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Bienen in der Großstadt: Imkern wird immer beliebter

Das Imkern in der Stadt wird zum neuen Trend - und soll auf die Not des drittwichtigsten Nutztieres der Welt aufmerksam machen.
Imkern in der Großstadt
Auf immer mehr Dächern in Deutschland stehen Bienenstöcke. © dpa

Wenn Gunnar Weidt die Hamburger Laeiszhalle betritt, trägt er immer eine Imkerpfeife mit sich. Der 49-jährige Bienenzüchter ist einer der wenigen Menschen, die das Dach des berühmten Konzerthauses betreten dürfen. Mitte Mai hat er hier oben Bienenstöcke aufgestellt. Vier Völker tummeln sich aktuell auf dem neobarocken Hausdach, mehr als 120.000 Tiere haben in den Kisten eine Unterkunft gefunden.

Bienen finden genug Futter in der Stadt

«Die Laeiszhalle ist ein wahres Bienenparadies», sagt Weidt, während er einen der Stöcke öffnet, um die Waben zu inspizieren. Nur 500 Meter von dem Musikgebäude entfernt liegt der Stadtpark Planten un Blomen, direkt vor dem Bau sind Linden gepflanzt. «Futter finden die Tiere hier genug», sagt der Imker. Und der Honig schmecke besonders gut, weil er auch exotische Pflanzen enthalte.

Imkern in der Großstdt hat viele Vorteile

Sind Großstädte wirklich Bienenoasen, wie Weidt behauptet? Der Vorsitzende des Hamburger Imkerverbands, Thomas Rikkers, kann dieser These nur beipflichten. «Es gibt hier weniger Pestizide als auf dem Land, die Tiere finden viel länger Nahrung und es ist allgemein wärmer», sagt der Verbands-Chef. Über Abgasrückstände im Honig müsse man sich übrigens keine Sorgen machen: «Untersuchungen haben gezeigt, dass die Tiere die Schadstoffe abbauen können.»

Imkern in der Stadt genießt Kultstatus

Raus aus dem Land, rein in die Stadt- so wie Weidt und Rikkers denken immer mehr Hobby-Imker. Während die Mitgliederzahl in ländlichen Gegenden zurückgeht, konnte der Hamburger Imkerverband allein in den letzten fünf Jahren mehr als 200 Jungimker dazugewinnen. Ähnlich sieht die Tendenz in anderen Metropolen wie Berlin oder München aus. «Stadtimkern hat Kultstatus erlangt», freut sich Rikkers.

Imkern ist ein ungefährliches Hobby

Gunnar Weidt ist mit dem ersten Stock fertig und öffnet die nächste Kiste. Spezielle Imkerkleidung trägt der Hamburger nicht, weil er äußerst selten gestochen wird. Auch sein Assistent Andreas Sterr verzichtet auf Handschuhe oder Schleier. «Die Bienen sind viel zu sehr mit Honigsammeln und Wabenbau beschäftigt, als dass sie Menschen angreifen würden», sagt er.

Bienen vor Parasiten schützen

Sterr hilft dabei, die einzelnen Kisten auf Parasiten zu untersuchen. Sein besonderes Augenmerk gilt der Varroamilbe- einem weit verbreiteten Schädling, der die Honigbienen besonders anfällig für Krankheiten macht und ganze Völker zerstören kann. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Varroamilbe mitverantwortlich ist für das weltweite Bienensterben, das besonders stark in den USA grassiert.

Imkern: Mit Bienen den Ökolandbau unterstützen

2006 wurde erstmals über den «Colony Collapse Disorder» berichtet, eine neue Art des Bienensterbens, bei dem die Völker auf mysteriöse Weise aus ihren Stöcken verschwinden. Seitdem machen sich immer mehr Organisationen für die Honigbiene stark. Eine von ihnen ist die Gruppe «Deutschland summt». Die Initiatoren Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer kommen aus Berlin und wollen möglichst viele Bienenstöcke auf repräsentative Gebäudedächer stellen. «Es ist wichtig, dass Städter ihr Herz für Bienen entdecken», sagt Hölzer, «denn nur dann können auch mehr Menschen den Ökolandbau unterstützen.» Die meisten Verbraucher würden eben in der Stadt leben.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: 12. November 2015

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