Mobbing unter Katzen: Was soll der Psychoterror?

Mobbing unter Katzen bedeutet Stress für ihre Halter, vor allem aber für die Katzen selbst. Woran Katzenbesitzer Mobbing erkennen - und was sie dagegen tun können.
Mobbing unter Katzen
Lauert eine Katze einer anderen immer wieder auf, kann das ein Anzeichen für Mobbing sein. © dpa

Mobbing unter Katzen kommt häufiger vor als viele meinen. Vor allem Katzen, die sehr dominant sind, terrorisieren ihre Artgenossen häufig und machen ihnen das Leben schwer. Woran man Katzenmobbing erkennt und was Katzenbesitzer tun können, um die ständigen Streitereien zu stoppen.

Warum entsteht Mobbing unter Katzen?

Mobbing unter Katzen kann verschiedene Ursachen haben. Eifersucht, Revierverteidigung, Langeweile oder Platzmangel können Gründe für Mobbing sein. Meistens entsteht es aber durch ein Ungleichgewicht im Charakter oder Status der Tiere: Einige Katzen sind von Natur aus besonders dominant, andere eher zurückhaltend. Vor allem unkastrierte Katzen und Kater nehmen häufig eine Alpharolle ein, der sich die anderen Katzen in der Gruppe unterordnen. So entsteht eine Rangordnung, die immer wieder durch Streitereien zurechtgerückt wird und auf die Menschen erst einmal wenig Einfluss haben. Ist das Ungleichgewicht besonders groß, kann Mobbing die Folge sein.

Was sind Anzeichen für Mobbing unter Katzen?

Katzenhalter können Mobbing am Verhalten der Tiere erkennen. Wird die unterlegene Katze nicht mehr in Ruhe gelassen und trotz Fauchen, Knurren oder körperlichem Kleinmachen immer wieder attackiert und sogar auf der Flucht verfolgt, handelt es sich um Mobbing. Im schlimmsten Fall wird ihr der Zugang zum Futter oder Katzenklo verweigert. Die Folge: Die gemobbte Katze ist extrem gestresst. Der Stress äußert sich in Verhaltensauffälligkeiten wie Unreinheit, Putzzwang oder Futterverweigerung. Aber auch Krankheiten und Verletzungen können die Folge sein.

Können Katzenbesitzer etwas gegen Mobbing tun?

Ja, und je früher Katzenbesitzer eingreifen, desto besser. Mobbende Kater und Katzen sollten kastriert werden, kranke Tiere gesundgepflegt. Auch danach sind die Katzenbesitzer gefragt. Sie müssen der dominanten Katze zeigen, dass Mobbing nicht geduldet wird. Der unterlegenen Katze sollten sie besonders viel Aufmerksamkeit schenken. So lernt die dominante Katze, sich zurückzuhalten. Und die unterlegene Katze merkt, dass sie Rückhalt hat und gewinnt Selbstvertrauen. Das Ungleichgewicht verringert sich.

Wie kann man der mobbenden Katze Grenzen setzen?

Greift die dominante Katze an, sollten Katzenbesitzer sofort eingreifen und den Störenfried z.B. durch Spielen beschäftigen. So wird die Katze ihre Energie anderweitig los. Lässt die Katze nach der Ablenkung vom Mobbingopfer ab, kann man sie für das positive Verhalten auch belohnen. Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff sind Anstarren, Verharren in geduckter Position, Verfolgen und Auflauern. Eine weitere Möglichkeit: Nach einer versuchten Attacke sollte man die Katze konsequent aus dem Raum schicken oder ignorieren. Durch die Strafe lernt sie, dass dieses Verhalten nicht akzeptiert wird.

Was können Katzenbesitzer für die gemobbte Katze tun?

Gemobbte Katzen brauchen Unterstützung durch den Menschen. Katzenhalter können der unterlegenen Katze helfen, indem sie ihr besonders viel Aufmerksamkeit durch Spielen oder Streicheleinheiten schenken und so ihr Selbstvertrauen stärken. Damit sich die Katze sicher fühlt und die Geste versteht, sollte die mobbende Katze dabei nicht im Raum sein. Räumlich voneinander getrennte Futterstellen sorgen für mehr Freiraum und Ruhe. Mehrere Toiletten und Kratzbäume in verschiedenen Räumen sind ohnehin ein Muss bei mehreren Katzen in einem Haushalt und sorgen ebenfalls für den nötigen Abstand.

Was, wenn nichts gegen Katzenmobbing hilft?

Helfen all diese Tipps nicht, sollten Tierhalter darüber nachdenken, eine der Katzen abzugeben. Die Entscheidung, welche Katze gehen muss, ist nicht immer einfach. Eine alte, kranke Katze findet nur schwer ein neues Zuhause, ein besonders dominantes Tier kann besonders gut ins Katzengefüge eingegliedert sein. Die Trennung der Tiere sollte aber immer der letzte Ausweg sein und nicht nur erfolgen, damit endlich Ruhe herrscht.

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Quelle: jbo/BerlinOnline
Aktualisierung: 22. September 2017

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