Verdreckte Wohnung: Vermieter darf nicht sofort kündigen

Verdreckte Wohnung: Vermieter darf nicht sofort kündigen

Lässt ein Bewohner seine vier Wände verwahrlosen, kann der Vermieter ihm deshalb nicht einfach kündigen. Wird jedoch der Hausfrieden durch den Schmutz erheblich gestört, sieht die Sache anders aus.

Messie Wohnung Kündigung

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Eine verdreckte Wohnung allein ist noch kein Kündigungsgrund - entschied zuletzt das Landgericht Berlin.

Ein schmutziger Mieter kann für Vermieter und Nachbarn zwar unangenehm sein. Zur Kündigung des Mietvertrages berechtigt eine verdreckte Wohnung aber nicht ohne weiteres.

Kündigung nur bei Störung des Hausfriedens möglich

Das geht zumindest aus einer Entscheidung des Landgerichts Berlin hervor (Az.: 655 S 148/15), über die die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Heft 24/2015) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet. Gerechtfertigt wäre das erst, wenn der Hausfrieden durch den unreinlichen Mieter nachhaltig gestört wird.

Mieterin wegen verschmutzter Wohnung gekündigt

In dem verhandelten Fall hatte ein Vermieter einer Mieterin gekündigt. Zur Begründung führte er an, die Wohnung sei erheblich verschmutzt, unter anderem durch menschliche Exkremente. Es bestehe auch die Gefahr des Befalls mit Kakerlaken. Außerdem fühlten sich andere Mieter gestört.

Verschmutzung ist kein Kündigungsgrund

Dem Gericht reichte diese Begründung aber nicht aus. Eine Kündigung aus diesem Grund sei nur möglich, wenn der Hausfrieden erheblich gestört sei oder die Mietsache gefährdet werde. Unordnung oder Schmutz allein reichen nicht aus.

Kakerlaken auch in sauberer Wohnung möglich

Die Gefahr des Kakerlakenbefalls bestehe auch, wenn eine Wohnung regelmäßig gereinigt wird - insbesondere in Mehrfamilienhäusern. Daher könne sie ebenfalls kein Kündigungsgrund sein.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 12. Januar 2016 10:11 Uhr