Schnecken: 10 umweltfreundliche Tipps gegen die gefräßigen Schleimer

Schnecken: 10 umweltfreundliche Tipps gegen die gefräßigen Schleimer

Sie fressen sich durch Salatköpfe und vertilgen ganze Blumenbeete über Nacht. Wie man Schnecken im Garten ohne chemische Gifte stoppt und Pflanzen auf natürliche Weise vor ihnen schützt.

Schnecken-Bekämpfung

© dpa

Ungebetener Gast: Die Spanische Wegschnecke ist besonders robust und gefräßig.

Schnecken bringen manchen Hobbygärtner auf die Palme. Sie knabbern am Salat, vernichten Astern und Petunien auf ihrem Weg durch die Beete. Es gibt aber Tipps, Schnecken nicht nur zu vertreiben, sondern sogar ganz von den Beeten abzuhalten - vor allem die gefräßigen Nacktschnecken. Denn Schnecken mit Gehäusen verursachen kaum Schäden. Wie man Schnecken am besten bekämpft, ganz ohne umweltschädliche Gifte oder Chemie.

1. Schnecken mit Gerüchen vertreiben

Schnecken mögen keinen Knoblauch, Zwiebeln und mediterrane Kräuter. Nicht gefährdet im Garten sind daher der Zierlauch sowie im Kräuterbeet Lavendel, Rosmarin, Kapuzinerkresse und Thymian. Wer z.B. Thymian ringförmig rund um das Gemüsebeet pflanzt, hält die meisten Schnecken auf Distanz. Basilikum schmeckt den Schädlingen dagegen besonders gut.

2. Schnecken das Futter entziehen

Schnecken ignorieren selbst die saftigsten Blätter, wenn der Hobbygärtner die richtigen Sorten setzt. Zwar ist Salat die Lieblingsspeise von Nacktschnecken, aber sie mögen keine rotlaubigen Sorten, erläutert BVE. An fleischigen Blättern wie von der Fetthenne, vom Hauswurz und der Wolfsmilch können die Tiere nur schwer knabbern. Das gilt auch für ledriges Grün wie von der Bergenie sowie für behaarte Blätter wie die des Storchschnabels, Nelkenwurz und der Geranien. Eisenhut, Fingerhut, Maiglöckchen und Pfingstrose sind giftig und daher kein Gaumenschmaus für die Schädlinge.

3. Schnecken mögen es feucht, Beete also nicht mulchen

Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit zur Fortbewegung. Daher sollten Hobbygärtner dafür sorgen, dass der Boden um gefährdete Pflanzen immer gut abtrocknen kann, indem er offen bleibt und nicht oder nur sehr dünn mit Mulch bedeckt ist. Alle zwei bis drei Tage zu gießen ist besser, als den Boden ständig feucht zu halten.

4. Beete morgens gießen

Abends kann Feuchtigkeit im Beet nicht immer gut abtrocknen. Daher ist es besser, frühmorgens zu gießen und Nacktschnecken so die Möglichkeit zur Nahrungssuche zu nehmen.

5. Schnecken mit Schneckenzaun oder Barrieren stoppen

Ein Ring aus Sägemehl oder Kalk hält die gefräßigen Schnecken vom Beet fern. Sägemehl ist rau- und einen rauen Untergrund meiden die Schädlinge. Kalk verätzt ihre Sohle. Regnet es, müssen diese Schichten aber erneuert werden. Kaffee oder Kaffeesatz ist nicht giftig für die Umwelt, aber für die Schnecken. Ein weiteres umweltfreundliches Mittel gegen die Tiere ist ein Schneckenzaun, den es im Fachhandel gibt. Wichtig ist, dass die Zäune mindestens 10 Zentimeter tief in den Boden und etwa genauso hoch aus diesem ragen. Hiervon muss man die Schnecken aber regelmäßig absammeln - und darauf achten, dass keine Pflanzenteile über den Zaun hängen. Sie würden den Tieren als Leiter dienen.

6. Schnecken in Verstecke locken....

Hilfreich beim Einsammeln der Tiere ist ein Trick: Man gibt ihnen vermeintlich ein Zuhause. Hobbygärtner verteilen zum Beispiel hohl aufliegende Bretter mit Grünabfällen, Dachziegel, umgedrehte Tontöpfe, die Schalen von Orangenhälften oder große Blätter wie vom Rhabarber im Garten. Hier sammeln sich die Schnecken, und der Hobbygärtner muss nur zugreifen. Das ist auch der beste Tipp gegen die eingeschleppte, massenhaft auftretende Spanische Wegschnecke. Denn sie verschmähen natürliche Fraßfeinde der anderen Schnecken, und die Schädlinge sind auch nicht gegen Trockenheit empfindlich.

7. ... und weit weg wieder freilassen

Es hilft tatsächlich, Schnecken einzusammeln und sie über den Zaun zu werfen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forscherteams der britischen Hochschulen Queen Mary University of London und University of Exeter, über das die Zeitschrift «Physica Scripta» im Mai berichtete. Werden Schnecken mindestens 20 Meter weit entfernt, wird ihr Instinkt gestört. Sie finden nicht mehr zurück zum Ausgangspunkt. Allerdings raten die Experten nicht, die Schnecken einfach in Nachbars Garten zu werfen, sondern sie vielmehr im Freiland auszusetzen.

8. Schnecken mit Bierfallenstoppen

Schnecken stehen einfach auf Bier. Ein im Beet eingegrabener Becher davon lockt sie an, aber die Becher voller Bier wirken nur in kleinen, abgegrenzten Bereichen. Allerdings landen auch Käfer und Spinnen in der Falle. Wird der Becker nicht ebenerdig eingegraben, sind diese eher geschützt. Hobbygärtner sollten das Bier regelmäßig austauschen. Denn nur der Alkohol im Bier lässt die Schnecken sterben. Alkoholfreies Bier wirkt daher genauso wenig wie schales Bier, aus dem der Alkohol verdunstet ist.

9. Natürliche Schneckenfeinde ansiedeln

Für Igel, Kröten, Spitzmäuse, viele Vogelarten wie Amseln, Stare und Elstern und für Blindschleichen sind Schnecken ein Genuss. Hobbygärtner sollten diesen Tieren die Möglichkeit geben, sich in einem naturnah gestalteten Garten anzusiedeln. Haufen mit Gartenabfällen, Laub und Reisig geben ihnen etwa Unterschlupf, Hecken und Sträucher bieten Nistplätze.

10. Schneckeneier vernichten

Diese Maßnahme funktioniert nur im Herbst oder zeitigen Frühjahr: Schnecken hinterlegen Gelege mit mehreren hundert Eiern im Boden. Diesen sollten Hobbygärtner nach den ersten Frösten im Herbst oder im Frühjahr durchhacken. Allerdings widerspricht diese Maßnahme dem biologischen Gärtnern, da damit das Bodenleben insgesamt beeinträchtigt wird. Denn ein paar Schnecken braucht der Hobbygärtner noch: Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere, zersetzen diese und helfen so bei der Humusbildung mit.

Quelle: berlin.de/dpa

| Aktualisierung: 7. Mai 2019

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