Garten vogelfreundlich gestalten

Garten vogelfreundlich gestalten

Vögel brauchen ein vielfältiges Nahrungsangebot, Unterschlüpfe und Nistplätze. Diese Bedingungen im eigenen Garten zu schaffen, ist gar nicht so aufwendig.

  • Futterstelle im Garten© dpa
    Vögel brauchen ein vielfältiges Nahrungsangebot. Im Winter heißt das natürlich, Amseln extra zu füttern.
  • Nistplatz für Vögel© dpa
    Der Efeu ist ein idealer Nistplatz für Vögel. Hier hat sich eine Amsel ein Plätzchen ausgesucht.
  • Vogelhäuschen für Stare© dpa
    Ein Zuhause für manche Vögel kann auch winzig klein sein: Ein Vogelhäuschen etwa. Hier ist ein Star eingezogen.
  • Nahrung für den Gartengast© dpa
    Hagebutten sind Nahrung für die Vögel im eigenen Garten.
  • Lockpflanze für Insekten© dpa
    Die Blüten des Holunder ziehen viele Insekten an - die wiederum den Vögeln im Garten als Nahrung dienen.
Den meisten Menschen fällt es nicht auf, wenn Vögel im eigenen Garten fehlen. Dabei kann es etwas herrlich Beruhigendes haben, den Tieren zuzusehen: Wie sie kleine Beeren in den Büschen pflücken, im Boden nach Würmern picken oder im Teich planschen. Man beobachtet das hektische Treiben eines brütenden Paares in der Hecke. Bis die Kleinen davonfliegen. Aber dazu muss man Kleiber, Rotkehlchen und Co. erst mal in den Garten locken.

Was Vögel im Garten brauchen

Ihnen fehlt dort Vielfalt. Statt nur einer weiten Rasenfläche brauchen Vögel viele Sträucher, Hecken und Bäume. Und das sind am besten Pflanzen, die hierzulande auch in der Natur vorkommen. «Heimische Pflanzen haben den großen Vorteil, dass deren Früchte häufiger von Vögeln gefressen werden als die der Exoten», erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund. «Auch sind die Insekten häufig auf Wirtspflanzen, also spezielle heimische Pflanzenarten, angewiesen.» Und Insekten sind schließlich Vogelnahrung.

Vogelsträucher Eibe, Weißdorn und Hagebutte

Heiermann empfiehlt zum Beispiel für den Garten Liguster, Wildrosen, Weißdorn und Pfaffenhütchen. Auch Schneeball, Vogelbeere, Felsenbirne, Europäische Eibe, Hagebutte, Faulbaum, Europäische Eibe gehören zu den heimischen Gewächsen, die Vögeln viel bieten.

Schwarzer Holunder zieht Insekten an

Prof. Peter Berthold rät zum unkomplizierten Schwarzen Holunder. «Seine Blüte ziehen extrem viele Insekten an - also die Vogelnahrung», erklärt der ehemalige Direktor der Vogelwarte vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell am Bodensee. Und viele Vögel haben Holunderbeeren zum Fressen gern.

Efeu als Nistplatz und Futterlieferant

Auch Efeu an Haus- und Garagenwänden ist ein Vogelmagnet. «Efeu ist ein idealer Schutz und Nistplatz, und er zieht als Herbstblüher sehr viele Insekten an», erklärt Prof. Außerdem können seine Beeren von den Tieren während der Phase der Aufzucht ihrer Jungen vertilgt werden. Auch andere Beerensträucher, Obstpflanzen und in großen Gärten sogar Streuobstwiesen sind ideal. Prof. Berthold rät aber, bei größeren Grundstücken neben Laub- auch Nadelbäume wie Fichten oder Kiefern zu pflanzen. «Als immergrüne Bäume bieten sie im Winter verschiedenen Vogelarten Schutz», erklärt er.

Wilde Ecke im Garten reicht

Vögel sind also eigentlich ziemlich einfach zufriedenzustellen: Sie brauchen Nahrung und ein Heim. Das alles muss man nicht auf dem gesamten Grundstück bieten - was Freunde des englischen Rasens beruhigen mag. Es empfiehlt sich, in einer Ecke des Grundstücks Sträucher zusammenzusetzen, die Beeren, Samen, Insekten sowie Nistmöglichkeiten bieten. Berthold rät sogar dazu, solche Bereiche sich selbst zu überlassen und einige Stellen nicht zu mähen.

Zaunkönig und Specht profitieren von altem Holz

Sogar abgestorbenes Holz, zu einem Haufen aufgestapelt, ist in einer solchen Ecke wertvoll: Es bietet den Tieren eine Versteckmöglichkeit, etwa der Zaunkönig schätzt das. Für große Gärten bietet sich auch an, abgestorbene Bäume stehen zu lassen. «Zum Beispiel Spechte, Kleiber und unsere Meisenarten profitieren hiervon», erklärt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Spechte schlagen Höhlen hinein, die anderen Vogelarten nutzen sie nach deren Auszug.

Mehrere Nistkästen anbieten

Aber ein Zuhause für die Tiere kann auch winzig klein sein: ein Vogelhäuschen etwa. Erlwein rät, mehrere Kästen anzubieten, und zwar in verschiedenen Größen und mit verschieden großen Einfluglöchern, denn jede Vogelart bevorzugt anderes. Die Boxen hängen am besten in einer Höhe von circa 2,50 Metern.
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© dpa

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Fotostrecke:

  • Rotkehlchen© dpa
    Heimische Vögel erkennen

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 26. Januar 2017