Kuhangriff: So verhalten sich Wanderer richtig

Angst vor Kühen müssen Wanderer nicht haben - aber Respekt. Denn vor allem wenn Jungtiere in der Nähe sind, kann es schnell gefährlich werden.
Kuh mit Wanderern
Wanderer und Spaziergänger sollten Abstand zu Kühen mit Jungtieren halten und ihre Hunde anleinen. © dpa

Kälber sind niedlich. Doch wer ihnen zu nahe tritt, bekommt schnell Ärger mit der Mutter. Wanderer und Spaziergänger sollten deshalb Abstand halten und auch Hunde zurückhalten, rät die Tierrechtsorganisation Peta. Hier die wichtigsten Tipps im Überblick:

1. Abstand halten, Hund anleinen

Auf keinen Fall sollten Wanderer über Zäune klettern oder durch Kuhherden laufen, nur weil es kürzer ist. Wer mit Hund unterwegs ist, leint den Vierbeiner an kritischen Stellen besser an. Ansonsten gilt: Weideflächen weiträumig umgehen. Greift ein Rind an, lassen Wanderer ihren Hund am besten frei. Er ist meist schneller als die Kuh und kann flüchten, während sich der Mensch in Sicherheit bringt.

2. Kühe nicht mit den Augen fixieren

Rinder niemals mit den Augen fixieren, sondern locker an ihnen vorbeigehen. Das signalisiert den Tieren, dass keine Gefahr droht.

3. Bei Kuhangriff nicht wegrennen

Wer von einem Rind angegriffen wird, sollte versuchen ruhig zu bleiben, sich groß machen und langsam nach hinten weggehen. Dabei dem Tier besser nicht den Rücken zudrehen. Nicht auf den Boden legen oder hektisch wegrennen.

Kuhattacken treffen vor allem Landwirte

Das Rinder für Wanderer auf Almen gefährlich werden, ist eher die Ausnahme. Die Attacken treffen vor allem die Landwirte, die die Höfe bewirtschaften. Der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wurden im vergangenen Jahr fast 10.200 Unfälle mit Rindern gemeldet. In etwa 41 Prozent der Fälle trat ein Rindvieh zu.

Fast 150 der Unfälle wurden als Angriffe von Rindern deklariert. Davon endeten vier tödlich. Meist sind mangelndes Wissen und «Fehler in der Mensch-Tier-Kommunikation» der Grund für diese Zwischenfälle, wie Tierschutzbund-Sprecher Marius Tünte sagt. «Kühe sind sehr friedliche Tiere, jedoch ist die Arbeit mit ihnen nicht ungefährlich.»

Stress macht friedliche Kühe aggressiv

Inzwischen werden Schulungen zum richtigen und vor allem stressfreien Umgang mit Herdentieren angeboten. Der Stress sei es nämlich, der aus einer friedlichen Kuh eine aggressive machen kann, sagt Tünte, der auch den Wandel in der Landwirtschaft für Probleme zwischen Mensch und Tier verantwortlich macht.

«Die Bestandsgrößen wachsen und die Landwirte können zu den vielen Tieren ihres eigenen Bestandes kein optimales oder gar kein Vertrauensverhältnis aufbauen», sagt er. «Statt sich und den Tieren Zeit zu lassen, werden diese durch eine aggressive Körpersprache, Druck und lauter Stimme zu der gewünschten Leistung bewegt. Fühlt sich ein Rind bedrängt und kann nicht ausweichen, kann es schnell zu Verletzungen kommen.»

Eine Alm ist kein Streichelzoo

Der Bayerische Bauernverband hat Spaziergänger und Wanderer in den Bergen nach einer Reihe von Unfällen zu besonderer Vorsicht aufgerufen und rät ebenfalls dazu, gebührenden Abstand zu Weidetieren zu halten. «Ruhig bleiben, nicht davonlaufen und im absoluten Notfall der Kuh mit einem Stock auf die Nase hauen oder langsam und ruhig aus der Gefahrenzone gehen» - so lautet die Empfehlung.

In Österreich hat die Landwirtschaftkammer Tirol nach Kuh-Attacken einen Flyer zum richtigen Verhalten auf der Alm ausgegeben. Der Titel: «Eine Alm ist kein Streichelzoo».

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Quelle: dpa/Berlin.de
Aktualisierung: 19. Mai 2017

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