10 Tipps für besseren Kompost

10 Tipps für besseren Kompost

Zu hart, zu matschig, zu grob, zu trocken: Die wenigsten Hobbygärtner sind mit ihrem Kompost wirklich zufrieden. Oft macht schon eine kleine Veränderung den Unterschied.

Kompost

© dpa

Guter Kompost braucht drei Dinge: Wärme, Feuchtigkeit und jede Menge Luft.

Ein guter Kompost ist zwar eine Wissenschaft für sich. Aber auch wer nur ein paar Ratschläge berücksichtigt, kann ein sehr gutes Ergebnis erzielen und wird mit feinem Humus belohnt, der reich an Nährstoffen ist. Dünger kaufen muss dann niemand mehr.

1. Den perfekten Standort finden

Der beste Standort für den Kompost ist unter einem größeren Baum. Dort ist es schattig genug, dass der Kompost nicht austrocknet und geschützt genug, damit ihn der Regen nicht durchnässt. Dort setzen Hobbygärtner je nach Platz zwei oder drei Kompostbehälter direkt auf den Boden. So kann überschüssige Feuchtigkeit versickern und die Regenwürmer und andere Bodenorganismen, die aus Halmen Humus machen, können ihren Weg ungehindert zu den Abfällen antreten.

2. Behälter sollten nicht zu groß sein

Profis setzen auf drei Behälter, damit die Kompostmengen nicht zu groß werden und eine gute Belüftung möglich ist. Sie sollten nicht größer als einen Kubikmeter sein. Die meisten Modelle aus dem Baumarkt oder Gartenmarkt haben Lüftungsschlitze, die für zusätzliche Luftzufuhr sorgen. Im ersten Behältnis haben die groben Abfälle Platz, im zweiten die halbverrotteten, und im dritten zersetzen sich die Abfälle vollständig. Zwischendurch wird immer wieder in die jeweils nächste Box umgesetzt.

3. Kompost regelmäßig umsetzen

Wer den Kompost regelmäßig umsetzt, hat schneller neue Erde für die Beete. Getan wird das mindestens ein Mal im Jahr, fleißige Hobbygärtner schreiten alle zwei Monate zur Tat. Je häufiger umgesetzt wird, desto schneller verrottet das Grün. Und so geht’s: Einen trockenen Tag abwarten, Sieb aufstellen und Grabegabel bereitlegen. Den Kompost von oben nach unten auf das Sieb werfen. So fällt bereits fertiger Kompost hindurch und Nichtverrottetes bleibt davor liegen - und wandert zurück in den Komposter oder stellt die Basis für einen neuen Komposthaufen.

4. Auf die Mischung kommt es an

Bei der Zusammensetzung des Kompostmaterials gilt: Je bunter, desto besser! Denn je vielfältiger die Mischung ist, desto besser läuft die Verrottung und desto ausgeglichener ist das Nährstoffangebot. Küchenreste, Schnittgut und Herbstlaub werden gemischt mit Rasenschnitt und Unkräutern. Profis legen dünne Schichten an. Auf lockeren Strauchschnitt oder Gehäckseltes kann dichter Rasenschnitt folgen. Auf trockenes folgt feuchtes, auf stickstoffreiches folgt stickstoffarmes Material. Wem das zu mühsam ist, vermischt die Abfälle einfach miteinander.

5. Zutaten für einen guten Kompost

Gemüsereste, Schnitt von Stauden und Sträuchern, Eierschalen, Kaffeesatz, Teebeutel, Herbstlaub, verwelkte Schnittblumen und Topfpflanzen gehören auf den Kompost. Auch Unkräuter passen dorthin. Um die erneute Ausbreitung ins Beet zu verhindern, sollte man sie allerdings nur vor der Samenbildung zufügen. Wurzelunkräuter wie Giersch trocknen vorher besser an anderer Stelle erst ein ehe sie in den Komposter wandern. Bei Rasenschnitt und Obst besteht Fäulnisgefahr. Sie müssen sehr dünn geschichtet werden.

