Blumen aus der Natur mitnehmen: Handstraußregel gilt

Blumen aus der Natur mitnehmen: Handstraußregel gilt

Beim Spaziergang einen Strauß aus Wildblumen zu pflücken, das ist OK. Übertreiben sollte man es jedoch nicht. Und auch die Jahreszeit legt fest, was erlaubt ist.

Blumenwiese

© dpa

Wiesen und Wälder voller schöner Blumen: Ein paar wenige darf man für den Eigengebrauch in der Regel mitnehmen.

Bei einem Spaziergang über Wald und Wiesen sollte man immer nur maximal eine Handvoll Blumen pflücken - der Natur zuliebe. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt die sogenannte Handstraußregel vor, erläutert Magnus J. K. Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Blumen pflücken in Schutzgebieten ist tabu

Tabu ist das Pflücken in entsprechend ausgewiesenen Schutzgebieten und von gefährdeten und daher über die Bundesartenschutzverordnung oder Gesetze der Länder geschützten Pflanzen. In deutschen Wäldern gehören dazu zum Beispiel die Wildorchideen, die je nach Art den Frühling und den Sommer über blühen, und die frühlingsblühenden Märzenbecher.

Im Frühling besser gar keine Blumen pflücken

Wildblumen sind für Insekten wichtige Nahrungsquellen. Gerade zum Winterende, wenn etwa die Hummelköniginnen nach der Winterruhe Hunger leiden, sind sie besonders wichtig. Daher rät der BUND, dann keine Blumen zu pflücken.

Wildblumenstrauß im Sommer ist OK

Im Frühling und Sommer sieht das anders aus, erklärt Wessel. «Die Probleme der Insektenwelt liegen woanders als beim Pflücken einzelner Blumen für den heimischen Wohnzimmertisch». Es sei daher vertretbar, bei einem Spaziergang einen Strauß Wildblumen zu pflücken.

Wildblumen im Zweifel lieber stehen lassen

Der Experte rät allerdings, dies nur dort zu tun, wo viele wachsen. Die Mehrheit der Blumen sollte man immer stehen lassen. Und wer nicht sicher erkennt, ob es sich um geschützten Arten handelt, dem rät Wessel: «Im Zweifel lieber stehen lassen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 30. Mai 2019

Mehr zum Thema