Expertin zu Attacken am Gleis und am Tate Modern

Expertin zu Attacken am Gleis und am Tate Modern

Nach den Gewalttaten gegen Kinder am Frankfurter Hauptbahnhof und am Londoner Museum Tate Modern hat eine deutsche Expertin die Seltenheit solcher Taten betont. «Diese Fälle sind extreme Raritäten», sagte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité, Isabella Heuser, der Deutschen Presse-Agentur. Verallgemeinerungen seien schwierig: «Weil es so selten ist, kann man eigentlich keine Regel aufstellen.»

Aus einzelnen Fällen aus der Vergangenheit wisse man, dass die Täter an einer Psychose erkrankt waren und in akutem Wahn handelten, sagte die Psychiaterin. Sie fühlen sich zum Beispiel verfolgt. «Letztlich haben diese Patienten eine ungeheure Angst. Aber das ist natürlich die Verkennung der Realität.» Die Opfer seien zur falschen Zeit am falschen Ort. Grundsätzlich sei auch denkbar, dass es unter dem Einfluss von Drogen wie Crystal Meth zu sinnloser Gewalt gegen Fremde komme, so Heuser.
In London soll ein 17-Jähriger am Sonntag einen Sechsjährigen von der Aussichtsplattform des Museums Tate Modern geworfen haben. Der kleine Junge überlebte den Sturz schwer verletzt. Am 29. Juli hatte ein Mann am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen, das Kind starb.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 6. August 2019 10:40 Uhr