Heidepflanzen mögen es sauer und sonnig

Heidepflanzen mögen es sauer und sonnig

Ziemlich anspruchslos und farbenfroh in grauen Herbstwochen: Heidepflanzen brauchen nur den richtigen Standort und ab und zu einen Rückschnitt.

  • Heideschnitt für den Kranz© dpa
    Die Besenheide (Calluna vulgaris) und die Glockenheide (Erica gracilis) eignen sich auch für Kränze.
  • Schneeheide© dpa
    Die kultivierte Schneeheide (Erica carnea) für den Garten erblüht bis in den Spätherbst hinein.
  • Schneeheide im Schnee© dpa
    Sogar den Wintereinbruch hält die Schneeheide aus.
  • Schneeheide© dpa
    Blütenteppich im Winter: Die Schneeheide verziert den Garten in der kalten Jahreszeit.
  • Blüten der Schneeheide© dpa
    Die Schneeheide bildet zahlreiche winzige Blüten.
  • Die Besenheide© dpa
    Farbenfrohe Spätblüherin: Die Besenheide trägt glockenförmige, weiße bis purpurrote Blüten.
  • Besenheide© dpa
    Auch bei der Besenheide bringen manche Sorten bis in den Winter hinein Abwechslung in den Garten.
Die Heide ist eine karge Landschaft, die aber überraschend eindrucksvoll wird, wenn sie erblüht. Dann wird aus der weiten baumlosen Ebene ein farbiger Teppich. Einige Heidepflanzen schaffen das auch im Garten - in einer Zeit, wenn Blüten und eindrucksvolle Gewächse auf dem Rückzug sind in die Ruhephase. Heidekraut kann hier also die Sommerblumen ablösen. Dazu gehören vor allem die Besenheide (Calluna vulgaris) und die Schneeheide (Erica carnea).

Blüte bis zum Frühjahr möglich

Die Blüte der Heidepflanzen dauert je nach Art vom frühen Herbst bis in das Frühjahr hinein. Damit sie gut gedeihen, brauchen sie saure, sandige und durchlässige Böden. Ist der Untergrund schwer, wird er am besten tiefgründig gelockert und mit Sand gemischt.

Boden nach Hitzesommer austauschen

Gerade nach einem heißen Sommer sollte daher ein nicht geeigneter Boden ausgetauscht werden. Die Hitze hat für eine gute Zersetzung von Humusanteilen im Topfsubstrat gesorgt. Zwar benötigt man kein Produkt mit Langzeitdünger, aber es sollte eine hochwertige Erde sein. Sie lässt sich anschließend auch für die Frühjahrspflanzung verwenden. Ebenso wichtig ist es, dass man Heidekraut vor der Pflanzung schon gut wässert, so dass der Ballen feucht ist.

Heidekraut dicht an dicht pflanzen

Damit Heidepflanzen einen schönen Blütenteppich ergeben, müssen sie dicht an dicht gesetzt werden. Zu acht bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter rät der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Beste Pflanzzeit ist im frühen Herbst, aber auch der Frühling ist ein guter Pflanzzeitpunkt.

Sonnigen Standort für Heide wählen

Eine sonnige Lage ist für Heidekraut am besten, rät Ulrich Häger, Diplom-Agraringenieur aus Apen im niedersächsischen Ammerland. Hier nehmen die Blüten eine schönere Färbung an. Aber die Schneeheide könne auch im Halbschatten verwendet werden. Die Blütenfarbe kann der Hobbygärtner auch optisch intensivieren, indem er auf entsprechende Kombinationen im Topf oder Beet setzt.

Heidekraut regelmäßig schneiden

Damit die Heidekräuter auch nach Jahren noch ausreichend neue Triebe bilden und nicht zu hoch und zu locker werden, sollten Hobbygärtner sie im Frühjahr schneiden. Dabei werden nur die verblühten Triebe gekappt. Sonst verkahlen die Pflanzen unten und blühen nicht mehr so ausgiebig. Ansonsten ist keine besondere Pflege nötig.

Heide mit anderen Pflanzen kombinieren

Ingrid Franzen, Gärtnerin und Floristin aus Herten empfiehlt im Herbst die Ergänzung mit Blattschmuck. «Zu den wichtigsten Partnern zählt Calostephalus mit seinen silbrigen Trieben», sagt Franzen. Er bildet kleine kugelige Büsche, die optisch die Kombination auflockern und eine edle Note ins Spiel bringen.

Mühlenbeckia und Kräuter passen auch

Ebenso feingliedrig, aber noch deutlich lockerer wirkt die rankende Muehlenbeckia mit rundlichen kleinen Blättern. Sie bildet lange Triebe, die man an Zierelementen zwischen der Besenheide hochranken oder als Kaskaden fallen lässt. Mediterrane Kräuter passen ebenfalls dazu. Als Partner für die Wintermonate sind vor allem buntlaubiger Salbei und Thymian schön.

Heidekraut mit Gräsern paaren

«Bei den Gräsern findet man im Herbst gute Partner, weil sie die Farben verstärken», ergänzt Franzen. Das gelingt, indem man etwa weiß blühende Callunen mit weiß panaschierten Seggen hervorhebt. Zu rosafarbigen Heiden passen rotlaubige Gräser. «Auflockernd wirken vor allem rispenbildende Gräser wie zum Beispiel das Pfeifengras», findet Häger. Es bildet ein hohes Element im Beet zur Blütezeit von Besen- und Schneeheide, das der Gestaltung Rhythmus verleiht. Darüber hinaus fällt das Pfeifengras mit seiner goldgelben Herbstfärbung im September selbst auf. «Außerdem ergänzen sich die Pflanzen in den Standortansprüchen», so Häger.

Wacholder und Bodendecker zur Heide

Aber die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig: Sogar der Säulen-Wacholder bietet sich an, Alternative sind Bodendecker. Letztere verweben sich mit den rosafarbenen und roten Heidepflanzen zu Matten. «Die Krähenbeere (Empetrum) und die Niedrige Scheinbeere (Gaultheria) passen gut zu Heidepflanzungen», empfiehlt Häger. Kontraste schaffen auch noch Blühpflanzen wie die Nelke - Franzens besonderer Pflanztipp. «Oder man kann auch kleinblumige Alpenveilchen verwenden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 12. September 2019