Smart Gardening: So gelingt die automatisierte Gartenpflege

Smart Gardening: So gelingt die automatisierte Gartenpflege

Vollautomatische Bewässerung und Mähroboter: Bei guter Planung können sich Hobbygärtner dank Smart Gardening zumindest einige der lästigen Gartenarbeiten ersparen.

Vollautomatische Bewässerung

© dpa

Sogar die Gartenbewässerung ist heute vollautomatisch möglich.

Gartenarbeit ist schön - und so anstrengend. Das Smart Gardening ändert das. Vernetzte und fernsteuerbare Geräte kümmern sich ganz alleine um bestimmte Gartenarbeiten: Mähroboter schneiden den Rasen und smarte Bewässerung versorgt Pflanzen optimal. Die automatischen Systeme haben aber noch weitere Vorteile über die Zeitersparnis hinaus.
Zum Beispiel werden die Pflanzen meist bedarfsgerechter mit Wasser versorgt. «Mähroboter kürzen die Halme zwar öfter, schneiden aber dafür weniger ab als beim manuellen Rasenschnitt», erklärt Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft. Das erhöht die Narbendichte und die Widerstandskraft der Gräser gegenüber Unkräutern.

Automatisierte Gartenbewässerung planen

Für die vollautomatisierte Gartenbewässerung werden beispielsweise unter- oder oberirdisch Schläuche zur Bewässerung ausgelegt und an Computer angeschlossen. «Um Wasser effizient zu nutzen, darf eine Kombination mit Feuchtigkeitssensoren nicht fehlen», erklärt Joachim Eichner vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.
«Dadurch wird verhindert, dass der Rasensprenger unnötig aktiv wird.» Außerdem gibt es digitale Lösungen, die Daten aus dem Garten wie Temperatur, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit bewerten und bei Abweichungen die Bewässerungsanlage an- oder abschalten. Auch ein Mähroboter benötigt Infrastruktur. «Bevor ein Mähroboter seine Arbeit aufnehmen kann, braucht er ein genau begrenztes Feld. Er soll ja nicht die Staudenflächen abmähen», erklärt Eichner.

Markt für autonome Rasenmäher wächst

Von 2016 auf 2017 wuchs der europäische Markt für die autonomen Rasenmäher um 40 Prozent. «Tendenz: anhaltend», teilt der Industrieverband Garten mit. Durch Sensoren erkennen Mähroboter Hindernisse selbstständig und ziehen zufällig oder systematisch ihre Bahnen. Einige Modelle lassen sich mit dem Smartphone steuern und hören bei Regen automatisch auf zu mähen.
Der perfekte Rasen ist aber nicht für jeden Grund für die Anschaffung eines autonomen Rasenmähers. «Nutzer eines Mähroboters teilen sich in zwei Gruppen auf», erzählt Fabian Harder. Er entwickelt WLAN-Module für verschiedene Rasenroboter, um sie mit dem Smartphone bedienen zu können. «Die einen, denen es vorrangig um eine Arbeitserleichterung geht und ein schöner Rasen wichtig ist. Und die Nerds, für die die Technik im Vordergrund steht.»

Datenschutz und Sicherheit nicht vergessen

Vernetzte Geräte können Fremden Daten preisgeben. Günter Martin, Internetexperte vom Tüv Rheinland, rät, einen Blick auf die Datenschutzerklärung des Herstellers zu werfen: «Was wird mit den Daten gemacht, und wer erhält sie? Am besten im PDF-Dokument oder auf der Website nach folgenden Begriffen suchen: Dritte, Dienstleister, Angebot, Werbung.»
Weniger Bedenken in Sachen Datensicherheit gibt es bei Systemen, die kein WLAN anfragen. Dabei kommunizieren die vernetzten Geräte innerhalb des Gartens über ein Gateway in einem anderen Funkstandard, WLAN wird nur für die Programmierung der smarten Helfer benötigt. Auf diese Weise bleiben die Daten beim Gartenbesitzer.

WLAN-Empfang im Garten verbessern

Ist der WLAN-Empfang im Garten nicht optimal, hat Experte Martin Tipps parat: Bei Routern, die zwei oder mehr Antennen haben, sollte eine senkrecht stehen, die andere um 45 Grad geneigt. Überlappt sich der eingestellte Funkkanal mit dem Funkkanal des Nachbarn, lässt sich in den Einstellungen des Routers ein anderer auswählen.
«Wenn das alles nicht ausreicht, lässt sich mit einem WLAN-Repeater die Reichweite erhöhen», erklärt Martin. Er empfängt wie eine Art Zwischenstation die Signale des Routers und reicht sie dann an den eigentlichen Empfänger weiter.

Klarer Trend zum Smart Garden

Auch der Industrieverband Garten sieht den Trend zum Smart Garden mit vernetzten Geräten und künstlicher Intelligenz. «Generell ist ein Trend zur Automatisierung auch in der Grünflächenpflege festzustellen. Dies gilt vor allem für Bewässerungscomputer oder auch Mähroboter für Fußball- und Golfplätze», teilt der Vorsitzende der deutschen Rasengesellschaft Harald Nonn mit.
Für Kleingärtner sei Digitaltechnik allerdings nichts - zumindest wenn es ums Rasenmähen geht. «Mähroboter sind nicht üblich», sagt Hannelore Dörr, Vorsitzende der Stadtgruppe Frankfurt der Kleingärtner. Kleingärtner hätten dafür zu sehr mit Diebstählen zu kämpfen. Bei solchen teuren Geräten sei das ein zu hohes Risiko.

Smarter Garten lohnt sich nicht für jeden

Zwischen 500 und 1800 Euro kosten die digitalen Helfer, für Spitzenmodelle müssen Gartenbesitzer sogar bis zu 4000 Euro hinblättern. Außerdem dürfe die Rasenfläche in den Parzellen ohnehin nur 15 Prozent der Gesamtfläche ausmachen. «Dafür lohnt es sich nicht», sagt Dörr.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 12. Juli 2018