Orchideen für lange Blüte richtig pflegen

Die Orchidee weiß, was sie will: Viel Licht, aber keine direkte Sonne. Viel Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Die Diva auf der Fensterbank erwartet mehr als gießen und düngen.
Orchidee Phalaenopsis
Die Phalaenopsis ist eine rubuste Orchideenart, die das ganze Jahr über im Wohnzimmer kultiviert werden kann. © dpa

Orchideen wirken kostbar und exquisit, dabei sind sie längst erschwinglich und zudem robust geworden. Im Herbst und Frühjahr haben die meisten von ihnen ihren ganz großen Auftritt auf der Fensterbank: Während der Blütezeit zeigen sie sich in den schillerndsten Farben: Am verbreitetsten sind wohl weiße Orchideen, es gibt sie aber auch in leuchtendem pink, zartem rosa, strahlendem gelb oder kräftigem violett. Am seltensten ist die Farbe Blau. Mit viel Geduld und ein wenig Glück kann die Pflanze nach der Hauptblüte ein zweites Mal erblühen - wenn man sie richtig gießt und pflegt.

Vielfalt bei Formen und Farben

Wann Orchideen blühen und welche Farben und Formen bei den Blüten möglich sind, hängt von der Sorte ab. Makelloses Weiß oder Rosa zeigen sich beispielsweise bei etlichen der Malayenblumen (Phalaenopsis), grelle Purpurtöne bei vielen Masdevallia, sanftes Grün bei den Brassia, Quietschgelb oder Braun bei den meisten Oncidium. Dazu kommen die Flecken, Muster und Streifen, die Frauenschuh, Odontoglossum, Zygopetalum und viele andere, nur selten im Handel erhältlichen Orchideenarten schmücken.

Phalaenopsis: Orchidee aus dem Supermarkt

Für Anfänger eignet sich die Sorte Phalaenopsis sehr gut. Die auf Deutsch Nachtfalterorchidee genannte Pflanze braucht nämlich keine besonders aufwendige Pflege - und sie ist die wohl meist verkaufte tropische Orchidee in Bau- und Supermärkten. Allerdings handelt es sich bei der Massenware nicht um Naturformen, sondern meist um namenlose Hybridzüchtungen - robust, preiswert und blühfreudig. Wer eine Pflanze mit ein oder zwei Blütentrieben kauft, wird bald feststellen, dass sich nicht nur die vorhandenen Knospen willig öffnen. Meist beginnt der Trieb seitlich oder an der Spitze weiter zu wachsen und bildet neue Knospen. So kann sie monatelang blühen.

Sorte Miltoniopsis blüht zweimal im Jahr

Ganz so lange schafft es die unkomplizierte Miltonie (Miltoniopsis) nicht. Aber ein paar Wochen erfreut sie schon durch ihre großen Blüten, die meist ein markantes Muster tragen. Neue Züchtungen können sogar zweimal im Jahr blühen. Erfolg versprechen auch die eleganten Dendrobien (Dendrobium nobile), die im Frühjahr blühen. Die Frauenschuh-Züchtungen (Paphiopedilum) blühen zu ganz verschiedenen Jahreszeiten - je nachdem, welche Arten zu ihren Vorfahren gehören. Sie erneut zum Blühen zu bringen, ist schon schwieriger. Unkomplizierter sind die meisten Oncidien, die sich im Herbst mit reich verzweigten, oft duftenden Rispen schmücken.

Orchideenpflege für Anfänger: Vorbild Natur

Voraussetzung für gutes Gedeihen ist der richtige Standort für Orchideen und gute Pflege. Beide orientieren sich an den Bedingungen in der Natur. Dort wachsen fast alle Orchideen als Baumaufsitzer in warmen und feuchten tropischen Regen- und Nebelwäldern. Dort liefern kurze heftige Regengüsse viel Feuchtigkeit, die aber rasch wieder von Zweigen und Ästen herabtropft. Das Wasser festzuhalten für trockene Zeiten ist dort überlebenswichtig, daher haben die meisten Orchideen Speicherorgane wie dickfleischige Blätter, Stengel und Bulben ausgebildet.

Orchideen vertragen keine direkte Sonne

«Die Orchidee braucht viel Licht und eine zirkulierende Luft, aber keine pralle Sonne, weil die Blätter verbrennen können», sagt Gärtnermeisterin Henrike Wilke vom Botanischen Garten in Berlin. Daher sei ein Fensterbank-Standort im Norden oder Osten besser geeignet als im Süden. Das Raumklima ist wichtig, ergänzt Hobbyzüchterin Martina Lippold aus Dreieich bei Frankfurt/Main. Die erforderliche Luftfeuchte gibt es vor allem im Bad und in der Küche.

