Grill anzünden: Tipps, wie man Unfälle vermeidet

Grill anzünden: Tipps, wie man Unfälle vermeidet

Unfälle beim Grill anzünden können rechtliche Konsequenzen für alle Umstehenden haben. Welche Hilfsmittel tabu sind und wie es sicher funktioniert.

grill mit hohen flammen

© hauku/ pixelio.de

Brennbare Flüssigkeiten sollten möglichst nicht zum Grillanzünden verwendet werden.

Wer einen Grill für das Grillgut optimal vorbereiten will, braucht vor allem Geduld. Denn am Anfang einer Grillparty steht das Anzünden der Holzkohle - und dafür sollten niemals Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwendet werden.

Solche brennbare Flüssigkeiten können beim Verdunsten ein hochexplosives Dampf-Luft-Gemisch in Form einer Glocke mit bis zu drei Metern Durchmesser bilden. Beim Anzünden der Kohle kann es dann zu einer Verpuffung kommen, die zu schweren Verletzungen führen kann. Wird in die Glut oder das Feuer nachgegossen, kann durch einen Flammenrückschlag der Brennstoffbehälter aus der Hand gerissen werden. Das Flammeninferno kann verheerend sein!

Grillunfälle haben Konsequenzen - manchmal für alle

Passiert ist das fünf Jugendlichen, die an einem Bahndamm grillten. Der erste Schuss Spiritus, den die Jugendlichen gemeinsam besorgt hatten, zeigte keine Wirkung. Nach dem zweiten loderte eine Stichflamme auf. Der Griller ließ die Flasche erschrocken zu Boden fallen, auf die Jacke eines anderen Jungen gelangte Spiritus. Sie fing Feuer, und der Junge erlitt schwere Brandverletzungen.

Die rechtlichen Konsequenzen dieser Handlung sollten alle Teilnehmer von Grillpartys kennen: Die Haftpflichtversicherung des Grillers verlangte einen Teil der Kosten von dem verletzten Jungen zurück - und das zuständige Gericht in Hamm entschied, er müsse für ein Achtel der Kosten aufkommen. Begründung: Die Jugendlichen hätten gemeinsam beschlossen, das Feuer mit Spiritus zu beschleunigen. Der Verletzte hatte nach dem ersten Schuss Spiritus zwar noch sinngemäß gesagt, es würde reichen. Um nicht haften zu müssen, hätte er den Worten aber Taten folgen lassen müssen - er hätte eingreifen und die Gefahr abwenden müssen. (Az.: 9 U 129/08).

Das bedeutet: Bei einem Grillunfall haften alle, wenn jemand Spiritus ins Feuer gießt und niemand von den Anwesenden widerspricht. Wer die Gefahr nicht unterbindet, trägt die gleiche Schuld.

Gelartige Grillanzünder können gefährlich sein

Gefährlich sind im übrigen auch gelartige Grillanzünder auf Alkoholbasis: Bei Hitze heizt Holzkohle sich bis zu 80 Grad Celsius auf, auf der heißen Kohle verflüssigt sich die Grillpaste und es entsteht ein entzündliches Gemisch.

Sicher sind dagegen feste und flüssige Anzündhilfen aus dem Fachhandel mit einem Sicherheitszeichen - zum Beispiel DIN 66358 - und einer Registriernummer. Diese gut zündenden Anzünder verpuffen und explodieren nicht und hinterlassen keine Geschmacksspuren.

Feste Grillanzünder verwenden

Genrell empfehlenswert sind feste Grillanzünder. Man kann etwa 3-6 (variiert je nach Größe der Würfel) dieser kleinen Grillanzündwürfel, die das Aussehen von Wachs oder Torf haben, zwischen die Kohlen legen und diese dann mit einem Streichholz entzünden. Die Vorteile der festen Grillanzünder: Sie rufen keine Stichflammen hervor und legen keinen schadstoffhaltigen Ruß auf dem Grillgut ab.

Schnell geht es mit dem Kaminanzünder

Im Handel gibt es außerdem Kaminanzünder zum Grill-Anzünden. Dabei handelt es sich um einen Stahlbehälter, in dem genug Grillkohle für einen 57cm-Durchmesser -Grill Platz findet. Zum Anzünden legt man 2-3 Anzündwürfel auf den Holzkohlerost und stellt dann den Anzündkamin samt Inhalt direkt darüber. Der Luftzug führt die Flammen dann einfach auf die Kohle, was zu einer eindeutig schnelleren Entzündung führt. Allerdings wird manchmal auch vor Kaminanzündern gewarnt, da diese häufig Paraffin enthalten. Das ist nicht schädlich, aber es kann sich auf den Geschmack der Grill-Speisen auswirken.

Gefahren minimieren beim Grillen

Ist das Feuer erst einmal sicher entfacht, ist es mit den Gefahren noch nicht vorbei. Verweht ein Stück Holzkohle, sollte es möglichst gut im Auge behalten werden, damit es nicht zu einem Brand kommt. Wer glaubt, an einer anderen Stelle des Gartens besseren Wind zu haben, sollte auf keinen Fall den heißen Grill tragen. Nur mit kaltem Grill kann man den Standort gefahrlos wechseln.

Die Restglut sollte mit Sand gelöscht und nicht in den Abfalleimer geleert werden. Kohle nie auf dem Rasen oder auf den Acker ausglühen lassen, denn immer wieder ziehen sich Kinder schwerste Verbrennungen zu, weil sie in die Glut gegriffen haben oder in noch glühende Holzkohlenreste getreten sind, die zum Auskühlen auf den Rasen geschüttet wurden. Deshalb sollten Kinder auch immer vom Grillfeuer ferngehalten werden, am besten mit einer Barriere.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. November 2010 12:37 Uhr

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