Fuchs im Garten: Niedlich oder gefährlich?

Füchse gehen auch in Gärten auf Futtersuche. Wirklich gefährlich sind die Wildtiere trotz ihres schlechten Rufs nicht. Warum man trotzdem vorsichtig sein sollte.
füchse garten stadt
Füchse können Tollwut übertragen- und den Fuchsbandwurm. © dpa

Füchse wagen sich auf der Suche nach Fressbarem häufig in Vorgärten und Gärten- auch in der Stadt. Die einen freuen sich, einen Fuchs in unmittelbarer Nähe beobachten zu können, die anderen haben möglicherweise Angst davor, er könnte mit Tollwut infiziert sein oder vom Fuchsbandwurm befallen. Die Risiken sind überschaubar, betont Yvonne Nottebrock von Vier Pfoten, Stiftung für Tierschutz in Hamburg.

Ist die Nähe von Füchsen problematisch?

Die Nähe zwischen Mensch und Fuchs verläuft in der Regel reibungslos. Nach Nottebrocks Beobachtung freuen sich die meisten Menschen, wenn sie die Möglichkeit haben, diese Tierart beobachten zu können. Viele schätzten sie außerdem als nützlich ein, weil sie Ratten und Mäuse jagen oder auch kranke und tote Tiere beseitigen.

Fuchs sucht Nahrung in Abfalltonnen
Mülltonnen mit Essensresten ziehen Füchse magisch an.

Wie kann man Füchse vom Garten fernhalten?

Zäune nützen nicht viel, weil Füchse sie leicht überwinden können oder sich unten hindurchzwängen. Andererseits kann ein Fuchs nach Einschätzung der Tierschützer wenig Schaden anrichten. Wer sich dennoch daran stört, ihn im Garten oder sogar auf der Terrasse zu treffen, sollte verhindern, dass er dort Nahrungsquellen entdeckt. Lärm und Licht schrecken die Tiere ab. Auch wenn Menschen sich regelmäßig dort bewegen, halten Füchse Abstand. Liegt ein Fuchsbau im Garten, sollten die Tiere zur Zeit der Jungenaufzucht nicht vertrieben werden.

Sind Füchse gefährlich für den Menschen?

Füchse sind nicht aggressiv. Es besteht laut Nottebrock keine Gefahr für Menschen. Die Tiere haben eine natürliche Scheu und versuchen den Kontakt mit Menschen zu vermeiden, solange sie sich nicht an Menschen gewöhnt haben, weil sie regelmäßig gefüttert wurden.

Wie weit ist Tollwut bei Füchsen verbreitet?

Tollwut war auch in Deutschland ein großes Problem, es gilt seit 2008 aber als frei davon.

Gründlich Händewaschen
Gründliches Händewaschen nach der Gartenarbeit reduziert das Risiko, sich mit dem Fuchsbandwurd zu infizieren.

Wie häufig sind Füchse mit dem Fuchsbandwurm befallen?

Das ist regional sehr unterschiedlich. In Mitteleuropa ist das nach Nottebrocks Angaben beispielsweise im Kanton Thurgau in der Schweiz und in Deutschland auf der Schwäbischen Alb ein größeres Problem als anderswo. Die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, gilt aber als gering. In den Gegenden mit hohem Befall sollten zum Schutz die klassischen Hygieneregeln befolgt werden, also Hände nach der Gartenarbeit, Spaziergängen oder dem Kontakt mit Tieren gründlich waschen. Zur Sicherheit gilt das auch für Obst und Gemüse.

Kann der Fuchsbandwurm auch Haustiere befallen?

Der Fuchsbandwurm kann auch bei Hunden und Katzen vorkommen- wenn diese die Zwischenwirte des Wurms, also infizierte Nagetiere wie Mäuse gefressen haben. Daher ist eine regelmäßige Entwurmung und Hygiene im Umgang mit Haustieren wichtig.

Wie wird der Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragen?

Bislang gibt es Nottebrock zufolge keinen eindeutigen Beleg, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr mit dem Fuchsbandwurm vergrößert. Ein erhöhtes Risiko gilt dagegen eher für Landwirte, Hundehalter und Personen aus dem Forst- und Jagdbereich, weil sie im Alltag immer wieder mit Pflanzen, Tieren und Erde in Berührung kommen. Trotzdem sollten selbst gesammelte Pilze und Früchte vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden. Beim Erhitzen auf über 60 Grad werden Fuchsbandwurmeier außerdem abgetötet.

Fuchs im Garten
Fuchskot im Garten sollten schnell beseitigt werden.

Ist der Kot von Füchsen ein Gesundheitsrisiko?

Fuchskot sollte vor allem aus dem Bereich entfernt werden, in dem Kinder spielen, so wie Hundekot auch. Und genau wie diesen empfiehlt es sich, den Fuchskot am besten mit einer Plastiktüte aufzunehmen, um jedes Infektionsrisiko auszuschließen, und ihn dann in der Mülltonne zu beseitigen.

Warum kommen Füchse in die Stadt?

Der Fuchs ist ein typischer Kulturfolger. In Städten finden die Tiere leicht Nahrung wie Ratten, Mäuse, Tauben, aber auch in den Abfällen des Menschen. Hinzu kommt, dass die Temperaturen dort in der Regel angenehmer sind. Insgesamt sind die Lebensbedingungen für Füchse Nottebrock zufolge in Städten oft besser als im Wald oder in landwirtschaftlichen Regionen. Füchse fühlen sich in der Stadt deshalb wohl.

Füchse in der Stadt

Füchsen in der Stadt mit Abstand begegnen

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Quelle: dpa
Aktualisierung: 14. April 2016

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