Forscher kämpfen in Adlershof gegen Ambrosia

Forscher kämpfen in Adlershof gegen Ambrosia

Der Kampf gegen Ambrosia geht weiter: Ein Großteil des Brennpunktes Adlershof soll bis zum Frühjahr von der hochallergenen Pflanze befreit werden. Dazu war ein Pilotprojekt der Freien Universität Berlin eingerichtet worden.

Ambrosia

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Beifuß-Ambrosiapflanzen wachsen in einem Sonnenblumenfeld. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Nach dem Start seines Pilotprojekts im Juni haben Forscher und Ambrosia-Scouts Fortschritte im Kampf gegen die hochallergene Pflanze vermeldet. Einer der Brennpunkte in der Nähe des Campus Adlershof der Humboldt-Universität wurde systematisch durchkämmt, sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin (FU).
Dabei wurden 327 befallene Flächen mit einer Gesamtgröße von 8400 Quadratmeter gefunden. Viele der Funde wurden in den Ambrosia-Atlas eingepflegt. Der Atlas listet Fundorte. Bis zum Frühjahr sollen die Flächen bearbeitet und die Pflanzen ausgerissen werden.

Große Ambrosia-Plantagen in Adlershof

Ambrosia sieht aus wie Unkraut, hat aber eines der aggressivsten Pflanzenallergene. Als Brennpunkt der mehrjährigen Stauden-Ambrosia gilt der Osten Berlins - vor allem die Bezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick. In Adlershof gibt es regelrechte Ambrosia-Plantagen mit mehr als 100.000 Pflanzen. Grund ist wahrscheinlich die rege Bautätigkeit. Pollen und Wurzeln der Pflanze werden mit dem Transport von Erde über die ganze Stadt verteilt - vor rund zwei Jahren gelangte Ambrosia so auch in den Westen Berlins.
Im Juni startete ein Pilotprojekt der Freien Universität (FU) zur Bekämpfung der Pflanze. Neben einer Kartierung der betroffenen Flächen sollen Methoden erprobt werden, wie der Pflanze am besten beizukommen ist. Das Projekt wird mit 300.000 Euro gefördert. «Wenn uns die Beseitigung in Adlershof gelingt, dann werden wir uns um die anderen Bezirke kümmern», sagt Dümmel.

Konzept soll Ausbreitung von Ambrosia verhindern

Um die Verschleppung von Wurzeln und Samen zu vermeiden, will das Institut für Meteorologie der FU im Winter ein Konzept entwickeln. Beteiligt werden sollen auch Baufirmen sowie öffentliche und private Auftraggeber. «Das ist das Allerwichtigste, um die weitere Verbreitung der Ambrosia in Berlin einzudämmen», betont Dümmel. Zudem soll die Brandenburger Ambrosia-App auf Berlin erweitert werden. Damit können Spaziergänger gesichtete Pflanzen online melden.
Bereits rund zehn Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter Luft können eine Allergie oder Asthma auslösen. Wissenschaftler der FU haben in der Hauptstadt allerdings schon Werte von bis zu 158 Pollen pro Kubikmeter Luft gemessen. 2009 starteten sie das FU-Aktionsprogramm gegen Ambrosia.
Bohnsdorf
© Franziska Delenk

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. Oktober 2018 10:51 Uhr