Mietbeete: Gemüse anbauen auf gemieteten Gartenflächen

Mietbeete: Gemüse anbauen auf gemieteten Gartenflächen

Weder Garten noch Datsche? Macht nichts: Auf Mietbeeten können auch Großstädter einen Sommer lang Gemüse anbauen, gießen und ernten.

Mietbeete

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Hier lernen Großstädter das Gärtnern.

Wer das Gärtnern erlernen will, kann sich in ganz Deutschland immer mehr Angebote aussuchen, die ein bereits bestelltes Beet vermieten und Tipps für die Versorgung geben. «Schnuppergärtnern» nennt das Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG). Er und einige Anbieter geben einen Überblick zu den wichtigsten Fragen:

Was umfasst das Angebot bei Mietbeeten?

Bauern parzellieren Ackerfläche und vermieten die Beete in unterschiedlichen Größen für genau einen Sommer. Sie bepflanzen die Flächen, bevor der Schnuppergärtner diese ab Anfang Mai übernimmt. Dann harkt, wässert und erntet der selbst- oder eben nicht. Was in welchem Maße an Gartenarbeit geleistet wird, liegt beim Mieter. Während der Arbeit werden die Gärtner vom Anbieter mit Tipps unterstützt. «Es gibt noch einen Vorteil: Wenn man in den Urlaub fährt, kümmert sich der Ackerherr um die Kulturen», sagt Wagner.

Wo gibt es Beete zum Mieten?

Der BDG berichtet von Angeboten überall im Land. Meist sind es Landwirte, die nicht mehr genutzte Acker bereitstellen. Es haben sich aber auch schon hierauf spezialisierte Firmen gegründet. Von Bonn aus verwaltet etwa das Projekt «Meine Ernte» einige Flächen im Umfeld von 15 Großstädten, vornehmlich in West- und Mitteldeutschland. Laut BDG lohnt sich auch ein Blick in den Kleinanzeigenteil der Zeitung.

Was darf man auf Mietbeeten anbauen?

Mehr als 20 Gemüsesorten setzen die angefragten Anbieter auf ein Beet. Wer die nicht alle haben will, kann auch Sorten rausreißen. Bei einigen Angeboten bleibt eine kleine Fläche brach, die der Schnuppergärtner selbst bestellen darf. Auch die Nachsaat kann selbst gewählt werden.

Wie hoch ist der Aufwand bei Mietbeeten?

Dank einer Bewässerungsanlage auf seinen Beeten rechnet Benjamin Bauer vom «Bauerngarten» mit einem Aufwand von bis zu zwei Stunden pro Woche für ein Beet. Wanda Ganders von «Meine Ernte» gibt ein bis zwei Stunden an.

Braucht man eine Gärtner-Ausrüstung?

Bei vielen Angeboten wird die Ausrüstung gestellt und befindet sich in einem Geräteschuppen am Feldrand. Benötigt werden laut Wagner für die Arbeit im Beet als Grundausrüstung Harke und Spaten.

Was kosten Mietbeete?

Bei dann angefragten Angeboten ist die kleinste Parzelle rund 22 Quadratmeter groß und kostet ab 150 Euro für eine Saison. Größere Beete können bis zu 85 Quadratmeter umfassen und rund 330 Euro kosten. Nach Berechnungen von Benjamin Bauer reichen 45 Quadratmeter für die Versorgung von drei bis vier Personen mit Gemüse.

Mietbeete in und um Berlin

Viele Informationen zu Standorten, Preisen und mehr bietet die Website "Meine Ernte". Außerhalb Berlins bietet das Projekt Bauerngarten Flächen an. Aber auch in Berlin selbst gibt es immer mehr Mietbeete wie z.B. im Bauerngarten im Botanischen Volkspark Pankow, auf dem Hof Gericke in Rudow und in den Gemüsegärten in Wartenberg.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 30. März 2017