Ungarns Küche: Paprika über alles

Ungarns Küche: Paprika über alles

In der ungarischen Küche geht es um drei zentrale Punkte: die Paprika, den Tokajerwein und die Dobos-Moka, eine besonders zarte Biskuittorte.

Paprika

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Paprika ist mit Abstand die wichtigste Zutat in der ungarischen Küche.

Auch wenn man meint, die Ungarn würden schon immer mit Paprika kochen und hätten deshalb die besten Rezepte damit erfunden: Die Paprika, das mit Abstand wichtigste Gemüse bzw. Gewürz der Ungarn, wird erst seit dem 19. Jahrhundert verwendet.

Erst als die Gefahr der Türken gebannt war, stieg die Popularität der Paprika, die vorher im osmanischen Reich beheimatet war. Von da an schätzte man die appetitanregende und gesundheitsfördernde Wirkung dieses Gemüses, welches auch vorzüglich auf den weiten Feldern der Puszta gedeiht.

Es kann nie scharf genug sein

Ungarn ist deshalb der größte Paprikaexporteur der Welt. Sie werden sowohl als Gemüse- bzw. Würzpaprika verkauft und in allen Varianten und Schärfegraden angeboten. Übrigens: Im eigenen Land können die Speisen nie zu scharf sein, ein Tourist kann da schon einmal eine "heiße" Überraschung erleben!

Wer Gulasch will, muss Pörkölt bestellen

Beim Stichwort Ungarn kommt jedem sofort das Gulasch in den Sinn, jedoch besteht ein gehöriger Unterschied zwischen einem deutschen und einem ungarischen Gulasch.

Das ungarische Gericht, Gul´jas genannt, ist in Wahrheit eine Hirtensuppe mit Fleisch, also ähnlich unserer Gulaschsuppe. Was man in Deutschland unter dem Namen Gulasch auf den Tisch bekommt, ähnelt eher der ungarischen Speise "Pörkölt", einem Gericht mit würfelförmigen Fleischstücken und viel geschmorten Zwiebeln.

Viel saure Sahne

Ein weiteres Nationalgericht sind die Paprikás, für das Hühner-, Kalbs- oder manchmal Karpfenfleisch verwendet wird. Dazu wird dann eine dicke, meist scharfe, Sahne-Paprika-Sauce gekocht. Überhaupt wird sehr viel saure Sahne verwendet, vielleicht als Ausgleich zu den scharfen Zutaten der meisten Speisen. Typisch ist auch die Verwendung von Schweineschmalz zum Anbraten und Schmoren zusammen mit Zwiebeln und Paprikagewürz.

Süßer Wein und Aprikosenschnaps

Zum Essen oder danach bevorzugen die Ungarn den Weißwein der Tokajrebstöcke, die in den Tiefebenen und Hügeln bestens wachsen. Dieser besonders süße Wein hat auf der ganzen Welt Anhänger gefunden, besonders als Dessertwein. Die bekannteste Spirituose dürfte wohl der "Barack pálinka" sein, ein feuriger Aprikosenbranntwein, der auch in großen Mengen exportiert wird.

Knödel zum Dessert

Bei den Süßspeisen liegen die Ungarn auf der gleichen Wellenlänge wie die Österreicher. Auch sie verehren Mehlspeisen, besonders ungarische Nockerl und den Palatschinken mit allen erdenklichen Füllungen. Am bekanntesten dürfte jedoch die vom Budapester Bäcker Dobos erfundene Dobos-Mokka-Biskuittorte sein, die sich kein Besucher des Landes entgehen lassen sollte.

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Quelle: Wirths PR

| Aktualisierung: Montag, 29. Juni 2009 16:24 Uhr

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