Hundesprache: Körpersprache beim Hund richtig verstehen

Hundesprache: Körpersprache beim Hund richtig verstehen

Wenn Menschen die Körpersprache von Hunden falsch interpretieren, kann die Situation schnell gefährlich werden. Wie man die Signale des Tieres deutet.

  • Verständigung unter Hunden© dpa
    Komm her, spielen! Hunde haben verschiedene Ausdrucksformen, um miteinander zu kommunizieren.
  • Spiel oder Ernst?© dpa
    Halter mischen sich oft zu schnell ein, wenn zwei Hunde miteinander kämpfen.
  • Abwehrbereiter Hund© dpa
    Nicht gut drauf: Gebleckte Zähne und nach hinten gelegte Ohren sind in jedem Fall ein Zeichen, dass sich das Tier nicht wohlfühlt - und zur Abwehr schnappen könnte.
Gerade schleudert Henry noch entspannt sein Dummy durch die Luft. Doch im Bruchteil einer Sekunde fixiert der Labrador plötzlich den Hund gegenüber. «Dass aus sozialem Spielen aggressiver Ernst wird, kann schnell gehen», erklärt die Kieler Hundeverhaltensforscherin Dorit Feddersen-Petersen.

Was machen Menschen falsch im Umgang mit Hunden?

Obwohl die Tiere ein sehr fein differenziertes Ausdrucksverhalten besitzen, das ihre Stimmungen, Gefühle und Absichten ausdrückt, interpretieren Menschen es häufig falsch. «Menschen, die unsicher sind und sich um ihren Hund sorgen, neigen dazu, viel zu schnell in Begegnungen mit anderen Hunden einzugreifen», sagt die Fachtierärztin.

Was bedeutet das Wedeln mit dem Schwanz?

Auch Ariane Ullrich bestätigt: «Das Fehlinterpretieren der Hundesprache ist eine der häufigsten Quellen für Unfälle.» Ullrich ist Verhaltensbiologin und Mitglied im Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV). Ein typisches Beispiel ist das Wedeln mit dem Schwanz. Entgegen der allgemeinen Meinung ist es nicht automatisch ein Zeichen für Freude und Freundlichkeit. «Es bedeutet zuallererst einmal Aufregung», sagt Ullrich. «Die kann sowohl positiv sein, als auch Spannung ausdrücken.»

Beißen Hunde, die bellen?

Auch Bellen oder Knurren können von der Aufforderung zum Spiel bis zur Warnung alles bedeuten. Um den Hund richtig zu verstehen, sollten sich Menschen daher nie auf einzelne Zeichen beschränken. «Es ist immer ein Bündel an Signalen, von der Nasen- bis zur Schwanzspitze», sagt Feddersen-Petersen.

Wie zeigt sich Aggression beim Hund?

Je weiter nach vorn Körper, Ohren und Lefzen gerichtet sind, desto gefährlicher für das Gegenüber. Kommt jetzt noch ein Knurren dazu, wird der Hund bald zur Abwehr schnappen. «Offene Aggression des Hundes zeigt sich durch eine erhobene, leicht pendelnde Rute. Die Ohren zeigen nach vorn, der Körper ist angespannt. Die Läufe sind durchgedrückt, der Blick fixiert das Gegenüber, die Zähne sind gebleckt, die Mundwinkel kurz», zählt die Tierärztin Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn auf.

Wie zeigt ein Hund Angst oder Unsicherheit?

Doch nicht nur aus Übermütigkeit oder Wachsamkeit kann Aggression werden. Auch wenn ein Hund scheinbar unterwürfig wirkt, kann daraus ein Angriff werden. Nach hinten gelegte Ohren zusammen mit eingeknickten Hinterbeinen und einer Rute unter dem Bauch, meist mit weit nach hinten gezogenen Lefzen, zeigen Unsicherheit bis Panik.

Wann will der Hund nur spielen?

Am ungefährlichsten ist ein Hund in Spiellaune. «Macht der Hund übertriebene Gesten, wedelt mit der Rute, hat große Augen, reißt das Maul auf und stellt den Vorderkörper tief, dann will er- zumindest für diesen Moment- wirklich nur spielen», sagt Umlauf. Doch selbst dann kann er schnappen. Barbara Schöning, Tierärztin für Verhaltenskunde vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), erklärt: «Damit signalisiert ein Hund dem anderen, dass es ihm zu heftig wird.»

Wo kann man die Hundesprache erlernen?

Zum Verstehen der Körpersprache können sich Halter an Hundeschulen wenden oder spezielle Seminare besuchen. Verhaltensforscherin Feddersen-Petersen schlägt vor, den Hund beim Spiel oder dem Kräftemessen mit anderen Tieren zu filmen. «Zu Hause kann man dann die Einzelbilder der Auftritte genau ansehen. Sie werden staunen, wie nah sie ihrem Hund dadurch kommen.»
Leben mit Hunden
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 26. Februar 2019