Baldrian: Welche Wirkung hat er auf Katzen?

Baldrian: Welche Wirkung hat er auf Katzen?

Baldrian wirkt bei vielen Katzen wie eine Droge - die Wurzel versetzt die Samtpfoten in einen Vollrausch. Was Katzenhalter darüber wissen sollten.

Baldrian

© dpa

Der Klassiker unter den Beruhigungsmitteln: Baldrian. Bei Katzen bewirkt er das Gegenteil.

Katzenbesitzer können ihren Samtpfoten mit einem Baldriankissen eine große Freude machen. Anders als beim Menschen wirkt das Katzenkraut bei Katzen anregend und berauschend statt beruhigend und schlaffördernd. Nicht umsonst wird Baldrian (Valeriana) auch als Katzendroge bezeichnet.

Baldriankissen: Was ist drin?

Baldrian ist ein weit verbreitetes Kraut. Sein für Menschen eher unangenehme Geruch, der viele an alten Käse oder ungewaschene Füße erinnert, kommt von den in der Pflanze enthaltenen ätherischen Ölen, Alkaloiden und Sesquiterpenen. Letzte wirken bei Katzen ähnlich wie Sexuallockstoffe. Verarbeitet wird vor allem die ölhaltige Wurzel. Getrocknet wird sie für den Menschen zu Baldriantee verarbeitet. Sie landet aber eben auch im Schmusekissen für die Katze - zusammen mit Füllmaterial. Oft ist das Watte, manchmal Dinkelspelz.

Wirkung von Baldrian auf Katzen

Die meisten Katzen lecken das Baldriankissen immer wieder ab und wälzen sich auf dem Boden. Sie reiben ihre Köpfe daran, nehmen es zwischen ihre Pfoten und die Zähne, spielen damit und lassen sich immer wieder fallen. Oft toben oder torkeln sie durch die Wohnung. Andere wirken beseelt und wie weggetreten. Wer mehrere Katzen hat, kann mitunter Kämpfe und anderes aggressives Verhalten beobachten. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei.

Ist Baldrian schädlich für Katzen?

Nicht direkt. Um schweren Verletzungen vorzubeugen, sollte jede Katze ihr eigenes Kissen bekommen. Kommt es dennoch zu heftigen Kämpfen, entfernen Katzenbesitzer die Kissen zügig und lüften kurz. Bevor der Katze das Kissen zum Spielen gegeben wird, sollten Halter außerdem darauf achten, dass es gut vernäht ist. Fällt ein kleines Stückchen heraus, ist das erst einmal kein Grund zur Panik. Denn giftig ist Baldrian für Katzen nicht. Größere Mengen können bei Verschlucken aber zu Erbrechen führen und die Leber schädigen. Verschluckte Fäden und Füllmaterial hingegen führen im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss. Abhängig macht Baldrian nicht, auch Entzugserscheinungen sind kein Thema.

Baldrian nur ab und zu anbieten

Wie oft sollte man Katzen Baldrian anbieten? Nicht zu oft, sagen Katzenexperten. Denn der Effekt nutzt sich ab. Greift man einmal in der Woche dazu, bleibt der Duft für die Katze spannend. Zwischendurch wird das Kissen in einer luftdichten Dose gelagert. Ist das Kissen durch den Speichel der Katze nass, vorher unbedingt gut trocknen lassen. Die Lagerung in der Dose hat den zusätzlichen Vorteil, dass der Geruch länger erhalten bleibt. Bevor die Katze das Kissen erneut bekommt, einmal gut durchkneten. So riecht es fast wie neu. Zu oft verwendet werden sollten die Kissen aus Hygienegründen nicht.

Alternativen zum Baldriankissen

Damit Katzenangel, Bällchen und Co. Interessanter werden, kann Katzenspielzeug kann mit Baldrianspray eingesprüht werden. Auch Tabletten und Tropfen sind erhältlich. Manche Katzen reagieren gar nicht auf Baldrian. Daran sind Forschungen zufolge die Gene schuld – den Katzen fehlt einfach das "Baldrian-Gen". Ist das der Fall, können es Katzenbesitzer mit Katzenminze (Catnip) probieren.

Aktualisierung: 15. Oktober 2019