Wildschwein auf dem Weg: So verhält man sich richtig

Wildschwein auf dem Weg: So verhält man sich richtig

Die Borstenviecher sind nicht nur imposant, sie können auch richtig gefährlich werden. Wie man am besten reagiert, wenn ein Wildschwein den eigenen Weg kreuzt.

Bache mit Frischlingen

© dpa

Zwischen März und Mai werden die meisten Frischlinge bei Wildschweinen geboren. Dann reagieren die weiblichen Tiere besonders empfindlich auf Eindringlinge.

Auch im Berliner Stadtgebiet gibt es immer mehr Wildschweine. Die borstigen Paarhufer drängen auf der Suche nach Nahrung in die Stadt, manche Berliner füttern sie sogar - verbotenerweise wohlgemerkt. Die Folge: Die Schweine verlieren ihre Scheu vor dem Menschen. Das kann schnell gefährlich werden.

Zu welcher Tageszeit sind Wildschweine aktiv?

Die Schweine passen ihren Lebensrhythmus an die Umstände an. Sie können also nachtaktiv und tagaktiv sein: Fühlen sie sich tagsüber gestört, verlagern sie die Nahrungssuche in die Dämmerung und in die Nacht. Das ist vor allem in dicht besiedelten Gebieten der Fall. Eine wildschweinfreie Tageszeit gibt es in Siedlungsnähe dementsprechend nicht. Sind sie ungestört, suchen Wildschweine in der Regel tagsüber nach Futter.

Zu welcher Jahreszeit ist die Gefahr am größten?

Wildschweinangriffe sind im Frühjahr, zwischen März und Mai, am wahrscheinlichsten. Denn dann sind die Bachen mit ihren Frischlingen unterwegs und im Verteidigungsmodus: Sieht die Mutter ihren Nachwuchs bedroht, greift sie an und verteidigt ihn mit dem Leben. Einige Wildschweine leben wegen des üppigen Nahrungsangebots inzwischen das ganze Jahr über in der Stadt und bekommen auch das ganze Jahr über Junge. Diese sogenannten Stadtschweine haben oft keine natürliche Angst mehr vor dem Menschen.

Wildschweine sind große Gefahr für Kinder

Da Wildschweine auch vor Essensresten und Mülleimern in öffentlichen Parks und auf Spielplätzen keinen Halt machen, besteht vor allem für Kinder große Gefahr. Sie können die Situation nicht richtig einschätzen und halten zu wenig Abstand von den niedlichen Tierbabys. Und während "echte" Wildschweine schon flüchten, wenn sich ein Mensch auf 150 Meter nähert, kann die Fluchtdistanz bei Stadtschweinen bei mickrigen fünf Metern liegen. Das bedeutet eben auch, dass die Angriffsdistanz bei fünf Metern liegt.

Verhaltensregeln für Wildschweinbegegnungen

  • Ruhe bewahren und gelassen bleiben.
  • Stehenbleiben und dann langsam zurückziehen
  • Ausreichend Abstand halten, Tier nicht einengen.
  • Dem Wildschwein eine Rückzugsmöglichkeit geben.
  • Nur langsame Bewegungen machen.
  • Falls vorhanden, auf einen Hochsitz klettern.
  • Auf keinen Fall hektisch werden und wegrennen.

Welche Warnsignale gibt es für einen Angriff?

Wenn das Wildschwein lautstark durch die Nase schnaubt und bläst, das Schwänzchen aufgestellt ist, den Kopf hin und her wirft und die Zähne klappern, steht ein Angriff kurz bevor. Und nun? Ist es laut Torsten Reinwald, Biologe und Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes, am besten sich großzumachen und laut in die Hände zu klatschen. Normalerweise verzieht sich das Borstenvieh dann. Wenn nicht, drohen teils schwere Verletzungen. Denn Wildschweine haben neben ihrer schieren Masse von bis zu 200 Kilogramm auch messerscharfe Zähne zu bieten, die große Schäden anrichten können.

Wie genau greifen Wildschweine an?

In den meisten Fällen gehen die Schweine den Menschen frontal zwischen die Beine und werfen sie um. Die scharfen Zähne können nicht nur die Hose zerfetzen, sondern auch die Schlagadern an den Innenseiten der Oberschenkel. Und ja, Wildschweine beißen auch zu. In der Regel attackieren die Tiere nur einmal und laufen dann weg. Verletzte Keiler sind ebenfalls besonders aggressiv und greifen immer wieder an. Wer einen entdeckt, ruft am besten die Polizei.

Schützt ein Hund oder ist er in Gefahr?

Letzteres. Hunde werden vor allem in der Frischlingszeit häufig Opfer von Wildschweinangriffen. Oft trifft es dann auch Herrchen oder Frauchen. Denn das Schwein erkennt sehr wohl, wer das Alphatier des Rudels ist und greift den Chef an. Hundebesitzer sollten ihren Tier vor allem im Wald also besser an die Leine nehmen.

Wildschweine sind eigentlich friedliche Tiere

Grundsätzlich sind Wildschweine friedliche Tiere. Sie haben Angst vor dem Menschen und sind nicht aggressiv. Sie verstecken sich und kommen erst heraus, wenn sich die Menschen in ihre Häuser und Wohnungen zurückgezogen haben. Daher ist es auch so wichtig, dass die Tiere ihre Scheu vor dem Menschen behalten. Das Füttern der Wildtiere ist daher generell verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro bestraft werden.

Fotostrecke:

  • Wildschwein© dpa
    Fünf Tipps zum Schutz vor Wildschweinen

Quelle: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz/BerlinOnline

| Aktualisierung: 20. Juli 2018

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