Fenster im Winter nicht angekippt lassen

Ihre eigenen Phalaenopsis-Kreuzungen stehen in der Küche an einem Südwest-Fenster. «Von Anfang April bis Oktober schütze ich die Pflanzen mit einer Sonnenschutzfolie am Fenster. Diese filtert schädliche UV-Strahlen raus und kühlt die Wohnung ein wenig runter», erklärt Lippold. Gefährlich sei es, das Fenster im Winter angekippt zu lassen. Eine halbe Stunde könne ausreichen, um die Pflanze bei eiskalter Luft erfrieren zu lassen. Die Orchidee wirft dann sofort die Blüten ab.

Orchideen richtig gießen

«Nasse und kalte Füße mögen Orchideen nicht», sagt Wilke. Als Faustregel gilt: einmal pro Woche gießen. Zuviel Wasser im Übertopf müsse abgegossen werden. Steine oder Wasser aufsaugender Blähton am Topfboden verhindern zuviel Feuchtigkeit. Ab und an könne die Pflanze auch besprüht werden, jedoch nur tagsüber, da die Blätter trocken in die Nacht gehen müssen, sagt Wilke. Lippold ist dem Sprühen gegenüber skeptisch eingestellt. Bei Übertöpfen rät sie, die Pflanzen 5 bis 10 Minuten im Wasser zu tränken und danach 15 Minuten abtropfen zu lassen.

Verblühte Orchideen: Stiele vorsichtig kürzen

Abgeblühte Orchideenstiele sollten nicht zu stark gekürzt werden. Denn wenn so geschnitten wird, dass noch zwei oder drei Augen am Stiel sind, treiben oft neue Blütenrispen aus. Die Verdickungen sind «schlafende» Knospen. Rund drei Monate dauert es, bis sie sich öffnen. Dauert die blütenlose Zeitspanne länger, kommt die Pflanze am besten für etwa zwei Monate in einem kühleren Raum wie das Schlaf- oder Gästezimmer. Eine Temperatur von 15 bis 16 Grad regt die Blütenbildung dort an.

Orchideen auch in der Ruhezeit düngen

Mit dem Verlust der Blüten beginnt eine Ruhezeit für die Tropenschönheit. Jetzt gilt es, sie zu unterstützen. «Nach der Blüte, ungefähr im Mai, sollte die Pflanze weiterhin gedüngt werden, bis August alle 3 bis 4 Wochen, mit einem handelsüblichen Flüssigdünger. Danach die Düngung einstellen», sagt Wilke. Denn im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, könne die Pflanze den Dünger nicht mehr genügend umsetzen, weil sie das Sonnenlicht dazu brauche.

Pflanzen regelmäßig umtopfen

Alle zwei bis vier Jahre sollte die Pflanze umgetopft werden - «nach der Blüte und den braun gewordenen Blütenstielen, die dann abgeschnitten werden können», erklärt Wilke. Von den Wurzeln muss altes Pflanzmaterial entfernt werden, um Fäulnis durch Pilze und Bakterien zu vermeiden. Als Pflanzgefäß eignet sich ein schwarzer Plastiktopf mit Löchern im Boden. Von Tongefäßen rät sie ab, weil die Wurzeln daran festkleben und abreißen könnten. Auch Blumenerde dürfe auf keinen Fall verwendet werden. Spezielle Orchideen-Substrate seien locker und hätten eine hohe Wasseraufnahmekapazität. Gedüngt werden darf frühestens nach vier Wochen wieder.

Orchideen zum Blühen bringen

Im Laden gekaufte Orchideen pflegen - das gelingt vielen Anfängern nur für ein paar Wochen oder Monate. Statt die Orchidee nach dem Fall der letzten Blüte in die Tonne zu werfen, können Hobbygärtner sie mit ein paar Tricks wieder zum Blühen bringen.

  • Zunächst gilt es, die beschriebenen, optimalen Bedingungen herzustellen: Viel Licht, keine direkte Sonne, wöchentliches Gießen, ausreichend Düngen, gegebenenfalls Umtopfen, Winterruhe einhalten.
  • Um sich wohlzufühlen brauchen Orchideen zudem eine Raumtemperatur von 20 bis 25 Grad und eine Luftfeuchte von mindestens 60 Prozent.
  • Helfen kann auch der beschriebene Kälteschock. Dafür die Orchidee für einige Wochen bei 15 bis 16 Grad in einen kühleren Raum stellen.
  • Gift für die Blühfreude von Orchideen sind Temperaturschwankungen von mehr als 2 Grad, Zugluft und das Abschneiden von Trieben, die noch nicht vollständig vertrocknet sind.

Tipp für den Orchideenkauf:

Orchideen werden in vor allem im Winter angeboten. Weil die Pflanze sehr kälteempfindlich ist, sollte sie für den Transport von Supermarkt oder Blumengeschäft möglichst dick verpackt nach Hause werden.

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Quelle: BerlinOnline/dpa
Aktualisierung: 14. September 2017

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(Bilder: dpa; Homeday; Wunderflats GmbH; www.enrico-verworner.de; Birgit Lieske / www.pixelio.de)