Buchsbaumzünsler erfolgreich bekämpfen

Buchsbaumzünsler erfolgreich bekämpfen

Die Raupen des Buchsbaumzünslers richten große Schäden an. Schon mit wenig Aufwand lassen sich die Sträucher retten. Die besten Tipps für Hobbygärtner.

  • Buchsbaumzünsler© dpa
    Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen sich durch einem Buchsbaum.
  • Eine Raupe des Buchsbaumzünslers© dpa
    Der Buchsbaumzünsler ist inzwischen auch in Berlin und Brandenburg verbreitet.
  • Buchsbaum© dpa
    Bis man die grün-gelben Raupen des Buchsbaumzünslers so deutlich entdeckt, haben sie meist schon das Innere des Gehölzes kahlgefressen.
  • Kranker Buchsbaum© dpa
    Der Pilz Cylindrocladium buxicola löst die Krankheit namens Buchsbaum-Blattfall aus.
Der Buchsbaumzünsler ist zur Plage in Gärten und Parks geworden. Die Raupen fressen sich durch die gleichnamigen immergrünen Hecken und Formgehölze und vernichten alles - wenn man sie nicht schnell genug entfernt. Das Problem: Der Befall ist anfangs nur schwer zu erkennen, denn die Raupen fressen sich erst mal tief im Inneren des Gehölzes satt - und den Buchsbaum von innen her kahl.
Der Buchs stirbt durch den Befall meist nicht ab, erläutert das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe. Denn sind die Blätter abgefressen, ziehen die Raupen in der Regel weiter. Manchmal wird noch die Rinde angefressen. Es handelt sich also oft nur um ein optisches Problem - aber auch das ist ein Ärgernis für Hobbygärtner.

Buchsbaumzünsler erkennen

Der Buchsbaumzünsler ist ein kleiner Schmetterling, der im frühen 21. Jahrhundert aus Ostasien nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde und sich seitdem als invasive Spezies ausbreitet. Der Falter ist eher unauffällig. Er hat weiß gefärbte Flügel mit einem breiten, braunen Rand mit jeweils einem weißen Fleck. Die Falter sind nur selten im Flug zu sehen und sitzen eher auf anderen Pflanzen als auf Buchsbäumen.

Ist der Buchsbaumzünsler giftig?

Die Raupen des Buchsbaumzünslers lagern einige der im Buchs befindlichen Triterpene ein. Das macht die Larven giftig und unattraktiv für Fressfeinde. Doch längst nicht alle hält das ab: Meisen, Spatzen und Buchfinken werden zunehmend dabei beobachtet, wie sie die Raupen an ihren Nachwuchs verfüttern.
Den Buchs besuchen die Zünsler nur zur Eiablage. Die Raupen, die in bis zur vier Generationen im Jahr schlüpfen, sind gut getarnt und oft schwer zu entdecken. Sie sind im ausgewachsenen Zustand rund fünf Zentimeter lang, grün mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzem Kopf. Anzeichen für einen Befall sind neben angefressenen Blättern und kahlen Zweigen auch Kokons, Gespinste und klebrige Fäden.

Buchsbaumzünsler mit Chemie bekämpfen

Biologische Spritzmittel machen vor allem zu zwei Zeitpunkten Sinn. Laut dem Technologiezentrum Augustenberg ist das in der zweiten Hälfte vom April der Fall, um die Raupen zu treffen, die an den Gehölzen überwintert haben und sich nun ans Fressen machen. Die zweite Spritzung sollte in der ersten Juli-Hälfte erfolgen, um die erste Generation der Nachkommen zu treffen.
Hier ist wichtig, dass man erst spritzt, wenn man die Raupen an den Blättern fressen sieht. Früher erreicht sie das Mittel nicht, da die Tiere noch in ihrem Winterkokon aus zusammengesponnenen Blättern stecken. Außerdem muss das Schädlingsbekämpfungsmittel das ganze Blattwerk erreichen, auch das im Inneren des Buchsbaums.

Buchsbäume schneiden, Raupen absammeln

Die Experten des Technologiezentrums Augustenberg raten zu Mitteln auf Basis der Sporen des Bakteriums Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki. Es wirke ausschließlich gegen Schmetterlingsraupen, die die Sporen fressen, und gelte daher als unbedenklich für zum Beispiel Marienkäfer und Haustiere. Spritzmittel mit Thiacloprid und Acetamiprid schaden Bienen und anderen Nutztieren.
Darüber hinaus kann ein früher Schnitt der Buchsbäume und das Absammeln der Larven im April helfen sowie erneut ein Schnitt der Bäume im September, um die Nachkömmlinge zu entfernen, die wieder überwintern werden. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt auch das Abbrausen mit einem starken Wasserstrahl. Auch ein sehr engmaschiges Pflanzenschutznetz kann helfen.

