Baulärm aus der Nachbarschaft kann Mietminderung rechtfertigen

Baulärm aus der Nachbarschaft kann Mietminderung rechtfertigen

Baulärm kann zur Kürzung der Miete berechtigen- auch wenn er nicht aus dem eigenen Wohnhaus kommt.

Wenn Baustellenlärm durchs Haus dröhnt

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Wenn zur Unzeit Bohrmaschine und Trennschleifer durchs Haus dröhnen, ist es mit der Ruhe schnell vorbei.


Baulärm kann nach einem Urteil der Amtsgerichts Frankfurt am Main Grund für eine Mietminderung sein. Darauf weist die Fachzeitschrift «NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht» hin.
Nach Meinung der Richter muss der Mieter es selbst bei einer zentral gelegenen Wohnung nicht hinnehmen, dass er an allen Werktagen von früh bis spät intensivem Pressluft- und Bohrhammerlärm ausgesetzt ist.

Das Gericht gab damit der Klage von Mietern statt. Sie hatten die Rückzahlung eines Teils ihrer Miete verlangt, weil sie über mehrere Monate erheblichem Baulärm ausgesetzt waren, der durch eine Hochaussanierung verursacht wurde. Der Vermieter hatte argumentiert, dass wegen der zentralen Lage der Wohnung im Frankfurter Westend der Lärmpegel ohnehin hoch sei.
Das Amtsgericht sah die Forderung dagegen als berechtigt an. Der Baulärm sei ein Mietmangel, der zur Minderung der Miete berechtige. In diesem Fall hielten die Richter zehn Prozent für angemessen.

(Aktenzeichen: 33 C 2424/11).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 2. Juli 2012 16:43 Uhr