Hitze: Mietminderung bei zu heißer Wohnung möglich

Hitze: Mietminderung bei zu heißer Wohnung möglich

Heizt sich die Wohnung im Sommer stark auf, können Mieter unter Umständen die Miete mindern. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

Ein Mann schwitzt in der Sonne

© dpa

Mietmangel Hitze: Steigt das Thermometer in der Wohnung auf unerträglich heiße Werte, fällt womöglich eine Mietminderung an.

Ist die Wohnung zu heiß, dürfen Mieter unter Umständen die Miete mindern. Laut eines Urteils des Amtsgerichts Hamburg (Aktenzeichen: 46 C 108/04) können Wohnungen, die sich durch die Sonne im Sommer deutlich über 26 Grad aufheizen, mangelhaft sein.

Nach Mietminderung Wärmeschutz für Wohnung gefordert

In dem Fall, auf den die Miet- und Immobilienrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins in Berlin hinweisen, litt ein Mieter unter der extrem aufgewärmten Neubauwohnung. Diese lag in der obersten Etage und mit nach Süden ausgerichteter Glasfront. Er kürzte daher seine rund 1000 Euro betragende Warmmiete um 205 Euro. Seine Vermieterin verklagte ihn daraufhin. Der Mieter forderte in einer Widerklage einen Wärmeschutz.

Hitze in der Wohnung kann Mietmangel sein

Die Widerklage des Mieters war erfolgreich. Die Richter entschieden, auch wenn ein Mieter einer Wohnung in der obersten Etage eine höhere sommerliche Aufheizung hinnehmen müsse als ein Mieter in einem anderen Stockwerk, gebe es auch hier Grenzen. Eine relativ hochpreisige, gut ausgestattete Neubauwohnung weise somit einen Mietmangel auf. Die Wärmeschutzmaßnahmen an einer Wohnung müssten den baurechtlichen Bestimmungen zum Zeitpunkt des Baus entsprechen. Dies sei hier nicht der Fall gewesen.

Vermieterin zu Installation von Wärmeschutz verurteilt

Die Vermieterin wurde verurteilt, einen angemessenen Wärmeschutz zu installieren. Der Mieter musste die einbehaltene Miete nicht zurückzahlen. Die Richter wiesen zudem darauf hin, dass auch dann ein Mangel vorliege, wenn durch die Wärme die eigentliche Nutzung beeinträchtigt beziehungsweise wenn die Gesundheit gefährdet sei.

Heiße Wohnung ist nicht grundsätzlich Mietmangel

Grundsätzlich gilt: Eine allgemeine gesetzliche Regelung zur Mietminderung bei zu heißer Wohnung dazu gibt es zwar nicht - und ein sommerlicher Temperaturanstieg in der Wohnung ist grundsätzlich auch kein Mangel. Wird es aber unerträglich heiß, beeinträchtigt das die Wohnqualität, teilt der Mieterverein München mit. Für diese Tage im Jahr, an denen es unerträglich heiß ist, kann der Mieter deshalb unter Umständen die Miete mindern.

Höhe der Mietminderung wegen Hitze richtig festsetzen

Allerdings sollte er beweisen können, wie hoch die Temperaturen in der Wohnung waren. Dafür kann er Zeugen benennen oder ein Thermometer nutzen, das die einzelnen Höchsttemperaturen aufzeichnet und speichert. Auf dieser Basis berechnet er dann die Minderungsquote.

Vermieter muss für sommerlichen Wärmeschutz sorgen

Der Vermieter muss dafür sorgen, dass die Wohnung über einen sommerlichen Wärmeschutz verfügt. Er kann etwa Jalousien anbringen oder eine Klimaanlage einbauen. Der Mieter kann nicht nach einem bestimmten Schutz verlangen- das ist Sache des Vermieters. Wollen Mieter selbst eine Markise anbringen, müssen sie zuvor die Zustimmung des Vermieters einholen. Denn dabei handelt es sich um einen Eingriff in die Bausubstanz.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 14. Juni 2019 09:17 Uhr

Spezial: Mietminderung