Vögel füttern: Amsel und Rotkehlchen bevorzugen Obst

Vögel füttern: Amsel und Rotkehlchen bevorzugen Obst

Wenn im Winter Schnee den Boden bedeckt, wird es für Vögel schwierig Nahrung zu finden. Aber nicht alle Vögel essen Körner. Was man am besten ins Futterhäuschen legt.

  • Amsel im Futterhäuschen© dpa
    Amseln fressen am liebsten Äpfel und getrocknete Beeren. Im Futterhäuschen sind sie nur selten zu Besuch: Meist suchen sie ihre Nahrung am Boden.
  • Rotkehlchen© dpa
    Rotkehlchen sind gar nicht so die Körner-Picker. Über eine Apfelscheibe freuen sie sich mehr.
  • Unterschiedliche Gewohnheiten© dpa
    Vögel haben unterschiedliche Gewohnheiten, wie und wo sie am liebsten ihre Körner picken. So fliegen Kleiber und Meisen lieber einen etwas erhöhten Futterplatz an.
  • Problematische Meisenknödel© dpa
    Meisenknödel im Netz können bei der Fütterung problematisch sein, weil sich die Vögel darin verfangen könnten.
  • Futterspender© dpa
    Futterspender sind eine saubere Möglichkeit, Vögel im Winter zu füttern.
Amseln, Singdrosseln, Gimpel, Heckenbraunellen und Rotkehlchen picken gerne Obst. Da die Früchtefresser im Winter eher wenig Nahrung finden, können sie mit klein geschnittenen Apfel- und Birnenstückchen unterstützt werden. Auch Rosinen und anderes Trockenobst schmeckt ihnen gut. Das Futter für diese sogenannten Weichfutterfresser sollte immer in Bodennähe angeboten werden. Darauf weist die Deutsche Wildtier Stiftung hin.

Körnerfresser richtig füttern

Körnerfresser wie Buch- und Bergfinken, Grünlinge und Spatzen brauchen bei eisigen Temperaturen vor allem Fett, um gut durch den Winter zu kommen. Ausgewogenes Futter enthält Weizen- und Haferflocken, angereichert mit Nüssen und Sonnenblumenkernen. Minderwertiges Futter enthält dagegen häufig Füllstoffe wie harte Weizenkörner. «Die bleiben liegen, werden feucht, verschimmeln und verschmutzen die Futterstelle», sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Wildtier Stiftung.

Sonnenblumenkerne schmecken allen

Sonnenblumenkerne sind laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ein gutes Basisfutter: Sie werden in der Not von allen Arten gefressen. Ungeschälte Kerne verursachen zwar ein bisschen Abfall, sind aber artgerechter und lassen die Vögel deutlich länger an der Futterstelle verweilen. Eines der schlechtesten Futtermittel für Vögel ist Brot. Es quillt im Magen der Tiere auf und verdirbt sehr schnell. Auch gewürzte und gesalzene Speisen, Essensreste, Kuchen und Süßigkeiten sind tabu.

Silo für Körnerfresser besser als Futterhaus

Wer im Winter wildlebende Vögel füttern will, verwendet dafür am besten ein Futtersilo. In die dünne Röhre wird das Futter oben hineingefüllt, und die Tiere picken es unten an einem kleinen Auslass weg. Das hat gegenüber einem Vogelhäuschen, bei dem das Futter in der Regel auf eine recht große Fläche gestreut wird, einen entscheidenden Vorteil: Die Körner können nicht nass werden oder gefrieren - und die Vögel nicht auf ihnen herumtapsen oder sie durch Kot verunreinigen.

Futterhäuschen regelmäßig reinigen

Wer auf ein klassisches Futterhäuschen setzt, sollte es regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und immer nur wenig Futter nachlegen. Beim Saubermachen werden besser Handschuhe getragen. Wildvögel haben häufig Parasiten und die Erreger im Vogelkot können der Gesundheit schaden. Auch unter der Futterstelle sind Ordnung und Sauberkeit Pflicht. Denn heruntergefallenes Futter lockt Ratten an. Futterreste sollten daher täglich beseitigt werden.

