Erdbeeren auf dem Balkon anbauen

Erdbeeren auf dem Balkon anbauen

Erdbeeren wachsen nicht nur im Garten gut. Auch auf Balkon oder Terrasse lassen sie sich kultivieren. Dabei gibt es einiges zu beachten.

  • Erdbeeren© dpa
    Erdbeeren sind fast überall auf der Nordhalbkugel heimisch – und das schon seit vielen tausend Jahren.
  • Genug Platz einplanen© dpa
    Wer auf dem Balkon Erdbeeren kultivieren möchte, sollte den Pflanzen genug Platz geben. Es empfiehlt sich für zwei Pflanzen ein 50 Zentimeter langer Kasten.
  • Erdbeeren mit Stroh schützen© dpa
    Erdbeeren sollten mit Stroh auf dem Boden vor Feuchtigkeit und Pilzbefall geschützt werden.
  • Zuckersüße Erdbeeren© dpa
    Die roten, meist zuckersüßen Erdbeeren gehören zum ersten Obst im Jahr, das wir hierzulande ernten können.
Wenn es um Erdbeeren geht, geraten viele ins Schwärmen. Kein Wunder: Die roten, meist zuckersüßen Früchte gehören zum ersten Obst im Jahr, das wir hierzulande ernten können. In vielen Gärten ist daher ein Platz für sie reserviert. Je nach Sorte gedeihen sie aber auch im Kübel oder Kasten auf Balkon und Terrasse.

Monatserdbeeren sind perfekt für den Balkon

Erdbeeren sind in der Regel so gezüchtet, dass sie nur einmal im Jahr tragen - je nach Sorte von Mai bis Juli. Monatserdbeeren bilden aber eine Ausnahme: Sie entwickeln im Sommer ständig neue Blüten und damit auch neue Früchte, so dass man bis Oktober immer wieder frisch ernten kann. Aus Sicht der Gartenbauwissenschaftlerin und Buchautorin Natalie Faßmann sind diese Erdbeeren daher besonders attraktiv für einen Anbau im Kübel oder Balkonkasten. «Die Früchte der Monatserdbeeren sind zwar kleiner als die der einmaltragenden Gartenerdbeeren, doch kann man im Lauf des Sommers genauso viele Früchte von einer Pflanze ernten.»

Erdbeerpflanzen brauchen genügend Platz

Wer auf dem Balkon Erdbeeren kultivieren möchte, sollte den Pflanzen genug Platz geben. Faßmann empfiehlt einen Topf mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern für eine Pflanze oder einen 50 Zentimeter langen Kasten für zwei. Beim Substrat rät sie zu Aussaat- oder Kräutererde. «Normale Blumenerde ist für Erdbeeren zu stark gedüngt und würde die salzempfindlichen Wurzeln angreifen.» Damit die Pflanzen viele Blüten und Früchte bilden, empfiehlt Faßmann, diese drei Wochen nach dem Setzen wöchentlich mit einem Blühpflanzen-Dünger zu versorgen.

Im Garten reicht Kompost als Erdbeerdünger

In einem Beet mit einem lockeren, humusreichen Gartenboden müssen Erdbeeren weniger gedüngt werden. «Hier reicht es oft, mit Kompost oder wenig Gartendünger die Pflanzen zu ernähren», sagt Schumacher. Aber die Rosengewächse sollten auch hier regelmäßig gegossen werden - am besten so, dass Blätter und Früchte nicht nass werden. Ein vollsonniger, leicht windiger Standort, damit Regenwasser schnell abtrocknen kann, oder ein Anbau im Folientunnel ist aus Schumachers Sicht ideal.

Erdbeeren vor Fressfeinden schützen

Denn allzu viel Feuchtigkeit können Krankheiten und Schädlinge auf den Plan rufen: Schnecken, Läuse und Käfer haben es meist auf die Früchte abgesehen. Wurzelkrankheiten und Fadenwürmer schaden den Pflanzen zudem unterirdisch. «Hier hilft es, die Erdbeeren jedes zweite Jahr auf eine andere Fläche zu pflanzen - also eine gute Fruchtfolge zu beachten», erklärt Schumacher. Um sie gegen Pilze zu schützen, sollte man Pflanzen und Früchte möglichst trocken halten, zum Beispiel durch Mulchen mit Stroh.

Balkonerdbeeren vertragen pralle Sonne nur bedingt

Probleme mit tierischen Mitessern gibt es beim Anbau auf dem Balkon in der Regel nicht. Dafür sollte man einen anderen, häufigen Pflegefehler vermeiden: «Die Gefäße sollten nicht mehr als fünf Stunden der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Das Substrat trocknet schnell aus, und die Pflanzen leiden», erklärt Faßmann.

Heutige Erdbeeren sind moderne Züchtungen

Erdbeeren (Fragaria) sind fast überall auf der Nordhalbkugel heimisch - und das schon seit vielen tausend Jahren. «Schon in der Steinzeit sollen die Menschen Erdbeeren gegessen haben», sagt Matthias Schuh, Museumsgärtner im Freilichtmuseum am Kiekeberg bei Hamburg. Die heutigen Früchte haben jedoch mit den Früchten von damals wenig gemein. «Unsere Gartenerdbeeren sind Züchtungen aus dem 18. Jahrhundert, die aus Kreuzungen unserer Walderdbeere mit der Chile-Erdbeere und der Scharlach-Erdbeere aus Amerika entstanden sind», erklärt Schuh.

Über 1000 Erdbeersorten erhältlich

Der Grund für diese Neuzüchtungen: Die amerikanischen Arten Fragaria chiloensis und virginiana bilden zwar große, aber wenig aromatische Früchte, während die Früchte der europäischen Art Fragaria vesca süß, aber sehr klein sind. Die Kreuzungen verbinden grundsätzlich die guten Eigenschaften beider. Die Vielfalt ist inzwischen riesig: Laut Bundessortenamt sind allein hierzulande 1064 Erdbeersorten als allgemein vertriebsfähig in der Gesamtliste der Obstsorten eingetragen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 12. April 2018

Mehr zum Thema