Foodwatch kritisiert Aufarbeitung des Wilke-Skandals

Foodwatch kritisiert Aufarbeitung des Wilke-Skandals

Vor dem Abschlussbericht zum Wilke-Fleischskandal erneuert die Organisation Foodwatch ihre Kritik an hessischen Behörden. «Die Aufarbeitung des Wilke-Skandals ist alles andere als abgeschlossen», sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker der Deutschen Presse-Agentur. An diesem Montag will Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) ihren Abschlussbericht zu keimverseuchter Wurst vorlegen. Doch die Ministerin verweigere die nötige Aufklärung und erforderliche politische Konsequenzen. Rücker fordert eine Offenlegung aller relevanten Berichte, damit sich die Öffentlichkeit selbst ein Bild machen könne.

Wursthersteller Wilke

© dpa

Blick auf die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren.

Laut Foodwatch hat der Fall Wilke einmal mehr die Schwachstellen des Kontrollsystems für Lebensmittel und der gesetzlichen Grundlagen gezeigt. Keine der von Hinz vorgelegten Schritte behebe diese Probleme. «Statt kommunaler Behörden, die einem permanenten Interessenkonflikt zwischen lokaler Wirtschaftsförderung und unabhängigen Betriebskontrollen ausgesetzt sind, benötigen wir eine politisch unabhängige Landesbehörde, die hessenweit die Kontrollen organisiert», erklärte Rücker.
Anfang Oktober hatten Behörden den nordhessischen Fleischhersteller Wilke geschlossen. Zuvor waren mehrfach Listerien-Keime in Produkten entdeckt worden. Sie können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer. Hinz hatte Ende Oktober Schwachstellen in der Lebensmittelsicherheit eingeräumt und Konsequenzen wie mehr unangemeldete Kontrollen angekündigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 18. November 2019 06:20 Uhr