Apfelweine: Cidre, Cider und Äppelwoi geniessen

Apfelweine: Cidre, Cider und Äppelwoi geniessen

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Vergorener Apfelsaft hat als alkoholarmer Cidre, Cider oder Sidra in ganz Europa Tradition.

Apfelwein

© dpa

In Hessen wird Apfelwein traditionell in den Bembel, einen irdenen Krug, gezapft und aus einem Glas mit Rautenmuster getrunken.

Traditionelle Apfelweine gibt es in vielen europäischen Ländern - ob französischer Cidre, britischer Cider oder spanische Sidra.

Wenig Alkohol, wenig Kalorien

Mit rund fünf Prozent hat Apfelwein nur halb so viel Alkohol wie Wein und etwa gleich viel wie Bier. Mit knapp 40 Kilokalorien pro 100 Milliliter liegt er aber noch unter dem Kaloriengehalt von Bier und vielen alkoholfreien Getränke - zumindest in der hessischen Variante. Manch alkohol- und zuckerreicherer britischer Cider hat wesentlich mehr. Noch kalorienärmer ist er als «Gespritzter» mit Mineralwasser.

Geschmack hängt von Apfelsorte und Gärprozess ab

Apfelwein schmeckt an jedem Ort anders, was mehrere Gründe hat. Zunächst gibt es sehr verschiedene Apfelsorten - allein in Deutschland mehrere Tausend -, dazu kommen die Herstellungsmethoden, die von Region zu Region sehr unterschiedlich sind. Beim Gärprozess etwa spielt eine Rolle, ob man Hefe zusetzt, ob der Saft in Holzfässern oder Stahltanks gärt, oder ob die Gärung, wie beim Cidre, unterbrochen wird.

Lange Tradition in Nordspanien

Die längste europäische Apfelwein-Tradition hat die nordspanische Region Asturien, die mit rund 55 Litern pro Jahr auch an der Spitze beim Pro-Kopf-Verbrauch liegt. Die asturische Sidra enthält etwa 5,5 Prozent Alkohol und hat einen weit höheren Säureanteil als deutsche Apfelweine.

Damit hängt auch die zirkusreife Zapfweise in den «Sidrerias» zusammen: Aus dem Fass lässt man die Sidra in das in größtmöglichem Abstand gehaltene Glas schießen. Durch den Aufschlag schäumt das Getränk, die flüchtige Säure soll entweichen. Gegessen werden dazu Tapas, Fischgerichte oder «Fabada», ein Bohneneintopf. Eine besondere Spezialität ist in Sidra gekochte Paprikawurst.

Mild und moussierend in Frankreich

Eher mild, stark moussierend und daher sehr erfrischend ist der in der Normandie und der Bretagne hergestellte Cidre. Man unterscheidet zwei Haupttypen: den trockenen «Cidre brut» mit vier bis fünf Prozent Alkohol sowie «Cidre doux» mit zwei bis drei Prozent Alkohol und viel Restsüße. Typisch beim Cidre ist, dass die Gärung in der Flasche abgeschlossen wird. Dabei entsteht viel Kohlensäure. Brut passt Cidre gut zu Galettes (Buchweizen-Crêpes), Fisch und Meeresfrüchten, doux zu süßen Crêpes. Klassisch wird er nicht aus Gläsern, sondern aus Steinguttassen getrunken.

Ebbelwoi, Eppelwoi, Äppelwoi in Hessen

Spricht der Hesse vom «Stöffche», dann meint er damit Apfelwein - oder auch Ebbelwoi, Eppelwoi, Äppelwoi oder Äppler, je nach Region. Weil eine Klimaverschlechterung den Weinbau rund um Frankfurt dramatisch zurückgehen ließ, entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert der vergorene Apfelsaft hier zum Nationalgetränk - bis heute: «Rund zehn Liter trinkt jeder Hesse jährlich, gegenüber einem Liter im Bundesdurchschnitt», sagt Klaus Sennewald vom Verband der deutschen Fruchtwein- und Fruchtschaumweinindustrie in Bonn.

Dazu gibt es Deftiges

«Der hessische ist der einzige komplett durchgegorene Apfelwein», erläutert Steffen Ball vom Verband der hessischen Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien in Heusenstamm. Säure- und gerbstoffreiche Äpfel sorgen für einen eher herben Geschmack. Dazu gibt es bevorzugt Deftiges wie «Handkäs mit Musik», kleine Sauermilchkäse in einer würzigen Marinade, oder Rippchen mit Sauerkraut.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. Januar 2011 18:10 Uhr

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