Rhabarber im Garten anbauen

Rhabarber im Garten anbauen

Wer ein paar Grundregeln beachtet, kann mit wenig Aufwand mehrere Kilo Rhabarber aus dem eigenen Garten ernten. Tipps zu Pflege, Ernte und Sorten.

  • Rhabarber© dpa
    Rhabarber schmeckt auf dem Kuchen und im Kompott. Die sauren Stangen werden am besten aus dem Boden gedreht.
  • Im Garten© dpa
    Rhabarberpflanzen sind eigentlich robust, einen sonnigen Standort und nährstoffreichen Boden brauchen sie aber doch.
  • Erntezeit© dpa
    Während der Erntezeit von Ende März bis zum 24. Juni braucht der Rhabarber einen feuchten Boden.
Rhabarber gilt als besonders dankbares Gemüse: Schon mit wenig Aufwand lassen sich hohe Erträge erzielen. Eine Ernte von mehreren Kilo pro Staude sind keine Seltenheit. Die sauren Stangen, die viele für Obst halten, schmecken zum Beispiel lecker auf Kuchen, als Kompott oder in herzhaften Gerichte. Das müssen Hobbygärtner zum Anbau im eigenen Garten wissen:

Wann ist Rhabarber erntereif?

«Rhabarber reift in dem Sinne nicht», erklärt Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Je jünger die Stiele sind, desto weicher und zarter sind sie. Normalerweise werden sie geerntet, wenn sie zwischen 30 und 50 Zentimetern lang sind und ihr Durchmesser 2 bis 5 Zentimeter beträgt. Ein Indikator für den richtigen Zeitpunkt ist das Blatt an der Stange: Ist es ausgebreitet, ist die Stange erntereif. Die Blätter sind nicht mehr wellig, sondern fast oder ganz glatt.

Wie ernte ich die Stangen richtig?

Erntereifen Rhabarber schneidet man besser nicht ab, sondern dreht ihn Stange für Stange mit einem seitlichen Ruck aus dem Boden. Über die Schnittstelle könne der Wurzelstock sonst faulen, warnt Muß. Anschließend werden die Blätter mit einem Messer vom Stiel getrennt. Angelika Feiner vom Landesverband Bayerischer Kleingärtner wirft die Blätter nicht auf den Kompost. Sie legt sie als Mulchschicht unter die Staude. Das bewahrt den Boden vor dem Austrocknen. Denn in der Erntezeit benötigt Rhabarber feuchten Boden.
Hobbygärtner sollten nicht zu viele Rhabarberstiele auf einmal abdrehen - das schwächt die Pflanze. «Die Hälfte der Stiele sollte stets stehen bleiben», rät Martin Breidbach, Bundesgartenberater beim Verband Wohneigentum. Wer es sich leisten kann, lässt sogar zwei Drittel der Staude stehen.

Wie hoch ist der Ertrag im Schnitt?

Die Größe der Ernte hängt von mehreren Faktoren ab - etwa von ihrem Alter und ihrem Standort. «Es gibt Stauden, die zweimal pro Woche abgeerntet werden können, andere seltener», sagt Feiner. Fünf bis acht Kilogramm Rhabarber - das ist der Ertrag einer ausgewachsenen Staude, kalkuliert Breidbach.
Sorten mit grünen Stielen schmecken etwas saurer, bringen aber laut Feiner mehr Ertrag als rote Sorten wie Erdbeerrhabarber oder Himbeerrhabarber. Bekömmlicher seien die roten Sorten, sagt die Gartenbauwissenschaftlerin. Sie enthalten weniger Säure. Eine bekannte rote Sorte ist 'Holsteiner Blut'.

Welche Pflege braucht die Staude?

Wer seine Rhaberber-Ausbeute steigern möchte, sollte verhindern, dass die Staude in der Erntezeit blüht. «Stiele mit Blütenansatz sollte man bis in den Juni hinein schnell herausdrehen», rät Feiner. Sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Blüten statt in neue Blatttriebe. Dadurch wachsen weniger Stiele zum Ernten heran.
Zwar braucht er in der Zeit viele Nährstoffe. Gedüngt werden muss die Staude während der Erntephase aber nicht. In längeren Trockenperioden sollten Hobbygärtner den Rhabarber jedoch gießen. Schädlinge machen ihm in aller Regel keine Probleme. «Er ist eine robuste Pflanze», sagt Muß. Höchstens der eine oder andere Pilz könnte eine Staude befallen, gerade bei offenen Wunden - etwa wenn Hobbygärtner doch mal einen Stiel abgeschnitten haben.

