Gartenboden nach dem Winter aufpäppeln

Gartenboden nach dem Winter aufpäppeln

Die Bodenqualität entscheidet, wie gut sich Pflanzen entwickeln. Nach dem Winter braucht der Gartenboden besonders viel Pflege. Welche genau, erklären drei Experten.

  • Gartenboden vorbereiten© dpa
    Hobbygärtner kümmern sich am besten im Frühjahr um den Boden in ihrem Garten.
  • Böden auflockern© dpa
    Im Frühjahr muss der Beetboden mit Grabegabel, Hacke oder Sauzahn aufgelockert werden.
  • Humusgehalt testen© dpa
    Je höher der Humusgehalt, desto dunkler ist die Erde.
  • Ausblick auf die Erntezeit© dpa
    Eine gute Ernte lässt sich nur auf einem guten Boden einfahren. Die Grundlagen dafür werden zum Winterende gelegt, wenn der Boden bearbeitet wird.
Ausgelaugt, zu sauer und viel zu undurchlässig und verdichtet - das ist die Diagnose für viele Gartenböden. Doch es gibt gute Mittel, die Bodenqualität in Gemüse- und Blumenbeeten vor der Wachstumsphase zu verbessern. Besonders wirksam ist Kompost.

Kompost versorgt Boden mit Nährstoffen

«Im Prinzip ahmt der Gartennutzer hier nur den Kreislauf der Natur nach, wenn er Kompost in den Boden gibt», erklärt Gerhard Milbert, Sprecher des Kuratoriums Boden des Jahres in Geldern bei Düsseldorf. «Die Nährstoffe von Pflanzen kommen hier, genau wie in der Natur, wieder in den Boden.» Das Gute ist: Der Gärtner muss nicht viel abwägen. «Alle Böden vertragen Kompost gut.»

Tonmehl wertet sandige Böden auf

Kompost erhöht nicht nur den Humusgehalt, sondern hilft auch, lehmhaltige und bindige Böden aufzulockern. Diese Böden, die man problemlos zu Kugeln formen kann, werden durch das Aufbereiten mit Kompost luftiger und durchlässiger. Bei sehr sandigen Böden rät Milbert aber neben der Allzweckwaffe Kompost auch zum Untermischen von Tonmehl, etwa Bentonit.

Vier Liter Kompost pro Quadratmeter

Sven Görlitz, Berater an der Gartenakademie Baden-Württemberg und im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg, nennt als Richtwert drei bis vier Liter Kompost pro Quadratmeter. Wobei er für Bereiche mit sogenannten Schwachzehrern mit geringem Nährstoffbedarf etwa die Hälfte der Menge empfiehlt. Zu dieser Gruppe gehören Möhren, Zwiebeln sowie Kräuter.

Gartenboden im Frühjahr auflockern

Ohne etwas Muskelarbeit geht es aber auch nicht, um den Boden vor dem Start in die Pflanzsaison ab Frühjahr fit zu machen. Ute Franke vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner in Berlin rät, im Frühjahr den Boden mit Grabegabel, Hacke oder Sauzahn aufzulockern. Dazu sollte der Hobbygärtner Hornspäne oder -mehl zur guten Versorgung mit Stickstoff unterarbeiten. «Sie zersetzen sich langsam und wirken als Dauerdünger.»

Hornmehl zusätzlich zum Kompost geben

Görlitz nennt als Richtwert für Horndünger, je nach Kultur, etwa 50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter zusätzlich zur Kompostgabe. «Starkzehrer, also Pflanzen mit hohem Stickstoffbedarf, vertragen hier über 100 Gramm.» Das sind zum Beispiel Tomaten oder Kartoffeln. Hier kann die Düngung auch auf zwei Gaben Hornmehl verteilt werden. «Eine im zeitigen Frühjahr und eine im Frühsommer.»

Bodenanalyse gibt Aufschluss über Qualität

Das alles setzt aber voraus, dass man weiß, wie gut es um den Boden im eigenen Garten bestellt ist und an was es ihm mangelt. Hier kann sich eine Bodenanalyse vor der Düngung lohnen. Görlitz empfiehlt, diese alle paar Jahre machen zu lassen. Ergibt sich dabei zum Beispiel ein niedriger pH-Test, braucht der Boden Kalk, etwa durch gemahlenes Dolomitgestein, erläutert Bodenexperte Milbert. Dieser im Handel erhältliche Dolomitkalk enthält mit Kalzium- und Magnesiumcarbonat wichtige Pflanzennährstoffe.

Boden nur bei niedrigem pH-Wert kalken

Aber: «Erst wenn der pH-Test bei Sandböden einen Wert von unter fünf ergibt, sollte gekalkt werden», betont Milbert, der beim Geologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen arbeitet. «Dann reicht es, alle fünf bis sechs Jahre Kalk drüberzustreuen. Lehmböden in Gärten sollten einen pH-Wert über sechs aufweisen.»

Dunkle Erde + viele Regenwürmer = guter Boden

Wer auf eine chemische Analyse verzichten will, kann manches auch mit seinen eigenen Augen ausmachen. «Ein einfaches Qualitätsmerkmal: Je höher der Humusgehalt ist, desto dunkler ist die Erde», erklärt Görlitz. Auch eine große Zahl an Regenwürmern zeugt von einem guten Boden. Daher sollte ihnen auch reichlich organisches Futter wie Rasenschnitt und Laub als Decke auf dem Boden gegeben werden.
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| Aktualisierung: 29. November 2018