Sonnenblumen müssen nicht immer gelb sein

Sonnenblumen müssen nicht immer gelb sein

Sonnenblumen lassen sich gut im Garten oder im Kübel pflanzen. Ihre Auswahl an Form und Farbe ist dabei riesig- doch sollten die Sonnenblumenkerne bei den Kübelpflanzen nicht verzehrt werden.

Sonnenblume

© dpa

Die gelbe Scheibe folgt der Sonne am Himmel: Morgens schaut der Blütenkopf einer jungen Sonnenblume nach Osten, abends nach Westen.

Kleine Kinder blicken zu ihr auf wie zu einem Riesen - aber auch viele Erwachsene verschwinden weit unter dem Kopf der Sonnenblume. Vögel lieben ihre Kerne, Gartenbesitzer die leuchtende Farbe ihrer Blütenkörbe - die nicht immer knallgelb sein müssen.

Sonnenblumen-Köpfe bewegen sich mit der Sonne

Wo die Sonnenblume großflächig angebaut wird, fällt eines sofort ins Auge: Ihre Blütenköpfe weisen stets in eine Richtung. Denn ihre Blätter, Knospen und die jungen Köpfe folgen dem Stand der Sonne- morgens sind sie also nach Osten ausgerichtet, abends nach Westen. Diese Erscheinung nennt man Heliotropismus. Sie wird durch Motorzellen im jungen Gewebe ermöglicht, wie Ulrike Bertram, Kustodin am Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth erläutert.

Aufbau des Blütenkorbs

Hunderte oder fast Tausende von winzigen Blüten bilden gemeinsam den scheibenförmigen Blütenstand einer Sonnenblume. Dieser Blütenkorb erhöht ihre optische Wirkung - das macht sie auch für ihre Bestäuber attraktiv.
Der Aufbau des Blütenkorbs ist komplex, wie Bertram beschreibt. Ganz außen sitzen die meist gelb gefärbten Rand- oder Zungenblüten, die als einzige der Blüten große Blütenblätter besitzen. Sie geben der Scheibe einen gezackten Rand, der an Zeichnungen einer Sonne mit Strahlen erinnert. In der Mitte sitzen die winzigen Röhrenblüten, auch Scheibenblüten genannt. Sie blühen vom Rand hin zur Mitte auf.

Herkunft der Sonnenblume

Sonnenblumen sind ursprünglich in Amerika beheimatet. Von dort ist bekannt, dass die südamerikanischen Inkas diese verehrt haben. Und die nordamerikanischen Indianer zählten Sonnenblumenkerne zu ihren wichtigen, weil haltbaren Lebensmitteln. Spanische Seefahrer brachten die Samen nach Europa.

Jede einzelne Blüte produziert einen Sonnenblumenkern

Heute sind rund 50 bis 60 Arten bekannt, welche meist ursprünglich aus der nordamerikanischen Prärie stammen, sagt Bertram. Als die Sonnenblume schlechthin gilt die einjährige Helianthus annuus, was ihr Name auch besagt. «Heli» steht für die Sonne, «anthus» für Blume und «annuus» bedeutet einjährig. Sie wird ausgesprochen groß, und jede einzelne Blüte des Blütenkorbes produziert eine Frucht, die nicht nur Vögel begehren: den Sonnenblumenkern. Botaniker nennen ihn laut Bertram eine «Achäne», eine Sonderform der Nussfrucht.

Auswahl an Form und Farb der Sonnenblume ist riesig

Die bekannteste Art neben der Helianthus annuus ist die Topinambur (Helianthus tuberosus), welche vor allem wegen ihrer essbaren, süßen und insulinhaltigen Wurzelknollen beliebt ist. Aus diesen wird auch Schnaps hergestellt. Daneben findet man eine riesige Auswahl an Formen und Farben: Neben einkörbigen Pflanzen findet man verzweigte, vielkörbige Sorten wie 'Vanille-Eis' oder solche mit runden, pompon- statt scheibenförmigen Köpfen wie den 'Gelben Knirps'.
Es gibt aber nicht nur Blütenkörbe mit gelben Zungenblüten. 'Velvet Queen', 'Claret' und 'Double Dandy' haben beispielsweise rote Zungenblüten, und 'Calypso' und 'Ruby Eclipse' bunte. Auch die scheibenförmigen Zentren können verschiedenste Farben haben: Gelb, Orange, Braun, Grün, Weiß und sogar Schwarz sind möglich.

Sonnenblumen als Gestaltungselement

Sonnenblumen sind wegen ihres hohen Wuchses großartige Gestaltungselemente. Mit ihnen könne man etwa Zäune, Wände oder den Komposthaufen kaschieren, rät Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Hierfür eignet sich besonders die bis zu fünf Meter hohe Helianthus annuus und die bis zu zwei Meter hohe Weidenblättrige Sonnenblume (Helianthus salicifolius).
Die Stauden-Sonnenblume braucht aber wegen ihrer Größe Halt durch Stäbe. Zwergsorten, wie etwa «Teddybär» mit einer Höhe von nur 40 Zentimetern eignen sich hingegen eher für die Beetbepflanzung.

Keime von Sonnenblumen für die Kübelbepflanzung nicht essen

Auch für die Kübelbepflanzung wurden mittlerweile eigens Varianten gezüchtet. Doch vor dem Verzehr der Keime dieser kurzwüchsigen Sonnenblumen warnen die Experten. Diese seien meist normale Sonnenblumen wie die Helianthus annuus, die durch Wachstumsregulator-Hormone künstlich auf einer Höhe von nur etwa 30 Zentimetern gehalten werden, erläutert Wagner.

Sonnenblumenkerne ernten und lagern

Die Sonnenblumenkerne enthalten grundsätzlich aber nahrhafte und gesunde Öle, die in der Küche Verwendung finden. Das an zweifach ungesättigter Linolsäure reiche Öl enthält Vitamin E und Magnesium, erläutert Bertram.
Wer die leckeren Samen ernten möchte, sollte rechtzeitig vor der Reife ein Tülltuch oder ein Netz um die Blütenkörbe binden, damit die Vögel einem nicht zuvorkommen, meint Wagner. Die Samen können auch im nächsten Jahr ausgesät werden, wenn sie zuvor kühl und trocken gelagert wurden.

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| Aktualisierung: 22. März 2012