Mini-Orchideen: Klein, blühfreudig und pflegeleicht

Mini-Orchideen: Klein, blühfreudig und pflegeleicht

Die pflegeleichte Schmetterlingsorchidee - auch bekannt als Phalaenopsis - ist inzwischen allgegenwärtig. Doch jetzt tut sich was: Die Nachfrage nach kleinen Sorten steigt.

  • Schmetterlingsorchideen© dpa
    Die Schmetterlingsorchidee ist sehr vielfältig. Neben den Exemplaren mit den weißen Blüten sind aktuell rosafarbene Varianten angesagt.
  • Gelbe Blüte mit roten Punkten© dpa
    Gepunktete Blüten und dazu die Farbe Gelb: Zwei Trends bei den Schmetterlingsorchideen, die auch unter dem Namen Phalaenopsis bekannt sind.
  • Weiße Schmetterlingsorchidee© dpa
    Der Name der Schmetterlingsorchidee geht vermutlich auf die Blütenform zurück: Entfernt betrachtet wirkt es, als würden sich auf dem Stängel Insekten mit schön geformten Flügeln tummeln.
  • Rosafarbene Phalaenopsis© dpa
    Beliebt sind aktuell rosafarbene Exemplare der Schmetterlingsorchidee.
  • Gestreiftes Muster© dpa
    Phalaenopsis-Blüten können vielfältige Muster tragen, zum Beispiel Streifen.
Pflanzen verändern sich. Durch Züchtungen entstehen auch immer wieder neue Varianten. Dazu kommt der Zeitgeist: Fand man gestern noch das toll, kommt heute das andere gut an. Das trifft sogar eine sehr beliebte Zimmerpflanze: die Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis).
Hier gibt es eine deutliche Nachfragesteigerung bei kleinwüchsigen Formen, berichtet Stefan Schneckenburger, Direktor und wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens der Technischen Universität Darmstadt. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten «Office Orchids». Sie werden nur 15 bis 20 Zentimeter hoch, haben bis zu drei Blütenstände, und daran bilden sich viele Blüten. Sie sind so über mehrere Monate hinweg dekorativ, erklärt Schneckenburger.

Office Orchids auf Zweigen arrangieren

Mit den kleinen Orchideen kann man sich kreativer austoben als mit den größeren Exemplaren - und sie zum Beispiel ohne Erde kultivieren. «Vielfach sind Phalaenopsis Epiphyten», erklärt Schneckenburger. Die Pflanzen wachsen nicht in der Erde, sondern halten sich mit ihren Wurzeln auf den Zweigen von Bäumen. «Gerade die kleinbleibenden Hybriden laden dazu ein, dass man sie von dem Substrat befreit und dann wie Epiphyten auf dekorative Zweige aufbindet», sagt die Floristmeisterin Ute Kersting aus Dortmund.
Sie rät, zwei bis drei Gruppen auf einem Zweig zu arrangieren statt mehrere Pflanzen darüber zu verteilen. Zwischen die Pflanzen und das Holz kommt etwas Moos, das in der Lage ist, Feuchtigkeit zu speichern und an die Luft abzugeben - das sorgt für ausreichende Luftfeuchtigkeit um die kleinen Orchideen.

Farbtrends und ungewöhnliche Kreuzungen

Aber auch von Farbtrends berichten die Experten. Neben den stets beliebten reinweiß blühenden Pflanzen seien aktuell rosa- und gelbblühende Hybriden im Trend, sagt Schneckenburger. Auch Blüten mit Streifen und Punkten seien gefragt.
Die Schmetterlingsorchideen gehören einer sehr vielfältigen Gattung an, die lange Zeit durch Züchtungen erweitert wurde. Heute sind im Handel nur noch sogenannte Hybriden erhältlich - also Kreuzungen zweier Varianten, in denen die besten Eigenschaften beider Seiten bewusst hervorgebracht werden. Die Phalaenopsis hat sich insbesondere für diese Variationen angeboten: «Die einzelnen Arten lassen sich leicht miteinander kreuzen», erklärt Schneckenburger. Und die Phalaenopsis lassen sich sogar mit anderen Gattungen kreuzen, laut dem Experten kommen dafür 30 andere Orchideen in Frage.

Wärme und Feuchtigkeit: Orchideen richtig pflegen

Das Ergebnis sind Zimmerpflanzen mit ungewöhnlichen und exotisch wirkenden Blüten, die warmes Raumklima vertragen und tolerant gegenüber Trockenheit sind. Auch deswegen gelten Phalaenopsis unter den Orchideen als gute und pflegeleichte Anfänger-Pflanzen.
Wichtig für Laien wie auch für begeisterte Hobbygärtner ist das Wissen um die richtige Versorgung der Orchideen mit Wasser. Denn sie nehmen anders als viele andere Pflanzen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Gelangen die Wurzeln länger in Wasser, etwa durch aufgestautes Gießwasser im Topf, sind Schäden möglich. Daher sollte man bei Topf-Orchideen die Wurzeln auch aus dem Gefäß wachsen lassen.

Substrat alle zwei bis drei Tage austauschen

Und Hobbygärtner sollten passendes Orchideensubstrat wählen, das im Vergleich zu einer normalen Blumenerde relativ grob gekörnt ist und häufig vor allem Rindenstücke enthält. Alle zwei bis drei Jahre wird es idealerweise ausgetauscht. Darüber hinaus bietet es sich an, spezielle Orchideentöpfe zu verwenden, in denen der Pflanztopf etwas erhöht über dem eigentlichen Gefäßboden hängt. Alternativ rät Schneckenburger, in den Übertopf eine Schicht Kies zu geben, um Staunässe zu verhindern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 17. Dezember 2018

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