Katze kastrieren: Was dafür spricht und was dagegen

Katze kastrieren: Was dafür spricht und was dagegen

Eine Kastration ist sinnvoll. Die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen sinkt, unerwünschter Nachwuchs ist ausgeschlossen. Fallen die Nachteile da überhaupt noch ins Gewicht?

träge Katze

© dpa

Nachteil einer Kastration: Durch die Hormonumstellung werden manche Tiere sehr träge.

Spätestens, wenn die eigene Katze draußen regelmäßig auf Streifzüge geht, stellt sich für Halter die Frage nach der Kastration. Die Fortpflanzungsorgane zu entfernen, verhindert nicht nur unerwünschten Nachwuchs, sondern birgt weitere Vorteile.

Welche Vorteile bringt eine Kastration?

«Bei Katern reduziert sich etwa der Radius, in dem sie wandern. Daher verringert sich die Unfallwahrscheinlichkeit», erklärt Sarah Ross, Heimtierexpertin der Organisation Vier Pfoten. Auch für weibliche Katzen ist die Kastration sinnvoll. «Die weiblichen Tiere haben oft starke Schmerzen, wenn sie rollig sind und hören teilweise sogar auf zu fressen», sagt Ross. Die Kastration sorgt dafür, dass die Katze nicht mehr rollig wird.

Was ist der Unterschied zur Sterilisation?

Bei einer Sterilisation werden bei Katern lediglich die Samenleiter durchtrennt und bei Katzen die Eileiter verschlossen. Nach dem Eingriff können Spermien bzw. Eizellen nicht mehr transportiert werden, die Befruchtung bleibt aus. Auf die Hormonproduktion hat die Sterilisation allerdings keinen Einfluss. Die Tiere bleiben also weiterhin sexuell aktiv. Das bedeutet aber auch: Kater zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten, markieren und prügeln sich. Katzen werden rollig, wollen unbedingt nach draußen und miauen teils die ganze Nacht lautstark.

Was ist das beste Alter für die Kastration?

Für einen optimalen Ablauf spielt der Zeitpunkt der Kastration eine wichtige Rolle. «Sinnvoll ist es, die Tiere noch vor der Geschlechtsreife, also mit dem fünften Lebensmonat kastrieren zu lassen», rät Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Wie läuft eine Kastration ab?

Vor der Kastration wird das Tier erst einmal gründlich untersucht. Daraufhin werden die Keimdrüsen entfernt, beim männlichen Tier also die Hoden und beim weiblichen Tier die Eierstöcke. Während des gesamten Eingriffs steht die Katze oder der Kater unter Vollnarkose. Der Schnitt ist bei Katzen etwa 1,5 bis 2 Zentimeter groß und wird vernäht.

Wann werden die Fäden gezogen?

«Viele Tierärzte nutzen dazu resorbierbares Nähmaterial, das sich automatisch von selbst auflöst», sagt Lea Schmitz. Passiert das nicht, muss die Katze nach zehn Tagen erneut zum Tierarzt, um die Fäden gezogen zu bekommen. Bei Katern wird der Schnitt nicht vernäht, da dies den Heilungsprozess stören würde.

Wie lange dauert der Eingriff?

Der Eingriff dauert nur etwa 15 Minuten. «Die Kastration ist ein ambulanter Eingriff, das Tier kann also kurz nach der Operation in der Regel ohne Probleme wieder mit nach Hause genommen werden», erklärt Kleintierpraktiker Uwe Tiedemann. Dabei müssen Halter aber beachten, dass die Katze aufgrund der Narkose etwa fünf Stunden nach der OP nichts fressen darf.

Welche Komplikationen sind möglich?

Die Kastration gehört für Tierärzte zum täglichen Geschäft und stellt einen Routineeingriff dar. Meist treten daher keine Komplikationen auf. Möglich ist aber, dass die Katze Kreislaufprobleme bekommt oder eines der Medikamente nicht verträgt. In seltenen Fällen können auch Blutungen auftreten.

Was sind langfristige Vorteile der Kastration?

Langfristig gesehen bietet die Kastration deutliche Vorteile. «Die Wahrscheinlichkeit, dass Tumore entstehen, wird durch den Eingriff verringert», sagt Tiedemann. Außerdem sinke die Verletzungsgefahr der Tiere, da sie weniger mit Artgenossen kämpfen. Auch das Problem unkontrollierter Vermehrung wird natürlich gestoppt. «Gerade in den Frühlings- und Sommermonaten sind die Tierheime mit Katzen überfüllt», sagt Schmitz.

Katze kastrieren: Was sind die Nachteile?

Die Kastration kann aber auch negative Entwicklungen mit sich bringen. «Oft ist eine Gewichtszunahme zu beobachten und die Katzen bekommen eine Kastrationswampe», sagt Ross. Der Eingriff in den Hormonhaushalt sorge außerdem häufig dafür, dass die Tiere fauler würden.

Wie hoch sind die Kosten für die OP?

Die Kosten der Kastration richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Für Kater liegt der Kostenpunkt im günstigsten Fall zwischen etwa 60 und 80 Euro. Bei weiblichen Katzen ist der Eingriff aufgrund der aufwendigeren Operation teurer. Hier zahlt der Halter etwa zwischen 100 und 120 Euro.
vorteile katzen kastration wann alter ruhiger kater katze
© dpa

Kastrierte Katzen sind oft pflegeleichter

Eine Kastration hat wie jede andere Operation Risiken und ist nicht ganz billig. Sinnvoll ist der Eingriff dennoch. Er bringt viele Vorteile für die Katze - und für ihren Halter. mehr

Vorsorgetermin beim Tierarzt
© dpa

Tierärzte in Berlin

Behandlung, OPs, Beratung, Spezialfutter und mehr: Adressen von Tierarztpraxen in den Berliner Bezirken im BerlinFinder. mehr

Fotostrecke:

  • Hauskatze© dpa
    Zehn Tipps für Katzenhalter

Quelle: dpa/Berlin.de

| Aktualisierung: 13. Februar 2017