Mähroboter: Gefahr für Igel und andere Tiere

Mähroboter: Gefahr für Igel und andere Tiere

Mähroboter sind praktisch, leise - und eine große Gefahr für kleine Tiere. Vor allem Igel fallen den kleinen Rasenmähern immer wieder zum Opfer.

Mähroboter

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Ein Mähroboter kann zur Gefahr für Igel und andere Kleintiere werden.

Mähroboter können Igeln und anderen Kleintieren im Garten gefährlich werden. Die Geräte sollten laut Herstellerangaben in der Regel nicht unbeaufsichtigt im Beisein von Kindern und Haustieren arbeiten.

Mähroboter nicht nachts laufen lassen

Deswegen lassen viele die selbstständig arbeitenden Geräte in der Dämmerung oder nachts laufen - was sie aber zur Gefahr für dämmerungs- und nachtaktive Tiere wie Igel und Blindschleichen, Kröten, Eidechsen und Insekten macht. Darauf weist Martina Gehret hin, die Igelbeauftragte des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV).

Immer mehr verletze Igel durch Rasenroboter

Rasenroboter hielten vor den kleinen Tieren nicht an. Und etwa Igel flüchten auch nicht, sondern rollen sich bei Gefahr nur zusammen. Dann werden sie geschnitten, skalpiert, zerhäckselt oder überrollt und getötet. Junge Tiere trifft es besonders häufig. Der LBV verzeichnet in dem Zusammenhang steigende Nachfragen zu verletzten Tieren bei den Igelstationen.

Fadenmäher sind noch größere Gefahr

Noch gefährlicher für Igel sind Fadenmäher oder Freischneider: Mit den motorisierten Sensen werden Rasenkanten und das Grün unter Büschen und Hecken geschnitten. Diese Stellen dienen tagsüber sehr häufig als Rückzugsort für die Tiere.

Mähroboter gefährden Kinderfüße

Stiftung Warentest hat im Frühjahr 2018 acht Mähroboter auf den Prüfstand gestellt. Am Ende bekam keines der Geräte eine bessere Note als «befriedigend», obwohl viele von ihnen gut mähten. Denn bei allen gebe es ein Unfallrisiko, vor allem für Kinder, teilte Stiftung Warentest damals mit. Sechs der getesteten Roboter hätten ein stehendes Kind immerhin erkannt, zwei hätten dagegen deutliche Schnitte an einem Kinderschuh hinterlassen. Beide Roboter wurden deshalb mit «mangelhaft» bewertet.
Mähroboter fügen auch kleinen Gegenständen wie Spielzeug auf dem Rasen mitunter erheblichen Schaden zu. Wie starken Schaden Roboter anrichten, hängt vom Mähwerk ab. Die kleinen beweglichen Klingen von Kreiselmähern verursachen nur oberflächliche Schnitte. Feststehende Messer hobelten dagegen ganze Stücke aus einem Tennisball. Hobbygärtner räumen Gegenstände, die kleiner als sechs Zentimeter sind, vor dem Mähen am besten vom Rasen.

Ein bisschen Mut zur Wildnis wagen

Hersteller arbeiten daran, die Maschinen noch sicherer zu machen. Aber auch die Verbraucher sind gefragt: «Leben Kinder und Haustiere im Haushalt, sollte der Mäher nicht arbeiten, wenn auf dem Rasen gespielt wird», rät sie. Gebe es Igel im Garten, sollte außerdem nachts nicht gemäht werden. Und: «Wer Teile des Rasens beim Mähen ausspart, schafft naturnahe Flächen, in denen kleine Tiere Schutz finden können.»

Mäher zugunsten der Igel stehenlassen

Auch Igel-Expertinnen Martina Gehret und Lydia Schübel appellieren an Gartenbesitzer. Sie wünschen sich: «Etwas mehr Mut zur Wildnis im Garten und einfach mal den Mäher im Schuppen stehen lassen.»
Rasenmäher im Einsatz
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 17. Juni 2019

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