Trauringe selber schmieden: In zehn Schritten zum Ehering

Trauringe selber schmieden: In zehn Schritten zum Ehering

Immer mehr Brautpaare wollen selbst an ihrem Eheglück schmieden und stellen ihre Trauringe in Eigenregie her. Wie aus einem Streifen Edelmetall ein Symbol der Liebe wird.

Eheringe selber machen

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Noch ist es nur ein Stück Metall: Ein Hochzeitspaar schmiedet seine Ringe selbst.

Zum Juwelier, Trauringe aussuchen, fertig? Vielen Brautpaaren fehlt dabei die Romantik und sie entscheiden sich, ihre Ringe gemeinsam selbst zu schmieden. Und der Trend zum DIY-Unikat aus Gold, Silber und Palladium hält an: Immer mehr Goldschmiedewerkstätten in Deutschland bieten spezielle Trauringkurse an, bei denen auch handwerklich Ungeübte mit der richtigen Anleitung perfekte Trauringe hinbekommen.

Trauring schmieden unter fachkundiger Anleitung

Die meiste Arbeit machen die Hochzeitspaare in den mehrstündigen Kursen selbst. Die Goldschmiedin oder der Goldschmied erklärt, hilft und greift nur dann ein, wenn es für die Laien zu schwierig wird. Doch wie läuft ein solcher Kurs ab? Der Weg zum selbstgeschmiedeten Ring in zehn Schritten.

1. Vorgespräch und Kostenvoranschlag für die Trauringe

Beim ersten Termin sprechen Hochzeitspaar und Goldschmied darüber, wie die fertigen Trauringe aussehen sollen. Material, Form, Breite, Stärke, Oberfläche, Gravur und Brillantenbesatz sind in der Regel frei wählbar. Auf Grundlage dieser Wünsche und der Ringgrößen der Brautleute kann der Goldschmied einen Kostenvoranschlag machen, die benötigte Metallmenge berechnen und diese in der gewünschten Legierung bestellen.

2. Ausgangsmaterial: Ein Streifen aus Metall

Das Ausgangsmaterial für die Trauringe sieht am Anfang ziemlich unspektakulär aus: Vor den Brautleuten liegen gerade, graue und flache Metallstreifen aus dem gewählten Material. Die Breite, Form und Länge der Streifen sind so festgelegt, dass die Ringe erst nach dem vielen Hämmern, Feilen und Polieren die richtige Größe haben und genau so werden, wie es sich das Hochzeitspaar wünscht.

3. Feilen: Begradigung im Scharnierkaliber

Nun ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zunächst werden die Seiten der Metallstreifen mit einer feinen Metallfeile behutsam begradigt und die Länge korrigiert. Dafür wird das Material in einen Scharnierkaliber - einer Art Minischraubstock - gespannt. So ist es sicher eingeklemmt und kann gut bearbeitet werden.

4. Biegen: Aus dem Metallstreifen wird ein Trauring

Nun werden die Metallstreifen zu Ringen gebogen. Ihre runde Form erhalten sie mithilfe einer speziellen Biegevorrichtung oder einer Zange. Schiefgehen kann bis dahin nichts: Noch können die Ringe problemlos wieder zurückgebogen werden und es geht von vorne los.

5. Hämmern: Die letzte Lücke wird geschlossen

Nach dem Biegen sind die Ringe noch nicht ganz geschlossen. Also werden sie in einen Schraubstock gespannt und kräftig mit dem Hammer traktiert. Die gezielten Hammerschläge sorgen dafür, dass sich die letzte Lücke schließt und die Enden zusammengelötet werden können.

6. Ebnen: Mit der Laubsäge gegen Unebenheiten im Ring

Vor dem Löten werden kleine Unebenheiten auf der Oberfläche der Trauringe mit einer kleinen Laubsäge entfernt.

7. Löten: Ringenden werden mit Metall verbunden

Das Zusammenlöten der Ringenden übernimmt die Goldschmiedin oder der Goldschmied. Dafür legt sie oder er ein kleines Stück Lot aus dem passenden Material auf die Fuge und erhitzt den gesamten Ring mit einem Brenner. Das Lot wird flüssig, fließt in die Fuge und verbindet so die beiden Enden.

8. Formen: Die Trauringe werden rundgeschlagen

Nach dem Löten werden die Ringe auf einen sogenannten Ringdorn – einer konisch geformten Eisenstange - gezogen und mit einem Kunststoffhammer in ihre perfekte runde Form geschlagen.

9. Stauchen: Unter Druck zur richtigen Ringgröße

Noch sind die Ringe zu groß und müssen mit einer speziellen Presse auf die richtige Ringgröße gestaucht werden. Dafür werden Schablonen in die Maschine eingesetzt. Durch die Stauchung verhärtet sich das Material gleichzeitig.

10. Polieren: Glatt, matt oder glänzend

Die Ringe werden mit grobem Schleifpapier glattgeschliffen. Einfache Finishes für die Oberfläche kann das Brautpaar selbst herstellen. Je nach Wunsch wird die Oberfläche zum Beispiel mit einem Schwämmchen mattiert oder mit Polierstahl zum Glänzen gebracht. Diamanten oder andere Edelsteine werden nachträglich von der Goldschmiedin oder vom Goldschmied eingefasst.
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Quelle: BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: 7. März 2018