Barbarazweige nach dem Schneiden ins Tiefkühlfach legen

Barbarazweige nach dem Schneiden ins Tiefkühlfach legen

Damit Barbarazweige bis Weihnachten erblühen, brauchen sie einen Kälteschock. Zur Not tut es auch das Tiefkühlfach. Welche Zweige geeignet sind und was hinter dem Brauch steckt.

Barbarazweige brauchen Kälteschock

© dpa

Die Zaubernuss bringt als Barbarazweig Vorfreude auf den Frühling in die Wohnung.

Barbarazweige werden am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, geschnitten und in eine Vase ins Haus geholt. 20 Tage später, an Heiligabend, sollten sie erblüht sein - als Symbol für die Geburt Christi. Außerdem sollen die Blüten Glück für das neue Jahr bringen.

Barbarazweige brauchen Frost zum Blühen

Dafür brauchen die Zweige aber erst einmal einen Kälteschock in Form von einigen Malen Frost vor dem Schneiden. Aber das gab es in diesem Winter noch nicht in allen Regionen. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz rät dann, die Zweige nach dem Schnitt für eine Nacht in die Gefriertruhe zu geben.

Barbarazweige nicht sofort in warmes Zimmer stellen

Danach - und natürlich falls die Zweige bereits den Winterschock im Garten hatten - kommen sie für ein paar Tage in ein kühles, aber frostfreies Zimmer. Erst danach folgt der Umzug in einen Raum mit normaler Zimmertemperatur. Dort sollten die Knospen nach und nach erblühen.

Frühlingsbeginn mit warmem Wasser vortäuschen

Beschleunigen lässt sich der Vorgang an der Heizung aber nicht. Dort vertrocknen die Zweige nur, betonen die Gartenexperten. Sie raten stattdessen, die Zweige nach dem Schnitt für mehrere Stunden in warmes Wasser zu stellen und ihnen so den Frühlingsbeginn vorzugaukeln. Die Gärtnerin Renate Dierks rät zu einem nicht zu warmen Standort in der Wohnung. Denn je kühler es die Zweige haben, desto länger hat man etwas von den Blüten.

Zweige mit dem Hammer bearbeiten?

Einer weitere Tipp lautet: Die Enden mit dem Hammer bearbeiten und verbreitern, um die Wasseraufnahme zu fördern. Das ist aber wenig sinnvoll, wie der Fachverband Deutscher Floristen erklärt. Die Stiele werden ja von dem Hammer zerstört. Und über die Verletzungen können verstärkt Bakterien eindringen. Dadurch verringert sich die Haltbarkeit der Zweige. Der Fachverband rät stattdessen, den Zweig mit einem scharfen Messer schräg anzuschneiden, ein doppeltes Kreuz mit dem Messer zu setzen oder das Stielende zu spalten. Das fördert die Aufnahmefähigkeit von Wasser.

Welche Zweige sind geeignet?

Klassischerweise nimmt man für den Barbara-Brauch Kirschzweige. Es eignen sich aber auch Zaubernuss, Winterjasmin, Kornelkirsche, Zierkirsche, Japanische Quitte, Goldregen, Ginster, Zierjohannisbeere sowie Schlehe, Zierpflaume, Mandelbaum, Forsythie, Weide und Hasel gut. Achten müssen Hobbygärtner darauf, dass sie Äste abschneiden, die Blütenknospen tragen. Man erkennt sie leicht, denn sie sind rundlich geformt und dicker als reine Blattknospen.

Ursprung des Barbara-Brauchs

Hinter dem Brauch steht eine Legende: Die Kaufmannstochter Barbara musste ins Gefängnis. Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid, den Barbara in ihrer Zelle ins Wasser stellte. Am Tag ihrer Hinrichtung öffneten sich die Blüten, so die Überlieferung.

Barbarazweige: Tradition aus dem 13. Jahrhundert

Belege für den Brauch, Barbarazweige zu schneiden, gab es bereits im 13. Jahrhundert. Damit sei diese Tradition älter als der Brauch, zu Weihnachten einen Nadelbaum im Haus aufzustellen und zu schmücken, erklärt Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid. Dies sei erst seit rund 400 Jahren üblich. Zunächst wurden neben den Barbarazweigen auch Tannenzweige in den Zimmern als Weihnachtsschmuck verwendet, dann folgte der Baum.

Barbarazweige bringen Glück im neuen Jahr

In manchen Regionen gelten die Zweige sogar als Orakel: So soll man in Niederösterreich Zettelchen mit Namen darauf an Kirschzweige hängen. Der Name an dem Zweig, der zuerst erblüht, wird im kommenden Jahr besonders mit Glück rechnen können, so die Überlieferung. Zwar werden die Barbarazweige traditionell am 4. Dezember geschnitten und aus dem Garten ins Haus geholt. Die sogenannte Treiberei bietet sich aber den ganzen Winter über an.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 1. Dezember 2017