Crocosmia: Liliengewächs mit gewissen Ansprüchen

Crocosmia: Liliengewächs mit gewissen Ansprüchen

Damit die Crocosmia bzw. Montbretie auf dem Balkon oder im Garten gut gedeiht, muss man ein paar Dinge beim Pflanzen beachten.

  • Knospen der Montbretie© dpa
    Die einzelnen Knospen der Crocosmia öffnen sich nacheinander - das ergibt die lange Blütezeit.
  • Lucifer© dpa
    Leuchtend Rot erblüht die Montbretien-Sorte 'Lucifer'. Sie gilt als Klassiker.
  • In warmen Orange- und Rottönen© dpa
    Die Montbretie erblüht bis in den Herbst hinein in warmen Orange- und Rottönen.
  • Farbenpracht© dpa
    Die roten Blüten der Montbretie lassen sich gut mit Pflanzen in den Farbtönen Orange und Gelb, aber auch mit Rosatönen kombinieren.
  • Geschlossene Knospen© dpa
    Die Montbretie öffnet ihre Knospen erst im Spätsommer - und erhält ihre Blüte bis in den September, manchmal sogar Oktober.
  • Pflanzzeit für die Crocosmia© dpa
    Die Crocosmia trägt bis in den Spätsommer hinein rote, orange oder gelbe Blütensterne.
Schönheitsköniginnen gelten oftmals als Diven, die verwöhnt werden wollen. Das ist bei dem Liliengewächs Crocosmia - weithin auch als Montbretie bekannt - nicht anders.

Crocosmia wird im April gepflanzt

Die Crocosmia brauche ein wärmendes Kleid im Winter, viel Sonne und ja keine Staunässe, sagte Anke Bührmann vom Informationsbüro für Zwiebelblumen. Und sie müssen zum richtigen Zeitpunkt gepflanzt werden. Die Zwiebeln der Crocosmia müssen im April frisch - oder aus dem Winterquartier kommend - in die Erde. Alternativ können die Knollen im Herbst gesetzt werden.
«Wer im Herbst pflanzt, sollte jedoch beachten, dass die Knollen im Winter gerne von Mäusen weggefressen werden», erklärt André Stade, Staudengärtner aus Borken (Nordrhein-Westfalen). Stade empfiehlt die Knollen mindestens 10 und idealerweise 15 Zentimeter tief in den Boden zu geben. Pflanzt man sie in Gruppen, sind rund 10 bis 15 Zentimeter der ideale Pflanzabstand. Auch eine Rhizomsperre kann sinnvoll sein. Denn fühlen sich die Stauden wohl und bleiben im Winter im Boden, wachsen sie von Jahr zu Jahr in die Breite. Die Crocosmia steht wie viele Zwiebelblumen gerne in lockerem, humosen Boden.

Monbretie für Garten, Balkon oder Vase

Aus den Knollen entwickeln sich - wie für Liliengewächse typisch - schwertähnliche Blätter, die straff aufrecht wachsen. Die ursprünglich aus Südafrika stammende Montbretie trägt den Titel zu Recht: Eine Vielzahl an Blüten in leuchtendem Rot, in warmem Orange oder in kräftigem Gelb wiegen an langen Stielen. «Das Schöne an ihr ist auch, dass sich ihre Blüten nacheinander öffnen - so hat man recht lange etwas davon», erläutert Bührmann.
Sie blüht von Juli bis September. Manchmal hält die Blüte sogar bis Oktober an. Dünger während der Blütezeit im Sommer sorgt für eine reiche Blüte im nächsten Jahr. Die Crocosmia ist besonders vielseitig. «Sie ist eine schöne Gartenpflanze, die aber auch im Kübel auf dem Balkon wachsen kann. Außerdem ist sie eine langlebige Schnittblume,» erklärt Bührmann. Ihr Name geht auf das griechische Wort «krokos» für Safran zurück, denn ihre Blätter verströmen beim Zerreiben Safranduft.

Standort der Crocosmia sollte windgeschützt sein

Damit sie gut gedeiht, muss man ein paar ihrer Ansprüche erfüllen, betont die Diplom-Gartenbauingenieurin. Ihre Triebe bräuchten einen windgeschützten Ort. «Sie wird schon 70 bis 80 Zentimeter hoch. Auf dem Balkon bietet es sich an, die Bepflanzung in Stufen zu gestalten und die große Crocosmia eher nach hinten zu stellen.» Im Garten würde die Expertin sie in Gruppen setzen, im Staudenbeet zwischen Gräser.
Zwar mag es die Pflanze im Sommer gerne feucht, allerdings sollte sich das Wasser nicht stauen, rät Bührmann. «Sie sollte auf dem Balkon daher in einem Gefäß mit vielen Wasserabzugslöchern und in keiner Schale stehen, in der sich das Wasser sammelt.»