Auch Algenkalk kann helfen

Algenkalk ist ein weiteres natürliches Gegenmittel bei Buchsbaumzünslerbefall. Der Kalk wird aus den Ablagerungen von Meeresalgen hergestellt, das Pulver über den Buxus gestreut. Der Regen wäscht den Kalk in das Innere des Strauchs. Die beste Jahreszeit für die erstmalige Prozedur ist der Frühling. Ende April oder Anfang Mai sind hier der ideale Zeitpunkt. Neue Schadstellen werden sofort nachgekalkt.
Leider führt die Behandlung mit Algenkalk gegen den Zünsler nicht immer zum Erfolg und ist eher geeignet, einem schweren Befall vorzubeugen. Gute Ergebnisse erreicht das Pulver allerdings im Zusammenhang mit dem unten beschriebenen Pilz Cylindrocladium buxicola. Er lässt die Blätter vertrocknen und abfallen, sodass Hecken und Kugeln nach kurzer Zeit entlaubt sind.

Befallenes Schnittgut richtig entsorgen

Wie das Schnittgut richtig entfernt wird, hängt vom Zeitpunkt ab. Gibt es ausgewachsene Larven, können sie sich noch an den abgeschnittenen Zweigen entwickeln - das ist im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte August möglich. Dann sollte man das Schnittgut also in eine Tüte packen und mit dem Restmüll entsorgen oder einige Tage in die Sonne legen, bevor es auf den Kompost kommt.
Experten gehen davon aus, dass der Buchsbaumzünsler in Deutschland nicht mehr auszurotten ist und daher jedes Jahr aufs Neue bekämpft werden muss. Zugleich aber gilt: Die Pflanzen selbst werden sich erholen und neu austreiben. Die Experten vom Technologiezentrum urteilen daher: Die Bekämpfung des Buchsbaumzünsler ist grundsätzlich «mit vergleichsweise geringem Aufwand» möglich und mit zwei Bekämpfungsterminen in die jährliche Gartenarbeit zu integrieren.

Pilz verursacht Triebsterben beim Buchs

Allerdings stört ja gerade der Kahlfrass viele Hobbygärtner: Für eine gewisse Zeit sieht ihr Buchsbaum nicht schön aus, und er wird immer wieder an Masse verlieren. Viele Gartenprofis raten daher inzwischen dazu, auf andere Pflanzen zu setzen. Das liegt aber auch an einem zweiten Problem, mit dem Buchsbäume immer häufiger kämpfen müssen: Ein Pilz namens Cylindrocladium buxicola färbt die Blätter braun, die später abfallen. Man spricht auch vom Triebsterben.
Erkennt man ihn früh, lässt sich die Pflanzen kräftig zurückschneiden. Allerdings sei in den meisten Fällen die Rodung nötig - und zwar der befallenen sowie der benachbarten Buchsbäume, selbst wenn diese noch gesund aussehen, erläutern die Experten. Fungizide helfen nicht, sie geben nur einen vorbeugenden Schutz.

Immergrüne Nadelgehölze als gute Alternativen

Immergrünen Nadelgehölze sind der Tipp des Bundesverbands Garten- und Landschaftsbau (BGL). Viele Arten und Sorten haben ein ähnliches Wuchsverhalten. Außerdem lassen sie sich genauso wie der Buchsbaum durch Schnitte leicht in Form halten. Gute Gewächse als Sichtschutz sind Wacholder (Juniperus), Eibe (Taxus) oder Scheinzypresse (Chamaecyparis). Die Experten aus Augustenberg nennen als Immergrüne darüber hinaus den Ilex und Berberitze (Berberis buxifolia).
Im Fachhandel werden neue Züchtungen bewusst als Buchsbaum-Ersatz beworben, darunter vor allem die für Beeteinfassungen beliebte Eibe-Sorte 'Renkes Kleiner Grüner' (Taxus baccata) und der Rhododendron namens Bloombux (Rhododendron hirsutum x micranthum).

Buchsbaumzünsler bekämpfen: 8 Tipps

  1. Schädlingsbekämpfungsmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis kurstaki einsetzen
  2. Buchsbäume im April und September schneiden
  3. Raupen von März bis Oktober absammeln
  4. Buchs mit Wasserstrahl abbrausen und Raupen aufsammeln
  5. Buchsbäume mit engmaschigen Netzen zuhängen
  6. Strauch mit Algenkalk einstäuben
  7. Schnittgut im Restmüll entsorgen
  8. Alternativen zum Buchsbaum pflanzen
Triebsterben beim Buchsbaum
© dpa

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Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: 6. August 2019