Diese Pflanzen vertragen Trockenheit

Diese Pflanzen vertragen Trockenheit

An heißen Tagen brauchen Pflanzen viel Wasser. Doch es geht auch anders: mit trockenheitstoleranten Pflanzen. Die schönsten Trockenkünstler im Überblick.

  • Goldgarbe© dpa
    Ein schönes Gerüst für ein trockenheitstolerantes Beet bietet die Goldgarbe.
  • Prachtkerze© dpa
    Die Prachtkerze kommt gut mit Trockenheit zurecht.
  • Lavendel© dpa
    Der Lavendel hat viele Vorteile: Er hält Trockenheit aus, hat eine lange Blütezeit und bietet Insekten Nahrung.
  • Zypressen-Wolfsmilch© dpa
    Die Zypressen-Wolfsmilch ist ein Bodendecker, der Trockenheit toleriert.
  • Holunder© dpa
    Längere Durststrecken überstehen viele Nutzpflanzen gut, etwa der Holunder.
  • Fetthenne© dpa
    Die Fetthenne gehört zu den Sukkulenten und kann viel Wasser in ihren Blätter speichern.
Vielen Pflanzen geht es im Sommer nicht gut. Sie verdunsten bei Dürre zu viel Feuchtigkeit, können aber nicht ausreichend aus dem Boden holen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe sogenannter trockenheitstoleranter Pflanzen. Sie ersparen Hobbygärtnern an den wirklich heißen Tagen durchaus etwas Mühe.
Eigentlich sind diese Pflanzen etwas für Trockenstandorte - also Gärten mit sehr sandigen Böden, die Wasser gut durchsickern lassen. Aber im Prinzip können sie in jedem Gartenboden gedeihen, am besten ist aber dann eine sonnige bis vollsonnige Lage.

Trockenkünstler im Handel erkennen

Und einige der trockenheitstoleranten Pflanzen vertragen auf Dauer keine Staunässe. Das heißt, sehr feuchte bis lehmige Böden müssten Hobbygärtner dann mit einer Drainage versehen oder den Boden mit Splitt, Sand, Lava oder ähnlichem vermischen.
Die Pflanzen, die gut mit Trockenheit klarkommen, können Hobbygärtner im Gartenhandel anhand einiger Informationen gut ausmachen: Sie sollten an ihrem natürlichen Standort in vollsonniger Lage wachsen. «Also zum Beispiel Südhänge oder sommertrockene Blumenwiesen», erklärt Michael Moll vom Bund deutscher Staudengärtner.

Stauden, die gut mit Trockenheit klarkommen

Der Handel bietet ausgesuchte Mischungen für ganze Beete. Man kann sie kombiniert kaufen oder aber die Liste als Vorlage für eine eigene Beet-Mischung nehmen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn größere Flächen befüllt werden sollen, bestimmt farbliche Schwerpunkte gewünscht sind oder einige Sorten einfach nicht gefallen.
Eine Mulchschicht aus grobem Kies verhindert nach der Pflanzung der Stauden, die unter der auch einige Bodendecker sind, zusätzlich die Ansiedlung von Wildkräutern. Für trockene Standorte empfiehlt der Bund deutscher Staudengärtner die Mischung «Silbersommer». Sie besteht aus den verschiedenen Stauden mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Trockenresistente Stauden:

  • Goldgarbe (Achillea filipendulina)
  • Seidenhaar-Königskerze (Verbascum bombyciferum)
  • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium)
  • Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
  • Rote Witwenblume (Knautia macedonica)
  • Großer Ehrenpreis (Veronica teucrium)
  • Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca)
  • Blauer Stauden-Lein (Linum perenne)
  • Steinquendel (Calamintha)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
  • Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii)

Blumen und Gräser, die wenig Wasser brauchen

Auch viele Blumen und Gräser eignen sich für solche Pflanzungen. Im Handel werden trockenheitstolerante Pflanzen dieser Gruppe oft explizit für den Steingarten oder für Freiflächen angepriesen. Gut mit der Trockenheit kommen auch mediterrane Kräuter klar. Sie bereichern den heimischen Küchenplan und haben eine lange Blütezeit. Letzteres ist nicht nur schön, sondern auch ökologisch wertvoll, da die Blüten für Bienen und andere Insekten Nahrungsquelle sind.
«Trockenheitstolerante Blumen und Gräser sind häufig an ihren sukkulenten - also verdickten - Blättern zu erkennen, die der Wasserspeicherung dienen», erläutert Olaf Beier, Vorsitzender des Bundesverbandes der Einzelhandelsgärtner in Berlin. «Aber auch sehr dünne und feine Blätter wie zum Beispiel bei Gräsern sind oft ein Zeichen für eine Toleranz gegenüber Trockenheit.»

Trockenresistente Gräser & Kräuter

  • Flausch-Federgras (Stipa pennata)
  • Blaues Schillergras (Koeleria glauca)
  • Seggen (Carex)
  • Schwingel (Festuca)
  • Thymian (Thymus)
  • Lavendel (Lavandula)

Gehölze, die Durststrecken überstehen

Ganz gleich ob als Hecke oder Solitärgehölz, nur bestimmte Sträucher und Bäume überstehen auch längere Durststrecken schadlos. «Bei den Gehölzen sind grundsätzlich Pflanzen aus dem Wildbereich tolerant gegenüber Trockenheit», erklärt Oliver Fink, Vorsitzender des Verbands der GartenBaumschulen. «Oftmals sind das Gehölze, die auch im urbanen Bereich gut gedeihen.»

Trockenresistente Bäume & Sträucher

  • Ginster (Genista)
  • Sommerflieder (Buddleja)
  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Ahorn (Acer)
  • Feldahorn (Acer campestre)
  • Tamariske (Tamarix)
  • Ölweide (Elaeagnus)
  • Hasel (Corylus)
  • Holunder (Sambucus)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides)
  • Kiefern (Pinus)
  • Schmetterlingsflieder (Buddleja alternifolia 'Unique')

Trockenkünstler im Kübel ziehen

Wachsen die Trockenkünstler in einem Gefäß, sieht die Drainage gegen Staunässe am besten so aus: Unten in das Gefäß kommt zunächst eine Schicht Blähton, darüber ein Vlies, und erst am Ende folgt die Erde. Das Vlies verhindert, dass die Erde in den Blähton rutscht und dort bei Staunässe fault.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 9. August 2018