Vorsicht bei Meisenknödeln

Meisenknödel sind nicht ganz unproblematisch, da sich die Tiere darin verfangen können. Vogelfreunde sollten die Knödel daher ohne Netz kaufen oder vom Netz befreien und in einem Meisenknödelhalter bereitstellen. Wer sie selbst herstellen will, bringt 300 Gramm festes Pflanzenfett oder hochwertiges tierisches Fett zum Schmelzen, gibt etwas Pflanzenöl hinzu und verrührt darin 500 Gramm Haferflocken, 100 Gramm Weizenkleie und 500 Gramm Sonnenblumenkerne.

Fütterung ist kein Beitrag zur Arterhaltung

Einer Illusion geben sich Wildvögel-Fütterer dem NABU zufolge besser nicht hin: Den Piepmätzen über die kalte Jahreszeit zu helfen, trägt kaum zur Arterhaltung bei. Denn mit Ausnahme der Spatzen, deren Bestände in Deutschland zurückgehen, kommen normalerweise vor allem Vertreter unbedrohter Arten zu den Futterstellen. Den Verlust von Lebensraum in der freien Landschaft kann selbst die großflächige und konsequente Fütterung von Wildvögeln in Gärten und in der Stadt nicht ausgleichen.

Brutmöglichkeiten sind die geeignetere Unterstützung

Wer seltener gesehene Vögel wie Mauersegler oder Hausrotschwänze unterstützen will, tut das am ehesten, indem er Brutmöglichkeiten für sie schafft: mit Nistkästen am Haus, auf der Terrasse oder im Garten. Sie werden am besten schon im Winter, spätestens aber im Vorfrühling angebracht. Dann können die Vögel sie erstmal zum Übernachten und im Frühling dann zum Brüten und Aufziehen ihrer Jungen verwenden.

Garten vogelfreundlich gestalten statt füttern

Vor allem, wer einen Garten hat, kann noch viel mehr tun. Wer verblühte Stauden im Herbst bis zum Frühjahr stehenlässt, stellt Wildvögeln Körner und Samen als natürliche Winterfütterung zur Verfügung. Komposthaufen und Laubhaufen werden zum Lebensraum von vielen Insekten, die bevorzugt von Rotkehlchen und Zaunkönig gefressen werden.

Wildvögel nur von November bis Februar füttern

Der Naturschutzbund NABU rät von der Ganzjahresfütterung ab. Davon abgesehen, dass fast nur ungefährdete Vogelarten die Futterstellen anfliegen und die Fütterung den Artenschwund nicht aufhält, spielt auch die Hygiene hierbei eine Rolle. Niedrige Temperaturen im Winter verhindern die Übertragung von Salmonellen auf die Vögel. Trink- und Badestellen sind für Grünfinken eine besonders große Gefahr: Sie sind im Sommer oft mit Trichomonaden verunreinigt, die immer den Tod der Tiere zur Folge haben.

BUND: Vögel gar nicht oder maßvoll füttern

Auch der BUND erwartet durch die Ganzjahresfütterung mehr Schaden als Nutzen. Denn Vögel sind und bleiben Wildtiere, die auf das jahreszeitlich bedingte wechselnde Futterangebot eingestellt sind. Verluste durch Futtermangel im Winter sind schnell wieder ausgeglichen. Und kommen häufige Standvögel wie die Kohlmeise vermehrt durch den Winter, finden Zugvögel wie der Gartenrotschwanz laut BUND bei ihrer Rückkehr keine freien Nistplätze mehr. Tierfreunde tun Vögeln mit Zurückhaltung also etwas Gutes.
Futterstelle im Garten für Singvögel
© dpa

Garten vogelfreundlich gestalten

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Fotostrecke:

  • Rotkehlchen© dpa
    Heimische Vögel erkennen

Quelle: dpa/BerlinOnline/NABU/BUND

| Aktualisierung: 14. Dezember 2018

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