Stevia-Pflanze: Natürlicher Süßstoff ohne Kalorien

Stevia-Pflanze: Natürlicher Süßstoff ohne Kalorien

Künstliche Süßstoffe könnten zukünftig einen natürlichen Konkurrenten bekommen: Die Stevia-Pflanze ist süß und macht nicht dick.

Stevia

© dpa

Die Stevia-Pflanze ist laut einem Gutachten unbedenklich.

Dem deutschen und europäischen Lebensmittelmarkt steht eine kleine Revolution bevor. Denn bislang werden für die Produktion von diätischen Lebensmitteln künstlich hergestellte Süßstoffe verwendet. Diese könnten aber zukünftig von einer kalorienfreien, natürlichen Pflanze ersetzt werden: der Stevia-Pflanze.

Nach jahrelangen Diskussionen hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nun festgestellt, dass Süßungsmittel aus den Blättern der Stevia-Pflanze gesundheitlich unbedenklich sind.

250 mal süßer als Zucker und für Diabetiker gut geeignet

Die Stevia-Pflanze mit dem botanischen Namen Stevia rebaudiana ist eine Staude, die ursprünglich im Berggebiet zwischen Paraguay und Brasilien wächst. Seit hunderten von Jahren wird Stevia von den Einwohnern in Südamerika bei der Zubereitung von Speisen und als Heilpflanze verwendet. Inzwischen wird die Pflanze aber auch zur Massenproduktion auf großen Flächen angebaut.

Die in den Blättern enthaltenen sogenannten Steviolglycoside sind deutlich süßer als üblicher Haushaltszucker. Im Vergleich zu herkömmlichem Zucker ist der natürliche, aus den Blättern extrahierte, kalorienfreie Süßstoff um etwa 250 Mal süßer und wird auch von Diabetikern sehr gut vertragen. Zudem soll Stevia bei regelmäßiger Aufnahme den Blutdruck senken und zudem die Entstehung von Zahnbelag verhindern.

In Asien weit verbreitet, in Europa noch nicht zugelassen

Während Stevia in Asien als Süßungsmittel weit verbreitet ist, ist es in Europa aktuell nur in der Schweiz und in Frankreich zugelassen. Das könnte sich bald ändern: Denn ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt zu dem Schluss, dass Süßungsmittel aus den Blättern der Stevia-Pflanze gesundheitlich unbedenklich sind. Die toxikologischen Untersuchungen der Behörde haben gezeigt, dass die süß schmeckenden Verbindungen aus den Blättern weder erbgutschädigend noch krebserregend sind. Sie haben auch keinen negativen Einfluss auf die Fortpflanzung und das ungeborene Kind. Als unbedenklich wird eine tägliche Menge von vier Milligramm pro Kilo Körpergewicht empfohlen.

Die europäische Behörde kommt damit zu denselben Ergebnissen wie der UN-Ausschuss Joint Expert Committee on Food Additives (JECFA), der die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia-Süßstoff bereits im Juni 2009 festgestellt hatte.

Vorsicht vor künstlich hergestellten Stevia-Extrakten

In den USA haben die großen Getränkehersteller Pepsi und Coca Cola angekündigt, demnächst Stevia-gesüßte Getränke auf den Markt zu bringen. Und wahrscheinlich wird es auch hierzulande nicht mehr lange dauern, bis mit der Süßungskraft der alten Pflanze gearbeitet und geworben wird.

Allerdings sollten Verbraucher dann darauf achten, Produkte mit natürlichen Stevia-Extrakten zu kaufen. Weltweit operierende Konzerne haben nämlich schon Patente darauf angemeldet, mit denen der Wirkstoff chemisch herzustellen ist. Als Verbraucher nähme man dann aber wieder einen ähnlich künstlichen Süßstoff zu sich, wie es die herkömmlichen künstlichen Süßungsmittel sind.

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Quelle: kra/BerlinOnline

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Januar 2011 18:27 Uhr

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