6. Was nicht auf den Kompost gehört

Essensreste tierischen Ursprungs wie Fleisch, Knochen, Käse und Fischgräten, aber auch Fette und Öle sowie Backwaren wie Brot und Brötchen haben auf dem Komposthaufen nichts verloren. Asche gehört ebenso wenig dorthin wie Katzenkot und Hundekot, Kunststoffe, Kehricht, Leder und behandeltes Holz. Bei Schalen von Zitrusfrüchten gehen die Meinungen auseinander. Sie sind oft mit pilzhemmenden Mitteln und Wachs behandelt und zersetzen sich nur sehr langsam. Die eine oder andere Bio-Zitronenschale stört auf dem Kompost nicht.

7. Material für den Kompost kleinschneiden

Schneller und besser verrottet das Kompostmaterial, wenn es kleingeschnitten ist, einfach weil es an viel mehr Schnittstellen gleichzeitig modern kann. Zweige, Blätter und Schalen werden gehäckselt, zerschnitten oder zerzupft. Dabei helfen Häcksler, Gartenschere und die Hände. Wer die Zeit hat und den Aufwand nicht scheut, hält so schon nach ein paar Wochen fertigen Kompost in den Händen.

8. Den Kompost ab und zu gießen

Wird der Kompost zu trocken, kommen die Verrottungsprozesse zum Erliegen. In heißen Sommern sollte vor allem der Kompost mit den groben Stücken daher regelmäßig gegossen werden. Auch wenn Bäume den Regen abhalten, können Hobbygärtner immer mal wieder mit der Gießkanne nachhelfen. Perfekt für den Guss ist Regenwasser. Leitungswasser geht auch. Gut ist, wenn es etwas abgestanden ist. Übergießen sollte man den Kompost aber auch nicht, denn sonst fängt er an zu stinken und zu schimmeln.

9. Kompost abdecken und schützen

Manche Hobbygärtner decken nach oben offene Kompostbehälter ab. So trocknet der Kompost im Sommer nicht ein, im Winter kühlt er nicht aus, und bei starkem Regen wird er nicht durchnässt. Auch die Nährstoffe werden so nicht ausgewaschen. Abgedeckt wird mit Stroh- oder Schilfmatten oder Kompostschutzvlies. Folien sind weniger gut geeignet, da sie luftdicht sind und die Abfälle faulen lassen. Eine kurzfristige Abdeckung mit Plastik - zum Beispiel wenn Starkregen angesagt ist - ist aber in Ordnung.

10. Zuschlagstoffe beschleunigen Verrottung

Bestimmte Zusatzstoffe können den Verrottungsprozess im Komposthaufen beschleunigen. Denn sie helfen den beteiligten Mikroorganismen bei der Zersetzung vor allem nährstoffarmer Abfälle wie Herbstlaub. Steinmehle und Algenmehle liefern Spurenelemente, Hornmehl Stickstoff. Auch etwas fertiger Kompost fördert den Zersetzungsprozess. Daneben gibt es im Fachhandel spezielle Kompostbeschleuniger, die alle benötigten Nährstoffe für einen schnellen Rottungsprozess enthalten. Die Zuschlagstoffe werden dünn über die einzelnen Schichten gestreut.
Reifetest für Kompost
© dpa

Kompost: Wann ist er fertig?

Aus Grünabfällen wird innerhalb weniger Monate nährstoffreiche Blumenerde. Doch wie lange braucht Kompost eigentlich? Und wie erkennt man seine Reife? mehr

Kranke Pflanzen nicht kompostieren
© dpa

Kompost: Kranke Pflanzen nicht kompostieren

Schädlinge und Krankheitserreger an Pflanzenabfällen sterben im Komposthaufen nicht ab. Mit der fertigen Erde werden sie sogar im Garten verbreitet. Es gibt allerdings Ausnahmen. mehr

Quelle: BerlinOnline

| Aktualisierung: 21. August 2018

Mehr zum Thema