Montbretie mit anderen Pflanzen kombinieren

Mit den Montbretien lässt sich auf vielfältige Weise ein Beet gestalten. Brigitte Röde aus Köln kombiniert die Knollenpflanzen gerne mit Pflanzen, die einen ähnlichen Wuchs haben. «Das sind beispielsweise Gräser wie das Japan-Waldgras, das Lampenputzergras und das Japanische Blutgras», zählt die Landschaftsarchitektin auf.
Auch weißblühende Prachtkerzen und wiesenartige Stauden mit feinen Blüten wie Frauenmantel und Storchschnabel passen gut zu den roten Rispen der Montbretie. «Farblich passende Pflanzen wie Fackellilien und Steppenkerzen sind ebenfalls reizvolle Partner», findet Röde. «Am Teichrand passen Ligularien sehr gut zu den Montbretien», ergänzt Stade. Werden die Pflanzen mit Farnen kombiniert, ergibt sich ein elegantes Bild von orangeroten Blütenrispen zwischen grünen Wedeln.

Farbkombinationen und Sorten

Da rote Montbretie-Blüten sich in den Vordergrund rücken, kombiniert Röde die Pflanzen gerne mit Exemplaren in anderen Farben: «Mit Gelb und Blau zusammen wirkt es eher wiesenartig, mit gelben und orangefarbenen Blüten und dunkelrotem Laub sehr modern.» Die Kombination mit Weiß und Rosa sei fröhlich und entspannt.
Am liebsten aber setzt Röde Montbretien mit ihresgleichen in ein Beet - von Gelb über Orange zu Rot. Für Rot sorgt etwa die Sorte 'Lucifer', die für Stade ein Klassiker ist. Gelb erblühen 'John Boots' und 'Columbus'. Orange mit einem roten Auge ist 'Emily McKenzie'. Diese drei Sorten werden ebenso wie die braunorange Variation 'Babylon' nur 60 bis 80 Zentimeter hoch.

Montbretie gehört ab Herbst ins Winterquartier

Die Pflanze ist leider nicht völlig winterhart: «In wärmeren Regionen, etwa in Weinbaugebieten, kann sie in der Erde bleiben, wenn man sie abdeckt», so Anke Bührmann. Anderswo sollte sie im Spätherbst aus der Erde geholt werden. «Beim Ausgraben wird - anders als bei vielen Blumenzwiebeln - nicht die Erde von den Wurzeln abgeschüttelt.» Auch auf dem Balkon sollte sie nicht stehen bleiben: «Im Gefäß haben wir das Problem, dass die Kälte von den Seiten einwirken kann.» Wenn sie in einen Topf gepflanzt wurde, kann sie im Gefäß bleiben und am besten so ins Winterquartier umziehen.
Bundesdruckerei_500x400px.jpg
© Bundesdruckerei GmbH

Werden Sie jetzt Antwortgeber!

Wir begeistern uns für digitale Daten und sichere Identitäten. Sie auch? Dann bewerben Sie sich jetzt bei uns im Team: bdr.de/karriere mehr

Fotostrecken:

Beliebte Blumen für Balkon und Terrasse

  • Blumen auf Balkon und Terrasse© dpa
    Blumen auf Balkon und Terrasse
  • Bepflanzen von Balkonkästen© dpa
    Bepflanzen von Balkonkästen
  • Krokus© dpa
    Krokus

Orchideen: Diven auf der Fensterbank

  • Orchidee Phalaenopsis© dpa
    Orchidee Phalaenopsis
  • Orchidee Phalaenopsis© dpa
    Orchidee Phalaenopsis
  • Orchidee auf Fensterbank© dpa
    Orchidee auf Fensterbank

Gemüse und Obst auf dem Balkon anbauen

  • Setzlinge© dpa
    Setzlinge
  • Tomaten© dpa
    Tomaten
  • Zucchini© dpa
    Zucchini

Quelle: dpa/Berlin.de

| Aktualisierung: 17. August 2017