Charité untersucht Viruskonzentration bei Kindern

Charité untersucht Viruskonzentration bei Kindern

In Berlin läuft dem Virologen Christian Drosten zufolge eine Untersuchung zur Rolle von Kindern in der Coronavirus-Pandemie.

Christian Drosten, Chefvirologe an der Berliner Charité

© dpa

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin.

Im Labor an der Charité sei man dabei, die Viruskonzentration im Rachen von Kindern zu bestimmen, sagte der Wissenschaftler am Dienstag (28. April 2020) im NDR-Podcast. Über Ergebnisse und die Datengrundlage könne er wahrscheinlich an diesem Donnerstag sprechen. Drosten erhofft sich demnach mehr Erkenntnisse darüber, ob Kinder das Virus ebenso abgeben wie Erwachsene. Das sei wichtig für die Debatte über Kita-Öffnungen.

Immunsystem von Kindern noch relativ unerfahren

Bei der Grippe und vielen anderen Erkältungskrankheiten wisse man, dass Kinder sehr hohe Virusmengen im Rachen hätten, erläuterte der Virologe. Ihr unerfahrenes Immunsystem habe nichts gegen Erreger auszurichten, so dass sich diese stark vermehren könnten. Im Vergleich zu Erwachsenen könne die Viruskonzentration im Rachen bei Kindern 10 000-mal höher liegen, schilderte Drosten.

Erkenntnisse könnten zum Umgang mit Kita-Öffnungen beitragen

Bisher seien viele Fragen zur Rolle von Kindern bei Sars-CoV-2 offen. In vielen Studien dazu seien zu wenige Kinder eingeschlossen, so dass die Ergebnisse nicht statistisch signifikant seien, schilderte Drosten eine grundsätzliche Problematik. Sollte in Deutschland wieder mehr Kita-Betreuung ermöglicht werden, sprach er sich für klare Handlungsempfehlungen an Eltern aus: Zum Beispiel, dass man sich der möglichen Infektions-Einschleppung bewusst ist und bei Symptomen gleich zu Hause bleiben und sich testen lassen sollte. Zudem sollte man keine älteren Menschen besuchen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 29. April 2020 08:40 Uhr