Azalee: Die richtige Pflege für den Winterblüher

Azalee: Die richtige Pflege für den Winterblüher

Azaleen sind wahre Hingucker im tristen Winter. Bei guter Pflege kann die farbenfrohe Blühpflanze bis zu 30 Jahre alt werden. Worauf Hobbygärtner achten sollten.

  • Bei Azaleen auf Blüten achten© dpa
    Dicht mit Blüten überzogen sollten Azaleen sein - Hobbygärtner erkennen daran die Qualität der Pflanzen.
  • Azaleen richtig pflegen© dpa
    Azaleen lassen sich schön mit winterblühendem Jasmin und Efeu kombinieren.
  • Blühende Azalee© dpa
    Azaleen laufen im Winter zur Hochform auf. Sie blühen je nach Sorte zwischen September und April.
  • Indische Azaleen© dpa
    Auch die Indischen Azaleen (Rhododendron simsii 'Nanny') sind beliebte Zimmerpflanzen.
  • Blütenpracht im Garten© dpa
    Eine Blütenpracht im Garten: Im Sommer erblühen diverse Azalee-Züchtungen im Freien.
  • Mit Blüten© dpa
    Japanische Azaleen werden zwischen 50 und 130 Zentimeter hoch und sind im Frühjahr über und über mit Blüten besetzet. Hier bei handelt es sich um die Sorte 'Madame Albert van Hecke' (Rhododendron obtusum).
  • Azalee© dpa
    Die frühen Sorten der Japanischen Azalee öffnen ihre Knospen im März, den Höhepunkt erreicht die Blüte in den Monaten April und Mai.
Im Winter blüht relativ wenig: Die Topfazalee ist eine Ausnahme - vorausgesetzt sie steht in der Wohnung. Frühe Sorten gibt es schon ab August im Handel - in der Regel sind sie bis April erhältlich. Das erklärt der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE).
Wer eine Azalee kaufen möchte, achtet möglichst darauf, dass die Knospen gleichmäßig entwickelt sind und kerzenförmig aussehen. Die Hälfte der Knospen zeigt schon die Blütenfarbe, einige sind geöffnet. Die Blätter sollten frisch grün sein, der Wurzelballen feucht. Gut ist es, wenn der Topf ein paar Zentimeter über die Erde geht, damit beim Gießen nichts überschwappt.

Azaleen im Topf richtig pflegen

Bei der Pflege gilt: Die Azalee mag es schattig und feucht. Wer sie an einen kühlen, nicht zu sonnigen Platz stellt, hat länger etwas von den Blüten. Aber die Azalee kann auch im warmen Wohnzimmer stehen - nur sollte sie dann nachts an einen kühlen, aber frostfreien Ort umziehen. Gießen ist wichtig: Die Erde im Topf ist idealerweise immer feucht. Aber die Wurzel darf nicht im Wasser stehen.
Damit die Azalee im nächsten Jahr wieder blüht - denn Topfazaleen können bis zu 30 Jahre alt werden - entfernen Hobbygärtner Verblühtes. Wenn es ab etwa Mitte Mai keine Bodenfröste mehr gibt, darf die Topfpflanze auch nach draußen umziehen. Einmal wöchentlich düngt man die Azalee. Ab Oktober zieht sie an einen kühlen Standort, bis die ersten Blüten ihre Farbe zeigen, dann darf sie wieder ins Wohnzimmer umziehen.

Azaleen für den Garten

Azaleen blühen auch im Garten in vielen Farben. Eine passende Kombination verhindert ein buntes Durcheinander. Am besten werden Gartenazaleen daher während der Blüte ausgewählt, damit die Farben richtig eingeschätzt werden können. Geht das nicht, sollte unbedingt nach Sorten gewählt werden. Auf deren Farbgebung ist Verlass. In der Regel zeigt das Etikett sie klar und eindeutig. Die Sorte 'Feuerwerk' beispielsweise schmückt sich mit glühendroten, innen leicht orange geflammten Blüten. 'Goldtopas' trägt Reingelb mit orangefarbenem Fleck.
Sämlinge tragen dagegen meist nur pauschale Farbbezeichnungen wie Gelb, Orange, Weiß oder Rot. Ob die Farbe hell oder dunkel, sanft oder strahlend ausfällt, ob andersfarbige Muster und Flecken die Blüte schmücken: Das wird erst deutlich, wenn sie blühen. Besonders schwierig miteinander zu kombinieren sind die starken Orange- und Rottöne. Sie brauchen Weiß oder sanftes Gelb als Partner. Zum Rot passt auch helles Rosa.
Oftmals stehen die starken Farben aber am besten allein - vielleicht vor dem ruhigen Hintergrund immergrüner Gehölze oder vor einer dunklen Hauswand. Dort kommt dann auch die schöne Herbstfärbung der sommergrünen Azaleen gut zur Geltung. Von Orange bis Bronzerot schimmern ihre Blätter, bevor sie kahl in den Winter gehen.