Bis wann Rhabarber ernten?

Traditionell endet die Erntezeit am 24. Juni, dem Johannistag. Und zwar aus zwei Gründen: Zum einen steigere sich der Oxalsäure-Gehalt in der Staude über den Sommer hinweg, erklärt Muß. Im Körper kann sie in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen. Gerade Menschen mit Nierenerkrankungen müssen sich davor in Acht nehmen, betont der Experte. Oxalsäure kann die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Zum anderen braucht die Staude noch einige Zeit vor Saisonende Ruhe, um Kräfte für den Winter sammeln.
Ende Juni bekommt die Rhabarberstaude Breidbach zufolge noch mal einen Wachstumsschub. Um diesen zu fördern, kann man etwas organischen Dünger zugeben, erklärt er. Empfehlenswert seien Hornspäne. Weitere Zuwendung braucht der Rhabarber dann erst mal nicht.

Wie schütze ich die Staude vor Frost?

Im Herbst sterben Blätter und Stiele ab, die Nährstoffe ziehen in den Wurzelstock ein. Hobbygärtner sollten die Staude nach der Erntezeit also nicht mehr beschneiden, auch wenn das wilde Aussehen vielleicht nicht jedem gefällt. «Alles, was ich vom Grünen raube, gelangt nicht in die Wurzel», sagt Breidbach. Welke, braune Blätter, die lose auf dem Boden liegen, können vom Beet entfernt und im Hausmüll entsorgt werden.
Die Pflanze überlebt die kalten Monate wie die meisten Stauden unter der Erde. Um den Wurzelstock vor Frostschäden zu schützen, rät Breidbach, ihn im Herbst mit Kompost oder Pferdemist zu bedecken. Im Frühjahr treibt die Pflanze wieder aus. Je nach Witterung sollten Hobbygärtner die Staude im Februar oder März mit feuchtem Kompost düngen, rät Feiner. Pro Quadratmeter etwa zwei Liter nehmen.

Rhabarber durch Ableger vermehren

Der Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze, aber auch er lebt nicht ewig. «Wenn die Pflanze ausgelaugt ist, werden die Stängel immer dünner», sagt Muß. Dann sei es langsam Zeit, die Pflanze auszutauschen. Alte Stauden können Hobbygärtner aber auch teilen und dadurch kräftigere Jungpflanzen heranziehen. Dafür trennen sie im Herbst ein rund 500 Gramm schweres Stück des Wurzelstocks ab und pflanzen es an anderer Stelle im Garten ein, erläutert Feiner. Der Vorteil dieser Vermehrung: Man erhält eine sortengleiche Staude.
Auch Muß rät, die neue Rhabarber-Staude niemals an gleicher Stelle zu pflanzen. Diese Regel gilt für viele Gewächse. Für den Rhabarber greift sie besonders, da er den Boden stark auszehrt. Zurückgebliebene, verrottete Wurzelreste der alten Pflanze könnten zudem das Gedeihen der neuen Staude verhindern.

Wie viel Platz braucht die Staude?

Im Garten benötigt eine Rhabarber-Staude rund einen Quadratmeter Platz, schätzt Feiner. Sie mag sonnige Standorte und braucht einen nährstoff- und humusreichen Boden. Muß empfiehlt, die Pflanzstelle mit Kompost und Mistgaben vorzubereiten. In den ersten zwei Jahren sollten Hobbygärtner auf das Ernten verzichten, damit der Pflanze mehr Kraft bleibt für ihre Entwicklung.
Bundesdruckerei_500x400px.jpg
© Bundesdruckerei GmbH

Werden Sie jetzt Antwortgeber!

Wir begeistern uns für digitale Daten und sichere Identitäten. Sie auch? Dann bewerben Sie sich jetzt bei uns im Team: bdr.de/karriere mehr

Rhabarber-Himbeer-Quarkkuchen
© dpa

Rhabarber-Himbeer-Quarkkuchen

Ein fruchtiger Frühlingskuchen mit Rhabarber, Himbeeren, einer leichten Vanille-Quark-Creme und einem Topping aus süßen Pistazien und Mandeln. mehr

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: 4. Juni 2019

Mehr zum Thema