Moos im Rasen bekämpfen

Moos im Rasen bekämpfen

Dicke Polster statt zarter Halme? Dafür kann es verschiedene Ursachen geben. Wer sie kennt, kann das Moos im Garten mit einfachen Mitteln dauerhaft entfernen.

Aufgaben im Garten

© dpa

Vertikutieren hält das Moos im Zaum und den Rasen in Schuss.

Moos ist vielen Gartenbesitzern ein Dorn im Auge - vor allem, wenn es sich im gut gepflegten Rasen breitmacht. Gründe für übermäßiges Mooswachstum gibt es viele. Nach der Ursache richten sich auch die Maßnahmen, um das Unkraut wieder loszuwerden.

Ursachen für Moos im Rasen

Ein häufiger Grund ist der pH-Wert des Bodens. Ist der zu niedrig, gedeihen Gräser besonders schlecht und Moose sehr gut. Auch Staunässe, Lichtmangel und Fehler bei der Rasenpflege sind mögliche Ursachen für verstärktes Mooswachstum. Ist das Gras etwa durch Nährstoffmangel geschwächt, wird es vom Moos verdrängt. Und auch wenn Grassorte und Standort nicht zusammenpassen, kann Moosbefall die Folge sein. In vielen Fällen kommen sogar mehrere Faktoren zusammen.

Den Rasen richtig vertikutieren

Der erste Schritt ist immer, das Moos zu entfernen. Das gelingt am besten mit einem Vertikutierer. Bei kleinen Rasenflächen genügt das Vertikutieren per Hand. Bei größeren Flächen lohnt sich die Verwendung einer Vertikutiermaschine, die in vielen Baummärkten gegen eine Gebühr geliehen werden kann. Vertikutierer entfernen Moos, Flechten und alten Rasenschnitt. Gleichzeitig wird der Rasen durch die Schnitte in die Grasnarbe belüftet.
Der beste Zeitpunkt für das Vertikutieren ist das Frühjahr, in der Regel im April. Damit es losgehen kann, muss die Rasenfläche trocken sein. Der Vertikutierer wird in einer Richtung über den Rasen bewegt. Bei stark befallenen Flächen wird erst längs und dann quer vertikutiert. Ist die Fläche von Moos befreit, werden die kahlen Stellen zügig nachgesät und regelmäßig gewässert.

Sauren Boden kalken

Bei einem zu sauren Boden - als kritisch gilt ein pH-Wert von unter 6 - hilft es, nach dem Vertikutieren Rasenkalk zu streuen. Wie dosiert wird, hängt von Boden und Säuregehalt ab. Der pH-Wert kann mit einem Test aus dem Gartencenter ermittelt werden. Hilfreich sind auch sogenannte Indikatorpflanzen. Sauerapfer, Hundskamille und Ackerminze zeigen etwa einen sauren Boden an. Schwere, lehmige Böden vertragen deutlich mehr Kalk als leichte, eher sandige Böden. Welche Dosierung die richtige ist, hängt vom Produkt ab und ist auf der jeweiligen Verpackung erklärt.

Staunässe bekämpfen

Vor allem bei schweren, lehmigen Böden ist Staunässe ein Problem. Sie lässt die Graswurzeln faulen. Damit Regen und Gießwasser wieder versickern, sollte Sand in den Boden eingearbeitet werden. Wird der Rasen erst noch angelegt, ist das sehr leicht. Aber auch bei bereits bestehenden Rasenflächen können Gartenbesitzer etwas tun: Der Sand wird im Frühjahr über mehrere Jahre breit auf den Rasen gestreut. Mit der Zeit sinken die Körnchen tiefer in den Boden und lockern ihn auf.

Moos an schattigen Gartenstellen

An halbschattigen Standorten kann die richtige Rasensorte Abhilfe schaffen. Spezieller Schattenrasen findet an lichtarmen Plätzen ideale Bedingungen und kann sich oft besser gegen das Moos behaupten. Automatisch gelöst ist das Moosproblem dadurch jedoch nicht. Schattenrasen benötigt etwas mehr Pflege als normaler Rasen und ist auch nicht so belastbar. Er darf nicht zu stark geschnitten werden, braucht gerade im Sommer viel Wasser und muss regelmäßig vertikutiert bzw. belüftet werden. Im vollen Schatten ist es nicht sinnvoll, Rasen zu pflanzen. Schattentolerante Bodendecker wie Efeu sind hier die bessere Wahl.

Auf Moosvernichter besser verzichten

Moosvernichter aus dem Fachhandel sind nicht ganz ungefährlich. Die Mittel sind als Pulver oder Granulat erhältlich, die auf die befallenen Stellen gestreut werden. Das Moos stirbt innerhalb weniger Tage ab und kann mit einer Harke entfernt werden. Da die Mittel stark ätzen, sind das Tragen von Handschuhen und festem Schuhwerk Pflicht. Das Salz kann außerdem Flecken auf Wegen und der Kleidung hinterlassen. Haustiere und Kinder sollten nach der Anwendung vom Rasen ferngehalten werden.
Das Umweltbundesamt rät von der Verwendung von Moosvernichtern ab. Weder beseitigen sie die Ursachen für Moos im Rasen noch sind sie besonders umweltverträglich. Viele der Mittel sind giftig für Wasserpflanzen und Wassertiere. Am wenigsten schädlich sind laut Bundesamt Mittel auf Basis von Eisen-II-Sulfat, das gleichzeitig als Dünger wirkt. Leider machen diese Mittel den Boden noch saurer - und dem Moos das Leben leichter.

Rasen konsequent pflegen

Damit die Rasenfläche dauerhaft frei von Moos bleibt, ist die konsequente Rasenpflege ein Muss. Während der Saison sollten Gartenbesitzer einmal pro Wochen mähen - aber nicht zu tief. Zeichnet sich eine Trockenperiode ab, wird mit dem Rasensprenger gewässert. Der Dünger im Frühling sollte organisch und eisenhaltig sein. Die darin enthaltenen Nährstoffe fördern das Breitenwachstum. Mineraldünger hingegen lässt die Halme nur in die Höhe schießen. Im Herbst wird erneut gedüngt, und zwar mit kaliumhaltigen Dünger. Der macht die Gräser wiederstandsfähig. Wird all das beherzigt, wächst der Rasen optimal, bleibt schön grün und moosfrei.
Moos auf einem Gartenweg
© dpa

Moos von Gartenwegen entfernen

Färbt Moos die Gartenwege grünlich ein, kann ein kräftiger Wasserstrahl helfen. Mit genügend Druck werden die Steinplatten wieder sauber - und das ganz ohne Chemikalien. mehr

Rasenmäher im Einsatz
© dpa

Rasenmähen: Wann und wie?

Wer einen gepflegen Rasen will, sollte rechtzeitig mit dem Mähen beginnen. Welche Rasenmäher sich am besten eignen. mehr

Quelle: BerlinOnline

| Aktualisierung: 9. April 2019

Mehr zum Thema