Japanische Azalee oder Gartenazalee?

Die Gartenazalee ist im Gegensatz zur Japanischen Azalee leider nicht winterhart. Beide sehen sich jedoch zum Verwechseln ähnlich. Japanische Azaleen bilden typischerweise eine rundliche bis ausladende Krone, die zwischen 50 und 130 Zentimeter hoch wird, beschreibt Michael Werbeck, Vorstand der Stiftung Bremer Rhododendron-Park. Die dichten Kissen bedecken den Boden.
«Das Farbspektrum der Japanischen Azaleen ist sehr breitgefächert», erklärt Werbeck. Sie sind weiß, lachsfarben, rosa und pink. Die Blüten können aber auch intensiv rot oder violett ausfallen. Die frühen Sorten öffnen ihre Knospen im März, den Höhepunkt erreicht die Blüte in den Monaten April und Mai.

Standort und Pflege japanischer Azaleen

Die Sträucher eignen sich gut für kleine Gärten, den Friedhof und für angelegte Steingärten, findet Gerd Eiting, Gärtnermeister aus Bad Zwischenahn. Wichtig sind Standorte im Halbschatten und in der Sonne. «Je sonniger die Pflanzen stehen, desto besser ist der Blütenansatz», erklärt Eiting. In den Wintermonaten braucht diese Gruppe von Azaleen, die zu den Immergrünen gehört, einen geschützten Platz. Die Pflanzen sollten nicht an zugigen Standorten stehen und nicht in gefrorener Erde. Dort trocknen sie rascher aus. Der Boden sollte humos sein, «Am besten verwendet man eine Rhododendron-Erde», sagt Gärtnermeister Eiting.
Die wichtigste Pflegemaßnahme für Hobbygärtner ist das Gießen. In den Sommermonaten brauchen die Pflanzen dringend extra Wasser aus der Kanne. Gerade im vergangenen sehr trockenen Sommer sind viele Japanische Azaleen eingegangen. Das liegt unter anderem daran, dass laut Rhododendren-Experte Werbeck sich ihr Wurzelwerk dicht verzweigt nur in der oberen Erdschicht ausbreitet. Hier büßen sie bei Hitze besonders schnell ihren Wassergehalt ein.

Gartenazaleen werfen Laub ab

Gartenazaleen sind Pflanzen mit Verwechslungspotenzial. «Diese Hybriden zeichnen sich durch leuchtende Blütenfarben und große Einzelblüten aus», so Eiting. Spätestens im Herbst kann man sie aber von den immergrünen Japanischen Azaleen unterscheiden: Diese Sträucher werfen ihr Laub ab. Der Laubwurf hat auch seine Vorzüge: «Dadurch haben diese Azaleen im Herbst eine schöne Blattfärbung», sagt Eiting. Im Handel finden sich vornehmlich Knapp-Hill-Hybriden. Die meist offen bis trichterförmig wachsenden Sorten erreichen eine Höhe von bis zu zwei Metern. Sie sind in Deutschland winterhart. Die Leteum-Hybriden sind häufig gelb und tragen einen angenehmen Duft.
Japanische Azaleen und Gartenazaleen haben die gleichen Ansprüche an den Standort. Letztere sind laut Eiting sehr anfällig für Mehltau. Die Pilzkrankheit lässt das Laub sehr früh im Sommer fallen, so dass die Sträucher kahl werden. Das kränkelnde Laub schwächt im Laufe der Jahre die Gartenazaleen und senkt die Blühfreudigkeit dauerhaft. Züchter haben sich dem Problem zuletzt verstärkt angenommen. Das Ergebnis sind Neuzüchtungen mit den sogenannten Rustica-Hybriden. Diese haben einen schwächeren Wuchs und meist gefüllte Blüten.

Azaleen kommen ursprünglich aus Asien

Azaleen gehören zur Gattung der Rhododendren. Sie kommen ursprünglich aus Japan, China und Taiwan und wachsen dort an Standorten mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von etwa 15 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit.
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© dpa

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Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: 14. März 2019