöhe ein Rollcontainer untergebracht werden, der mit einem dicken Kissen auch als Hocker dient. Zugeschnittene Regalböden bieten Platz in ungenutzen Schrägen. Vorhänge helfen gegen die optische Unordnung.

Hochbett schafft viel Stauraum

Als Stauraum für Schlafsäcke, Luftmatratzen, Wolldecken oder selten benutzte Kleidung kann auch der Platz unter dem Bett dienen. «Neben klassischen Bettkästen unterm Bett kann in ausreichend hohen Wohnungen auch ein Hochbett aufgestellt werden», empfiehlt Jung. Der Platz unter dem Hochbett bietet sich etwa für eine Couch an oder für einen Schreibtisch.

Stauraum unter einem Podest

Um Stauraum zu gewinnen, kann in das Zimmer auch ein Podest gestellt werden - eine angemessene Zimmerhöhe vorausgesetzt. «So lässt sich nicht nur Lagerfläche gewinnen, sondern es entsteht auch eine neue Raumsituation», betont Jung. Podeste bieten eine Menge Stauraum, leider aber meist nur schwer zugänglich.

Platz unter der Treppe nutzen

Der Platz unter der Treppe ist ebenfalls ein idealer Ort für Stauraum-Lösungen. Am besten eigne sich ein Arrangement aus Schubkästen, erläutert die Fachbuchautorin Hilary Mandleberg. Je stärker die Regale und Schränke auf Maß gefertigt sind, desto besser wird der Raum genutzt. Regalböden direkt über der Scheuerleiste bieten Platz für Bücher, Zeitschriften und CDs. In niedrigen Räumen sollten Sideboards und Regale nur bis Hüfthöhe reichen, empfiehlt Mandleberg. So wirke das Zimmer größer. Wer den Raum optisch trennen will, wählt dafür ein frei stehendes Bücherregal ohne Rückwand.

Fotostrecken:

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 24. September 2019