Chrysanthemen: Blühwunder für den Spätsommer

Chrysanthemen: Blühwunder für den Spätsommer

Chrysanthemen erblühen im Spätsommer und Herbst im Garten und auf dem Balkon. Ist die Blüte nicht so prächtig, liegt es meist am Standort und an der Pflege.

  • Blühende Chrysanthemen© dpa
    Bereits blühende Chrysanthemen lassen sich auch im September noch setzen, aber sie werden vermutlich nicht auf Dauer erhalten bleiben. Ihre Wurzeln können sich nicht mehr ausreichend verzweigen, bevor der Winter kommt.
  • Spät blühende Chrysanthemen© dpa
    Damit auch die spät erblühenden Sorten noch prächtig gedeihen, sollte man sie an einen nicht exponierten Standort setzen.
  • Weiß blühende Chrysanthemen© dpa
    Die so reichblühenden Chrysanthemen können instabil werden. Die Stauden werden daher am besten abgestützt.
  • Zarte Chrysanthemen-Blüten© dpa
    Chrysanthemen reagieren empfindlich auf Staunässe. Lehmige Böden müsen daher aufgelockert werden.
Chrysanthemen kennt jeder. Das sind diese wunderschönen Blüten, die den Sommer und die blütenreiche Zeit im Garten scheinbar nicht loslassen wollen und bis weit in den November hineintragen. Auch bei jedem Floristen findet man die farbenfrohen Blüten daher im Spätsommer und Herbst. Sie halten sich sogar gut und gerne drei Wochen in der Vase, erklärt Jürgen von den Driesch, Gärtnermeister in Isselburg-Anholt (NRW). Wenn die Pflanzen gerade nicht so prachtvoll blühen wie sie sollten, kann das zum Beispiel am Standort liegen. Was Hobbygärtner dafür wissen müssen.

Wann Chrysanthemen pflanzen?

Damit Chrysanthemen prächtig erblühen, sollte man sie möglichst im Frühjahr pflanzen. Wer bereits blühende Exemplare kauft, wird diese kaum lange im Beet halten können. Denn die Stauden können bis zum Winter nicht mehr ihre Wurzeln ausreichend ausbreiten und sind daher anfällig für winterliche Trockenheit und Frost.

Wenige Blüten - woran liegt's?

Etwa am Standort. Chrysanthemen reagieren empfindlich auf Staunässe, erläutert Staudengärtnerin und Gartenberaterin Ulla Hannecke aus Düsseldorf. Ihr Rat: «Lehmige Böden verbessert man mit Humusgaben in Form von Komposterde.» Das sollte man regelmäßig im Frühling machen, damit die Stauden gut versorgt in die neue Saison starten. Denn: «Chrysanthemen sind Nährstofffresser», so Hannecke. Auch ein gewisser Kalkanteil im Boden sei gut. Damit die sehr spät erblühenden Sorten noch gut gedeihen, sollte man vor allem sie an einen nicht exponierten Standort setzen. «Der Schutz von einer Mauer oder einem Gebäude ist ideal», so die Gärtnermeisterin.

Wo ist der beste Standort?

An einem Platz zwischen den Beetstauden und am Gehölzrand zum Beispiel. Für Hannecke ist die Nähe zu einem Blutahorn ideal, weil sich die farbenfrohen Chrysanthemen hier gemeinsam mit der Herbstfärbung der Blätter hervortun. Der Pflanzabstand sollte aber nicht zu knapp bemessen werden. «Meist legen sich die Stängel leicht nach vorne über, und wenn man zwischen den einzelnen Exemplaren 40 bis 50 Zentimeter frei lässt, können sie sich gut entwickeln», rät die Staudengärtnerin.

Chrysanthemen kippen um - was tun?

«Wenn die Stauden im Hochsommer drohen umzukippen, kann man sie mit Reisig abstützen», empfiehlt Hannecke. Alternativ kann man die Pflanzen im Frühsommer etwas zurückschneiden, was letztlich zu einem stabileren Wuchs der krautigen Büsche führt.

Welche Sorten sind winterhart?

Die Sortenvielfalt der winterharten Chrysanthemen ist groß. Beachten sollte man aber beim Kauf die großen Unterschiede in der Robustheit, vor allem bei den spätblühenden Sorten. 'Apollo' ist eine ungefüllte, orangefarbene Sorte, die die Staudengärtnerin Hannecke genauso empfiehlt, wie die violett blühende Sorte 'Hebe'. Die späten Sorten 'Weiße Nebelrose' und 'Granatapfel' brauchen unbedingt den erwähnten geschützten Standort, um ihre späte Pracht entfalten zu können.

Was ist beim Kauf im Topf wichtig?

Daneben gibt es für den Herbst Topf-Chrysanthemen im Handel. Gärtnermeister Jürgen von den Driesch empfiehlt, die Pflanzen dann zu kaufen, wenn sie noch möglichst viele Knospen haben. «Dann hat man länger Spaß und Freude, wenn die Knospen sich nacheinander öffnen.» Ein bisschen Farbe sollten die Knospen allerdings schon zeigen, damit man sicher sein kann, dass sie sich überhaupt öffnen, so sein Tipp.

Topf-Chrysanthemen pflegen

An wichtigsten sind regelmäßige Wassergaben. «Die Topf-Chrysanthemen dürfen nicht trocken werden», betont von den Driesch. Das ist insofern wichtig, da man im regenreicheren Herbst häufig nicht an das regelmäßige Gießen denkt. Aber wenn die Blätter und Blüten erst einmal schlapp geworden sind, halten sich die Pflanzen nicht mehr so gut. Der Gärtnermeister rät außerdem, die verblühten Hauptknospen frühzeitig auszuknipsen. «So können sich die darunter heranreifenden Nebenknospen ungestört und prachtvoll entwickeln.»

Wann die Stauden zurückschneiden?

«Erst am Ausgang des Winters sollten die Büsche der Chrysanthemen zurückgeschnitten werden», erklärt Hannecke. So bildet das Astgerüst noch einen Winterschutz für den Wurzelstock. «Wenn die Stauden von unten wieder durchtreiben, ist der Zeitpunkt für den Schnitt ideal.»

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 6. September 2019