Sanierung: Teure Mängel in alten Häusern

Sanierung: Teure Mängel in alten Häusern

Alte Häuser sind romantisch, doch der Sanierungsbedarf wird oft unterschätzt. Die fünf häufigsten Mängel im Überblick.

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    Sie können eine Goldgrube sein - aber häufig müssen Käufer erst einmal viel Geld und Aufwand in die Sanierung alter Häuser stecken.
  • Schäden durch Hausschwamm© dpa
    Der Pilz namens Hausschwamm kann große Schäden verursachen. Foto: Verband Privater Bauherren
Ein bisschen neue Farbe, vielleicht einen Satz neuer Fenster- schon ist das alte Haus wieder in Form. Wer so denkt, kann beim Immobilienkauf leicht auf die Nase fallen. Denn alte Häuser haben häufig einen viel größeren Sanierungsbedarf. Der Überblick zeigt die häufigsten Mängel an alten Gebäuden und die passenden Sanierungsmaßnahmen.
Feuchtes Mauerwerk
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Ein Problem vieler alter Häuser: Das Mauerwerk im Keller ist feucht.

1. Feuchtigkeit in alten Häusern - Nasse Wände trockenlegen

«Aufsteigende Feuchtigkeit ist ein Dauerthema», sagt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung. Das zerstört das Mauerwerk. Hier gibt meist ein feuchter Keller Ausschlag für die Feuchtigkeit. 60 bis 70 Prozent der Häuser, die Zink sich ansieht, haben einen nassen Sockel. «Eigentlich müssen Sie das gesamte Gebäude trockenlegen.» Das bedeutet oft die Abdichtung von außen- dafür muss unter Umständen Erde abgetragen werden.
Für die horizontale Abdichtung seien zwei Verfahren üblich: Entweder werden Platten in die Fugen eingeschlagen, oder es wird durch Bohren Material in die Wände injiziert. Dafür muss man mit 180 bis 280 Euro pro laufendem Meter Mauerwerk rechnen, schätzt der Bauexperte.
Feuchtigkeit kann sich auch durch falsche Baumaßnahmen in den Wänden sammeln. Vor rund 20 bis 30 Jahren habe man teilweise zu viel Kunststoff verwendet, erzählt Zink. Dadurch könne die Feuchtigkeit nur schlecht ausweichen. In den Wänden entstehen so Blasen, von außen ist die Nässe durch Dellen erkennbar. Von oben kann Wasser durch defekte Rinnen oder Ziegel eindringen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass Holz- oder Strahlträger beschädigt werden.
Hausbock im Holz
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Der Hausbock frisst sich durch Dielen und Balken.

2. Schimmel und Schädlinge - Von Hausschwamm bis Holzbock

Feuchtigkeit begünstigt Schimmel. Gerade in Gipsputz halte sich die Feuchtigkeit gut, sagt Jürgen Gesell, Bauherrenberater des Vereins Wohnen im Eigentum. Eventuell müssten die Eigentümer die Räume mit Schimmelbefall von Grund auf neu verputzen. In alten Häusern nisten sich auch Schädlinge wie der Hausbock ein. «Die Sanierung reicht vom Austausch beschädigten Holzes bis hin zum Abschlagen des Dachstuhls und Rausnehmen beschädigter Wände», erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. Noch ein bisschen übler kann ein anderer Pilz den Bewohnern mitspielen: der echte Hausschwamm. «Das ist so ziemlich der Gau.»

3. Alte Leitungen - Unter Umständen ist Komplettaustausch nötig

Wasserleitungen setzen sich im Laufe der Jahre häufig zu, erklärt Gesell. Bei ganz alten Anlagen und bei solchen mit Rohren aus unterschiedlichen Materialien müsse womöglich die gesamte Anlage ausgetauscht werden. Die gute Nachricht: Heizungsleitungen seien weniger häufig ein Problem als die Wasserleitungen.

4. Fehlende Wärmedämmung - Alte Häuser nachrüsten

Alte Häuser haben nicht grundsätzlich ein Problem mit fehlender Dämmung und einen Bedarf an Nachrüstung. Hier ist die Abwägung ganz wichtig. Womöglich ist es in Sachen Energieeffizienz sinnvoller, in eine gute Heiz- und Fenstertechnik zu investieren, sagt Reinhold-Postina. Auch Gesell erklärt: Alte Gebäude mit 40 bis 50 Zentimeter dickem Mauerwerk benötigen nicht immer eine Wärmedämmung. Viele Häuser aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätten wiederum eine recht dünne Außenwand, hier lohne es sich zu dämmen. Generell empfiehlt es sich, einen Bauphysiker zu fragen.
Asbestfasern
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Bei freifliegenden Asbestfasern muss immer eine Spezialfirma her.

5. Schadstoffe - Asbest und andere Fasern

Asbest sei immer noch ein Problem, sagt Gesell. Auch wenn häufiger Verwaltungs- als Wohngebäude betroffen seien. Aber auch Nachkriegshäuser könnten mit Asbestplatten gebaut sein. So lange die Asbestteile intakt seien, stellten sie keine Gesundheitsgefahr dar- und «dann müssen sie es nicht entfernen», sagt Reinhold-Postina. Aber sobald Fasern austreten, muss eine Spezialfirma her. Auch die früher verwendete künstliche Mineralfaser für Dämmung und Isolierung gilt heute als schädlich, erklärt Gesell. Sie müsse je nach Situation ausgebaut und entsorgt werden. Kritisch sei auch das Holzschutzmittel Lindan, das lange benutzt wurde, erklärt Reinhold-Postina.

Sanierungskosten für alte Häuser richtig einschätzen

«Die Leute unterschätzen, was alte Häuser wirklich kosten», sagt Reinhold-Postina. Die Daumenregel: Wer in ein Haus aus den 30er Jahren investiert, müsse etwa 50 Prozent der Kaufkosten noch einmal an Sanierungskosten einrechnen. Bei Häusern aus den 70ern bis 80ern seien es etwa 35 Prozent. Und bei 20 Jahre alten Häusern fallen rund 20 Prozent an, um es an moderne Anforderungen anzupassen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 13. November 2015

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